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20.09.2019

18:17

Steuerbetrug

Millionenbetrug mit „Bierkarussell“ – Fünf Jahre Haft für Komplizen

Eine Bande hat den Import von französischem Bier nach Deutschland vorgetäuscht, um die niedrigeren Biersteuern auszunutzen. Ein Würzburger Mittäter ist jetzt verurteilt.

Ein Würzburger hatte formal ein Bierlager voll mit französischem Bier angemeldet, um von der niedrigeren Deutschen Biersteuer zu profitieren. Reuters

Flaschen mit französischem Bier

Ein Würzburger hatte formal ein Bierlager voll mit französischem Bier angemeldet, um von der niedrigeren Deutschen Biersteuer zu profitieren.

Würzburg Weil er bei einem millionenschweren Steuerbetrug mit Hilfe eines sogenannten „Bierkarussells“ mitgeholfen hat, ist ein Würzburger am Freitag zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Würzburg ordnete für den schwer drogenabhängigen 42-Jährigen zudem eine sofortige Therapie an. „Das ist Ihre letzte Chance“, sagte der Vorsitzende Richter. Er sprach von einem „harten aber notwendigen Urteil“.

Eine international agierende Bande hatte den Import von französischem Bier nach Deutschland vorgetäuscht, um die in der Bundesrepublik niedrigeren Biersteuern auszunutzen. Die Gruppe soll laut Anklage versucht haben, von der vergleichsweise geringen Biersteuer in Deutschland zu profitieren. Der Würzburger hatte formal ein Bierlager voll mit französischem Bier angemeldet.

Doch nur einige Wagenladungen seien zum Schein nach Unterfranken gebracht worden. Tatsächlich soll das Bier aber nicht in sein Lager geliefert worden sein, sondern teils in Frankreich verkauft, teils nach Großbritannien geschmuggelt. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem „Bierkarussell“.

Knapp 3600 fingierte Lieferungen wurden dem 42-Jährigen vorgeworfen. Für die erfundenen Importe hat die Gruppe laut Anklage sechs Millionen Euro Steuern in Deutschland gezahlt – weniger als in anderen Ländern fällig geworden wären.

Etwa 700.000 Euro soll der Angeklagte als „Provision“ bekommen haben. Auch seine Frau habe Geld erhalten. Die französischen Behörden schickten einen 1500 Seiten umfassenden Steuerbescheid.

Der Würzburger hatte die Taten während des Prozesses über seinen Anwalt gestanden. Die französischen Hintermänner sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch unbekannt. Gegen einen Mittelsmann soll demnächst ebenfalls in Würzburg verhandelt werden.

Von

dpa

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