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12.04.2019

14:21

Kraftstoffe

So können Autofahrer die Preisschwankungen an den Tankstellen für sich nutzen

Von: Susanne Schier

Zwei Ökonomen haben ein neues Preismuster bei Tankstellen entdeckt und ausgewertet. Das Ergebnis: Wer Zeit fürs Planen hat, kann viel Geld beim Tanken sparen.

Im Tagesverlauf ändern sich die Spritpreise, doch das tägliche Auf und Ab ist vorhersehbar. dpa

Tankstelle

Im Tagesverlauf ändern sich die Spritpreise, doch das tägliche Auf und Ab ist vorhersehbar.

FrankfurtVor dem Start der Schulferien in einigen Bundesländern müssen Autofahrer an der Tankstelle tief ins Portemonnaie greifen. Laut einer Auswertung des ADAC ist vor allem die Differenz zwischen Benzin- und Dieselpreis so hoch wie zuletzt vor sechs Monaten.

Für Verbraucher lohnt es sich, Preise zu vergleichen. Denn mit ein paar einfachen Tipps können Autofahrer viel Geld beim Tanken sparen, wie die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts bei der Vorstellung ihres Jahresberichts betont.

„Zu verschiedenen Tageszeiten und zwischen verschiedenen Tankstellen gibt es nach wie vor erhebliche Preisunterschiede“, sagt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. „Das können die Verbraucher ausnutzen und mit Hilfe der Informationen der Markttransparenzstelle und einer Tank-App sparen.“

Ein wenig Planung für den Weg zur Arbeit oder die Urlaubsreise lohnen sich demnach. Denn bestimmte Tankstellen sind fast immer deutlich günstiger als andere. Gerade jetzt zur Ferienzeit sollten Autofahrer bedenken, dass Autobahntankstellen im Schnitt 15 Cent pro Liter teurer sind als andere Tankstellen. Preisgünstigere Alternativen sind oft direkt neben der Ausfahrt zu finden – auf Autohöfen oder Straßentankstellen.

Auch im Tagesverlauf ändern sich die Preise, doch das tägliche Auf und Ab sei gut vorhersehbar: „Im Laufe eines Tages schwanken die Preise vor Ort, also innerhalb einer Stadt, um bis zu 20 Cent pro Liter“, sagt Mundt. Auch an einer einzelnen Tankstelle können die Preise im Tageslauf um bis zu zehn Cent pro Liter variieren. Am niedrigsten seien die Preise meist am späteren Abend.

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Die Uhrzeiten für die Preisanstiege hätten sich zuletzt etwas verschoben. Demnach klettern die Preise zurzeit nach einer ersten Phase fallender Preise bereits am Morgen gegen zehn Uhr und nicht wie bisher um zwölf Uhr wieder, dann noch einmal gegen 13 Uhr und gegen 16 Uhr. Dazwischen fallen die Preise immer wieder.

Später gebe es eine relativ lange Niedrigpreisphase zwischen 19 und 22 Uhr. Danach heben die Tankstellen die Preise meist deutlich an und halten sie auch über Nacht hoch. Die Markttransparenzstelle will beobachten, ob dies auch in Zukunft so bleibt.

Auch die Ökonomen Steffen Eibelshäuser und Sascha Wilhelm von der Frankfurter Goethe-Universität haben das neue Preismuster der Tankstellen entdeckt und ausgewertet. Wie die Forscher hervorheben, hat Aral Ende März damit begonnen, die Preise bereits gegen zehn Uhr anzuheben. Seit Anfang April machen es die anderen Tankstellenketten nun nach.

„Die regelmäßigen Preiszyklen kommen dadurch zustande, dass die Tankstellen durch gegenseitiges Unterbieten versuchen, die Kunden von der Konkurrenz abzuwerben“, erklärt Eibelshäuser. Sobald ein niedriges Preisniveau erreicht ist, lohne sich das Unterbieten nicht mehr. „Es folgt eine starke Preiserhöhung und das Spiel beginnt aufs Neue.“ In den Abendstunden kurz vor Schließung der Tankstellen zu tanken, halten auch die Forscher für am besten.

Zwischen den einzelnen Regionen in Deutschland gab es laut der Markttransparenzstelle 2018 nur geringe Preisunterschiede, zu Ausnahmen kam es nur in einzelnen Zeiträumen. In der Regel bewegten sich die Kraftstoffpreise parallel zum Rohölpreis, ebenfalls mit wenigen Ausnahmen.

Anhand zweier Beispiele verdeutlichen die Experten, wie Autofahrer am besten sparen können:

Beispiel 1

Auf einer Pendelstrecke von etwa zehn Kilometern im Raum Bonn befinden sich 14 Tankstellen, die ohne größere Umwege angefahren werden können. Der durchschnittliche Preis an den betreffenden Tankstellen an einem gewöhnlichen Arbeitstag – getestet wurde an einem Mittwoch im März 2018 – war auf dem Rückweg zwischen 16 und 18 Uhr deutlich günstiger als auf dem Hinweg zwischen sieben und neun Uhr. Die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Preis auf dieser Route betrug in den beiden Zeiträumen über zehn Cent pro Liter.

Beispiel 2

Auf einer ausgewählten Urlaubsreise über 675 Kilometern von Berlin nach Garmisch-Partenkirchen an einem Samstag im Juli 2018 ließen sich sogar bis zu 25 Cent pro Liter sparen. Das macht etwa 15 Prozent der Spritkosten aus. Um günstigere Tankstellen neben der Autobahn anzufahren, seien keine großen zeitlichen Umwege notwendig gewesen.

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe erfasst die Preisdaten von mehr als 14.750 Tankstellen in Deutschland. Sie leitet die an sie gemeldeten Preisänderungen bei den Kraftstoffen an Verbraucher-Informationsdienste weiter. Diese Informationen können Autofahrer dann bei einer Vielzahl von Anbietern online und über Handy-Apps abrufen. Eine solche App für das Smartphone gibt es beispielsweise vom ADAC.

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