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08.07.2019

10:15

Steuertipp

Worauf Angehörige bei Pflegekosten achten müssen, damit das Finanzamt sich beteiligt

Von: Martina Schäfer

Kosten für Unterbringung und Verpflegung in einer Pflegeeinrichtung können die Steuerlast senken. Doch das Finanzamt stellt einige Bedingungen.

Bei der Finanzierung des Platzes unterstützen häufig Angehörige. dpa

Pflegeheim

Bei der Finanzierung des Platzes unterstützen häufig Angehörige.

München Der Verlust des gewohnten Zuhauses, das Bedauern über die nachlassenden Kräfte – beides ist für viele ältere Menschen bei einem Umzug ins Pflegeheim schon schwer zu verkraften. Hinzu kommt noch die Suche nach einen geeigneten Pflegeplatz und dort dann die hohen Kosten für die Unterbringung. In vielen Fällen leisten daher Angehörige finanzielle Unterstützung.

Genau dies tat auch ein Sohn, der für seine Mutter die Unterbringungskosten im Einbettzimmer einer Seniorenresidenz übernahm. Die von ihm getragenen Aufwendungen wollte er schließlich als Kosten für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen geltend machen. Das zuständige Finanzamt lehnte dies jedoch ab.

Seine Entscheidung begründete es damit, dass die Mutter im Pflegeheim keinen eigenen Haushalt führte. Erschwerend kam hinzu, dass der Sohn nicht gleichzeitig auch Empfänger der Leistungen war. Das Hessische Finanzgericht folgte dieser Einschätzung und wies im Anschluss die Klage ab.

In der darauf folgenden Revision bestätigte der Bundesfinanzhof (BFH) die Entscheidung der Vorinstanz (Az: VI R 19/17). Voraussetzung für eine Steuerermäßigung ist demnach, dass es sich um Zahlungen für die eigene Unterbringung im Pflegeheim oder einer Seniorenresidenz handelt. Eine Kostenübernahme durch Dritte – also auch durch nahe Angehörige – kann steuerlich nicht berücksichtigt werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Grundsätzlich können Steuerpflichtige ihre Kosten für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Das gilt auch für Zahlungen, die für eine Unterbringung in einem Seniorenheim oder für die dauerhafte Pflege entstehen.

Entscheidend ist hier, dass darin Aufwendungen für Dienstleistungen enthalten sind, die denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind. In solchen Fällen mindert sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 Prozent der Kosten oder maximal 4000 Euro.

Häufig wird als weitere Voraussetzung zum Erhalt der Steuerermäßigung ein eigener Haushalt in einer Seniorenresidenz oder im Pflegeheim genannt. Dies ist laut eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums jedoch nicht erforderlich. Stattdessen ist es ausreichend, wenn die Räume zur Haushaltsführung geeignet sind, individuell genutzt werden können und eine eigene Wirtschaftsführung glaubhaft gemacht wird.

Praxistipp:

Reichen die finanziellen Mittel und vorhandenes Vermögen der Eltern nicht, um eine notwendige Unterbringung im Pflegeheim oder einer Seniorenresidenz zu finanzieren, sind die Kinder bis auf wenige Ausnahmen unterhaltspflichtig. In diesem Fall können sie ihre Kosten als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Die geleisteten Zahlungen wirken sich dann abhängig von der individuell zumutbaren Belastung aus. Diese richtet sich nach dem Einkommen, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder. Überschreiten die geleisteten Aufwendungen für die Unterbringung im Pflegeheim die zumutbare Belastung, wirkt sich der darüber hinausgehende Betrag steuermindernd aus.

Ist dieser Steuertipp interessant für Sie? Weitere Beiträge finden Sie bei unserem Kooperationspartner Haufe.de.

Mehr zum Thema: Lesen Sie alles weitere zum Thema Steuererklärung in unserem 37-seitigen Ratgeber-Dossier – mit Tipps für Arbeitnehmer, für Familien, Studenten, Immobilienbesitzer, Anleger und Rentner.

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