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12.11.2018

10:33

Bei der Wahl des Tarifs sollten Versicherte die Konditionen genau vergleichen. dpa

Krankenkassen

Bei der Wahl des Tarifs sollten Versicherte die Konditionen genau vergleichen.

Steuertipp zu Sonderausgaben

Prämie für Krankenversicherte senkt den Steuerbonus

Von: Martina Schäfer

Wer mit seiner Krankenversicherung einen Selbstbehalt vereinbart, kann sparen. Das gilt aber nur, wenn man gesund bleibt – und das Finanzamt verdient auch mit.

München Gesundheit ist nicht nur ein hohes Gut. Eine stabile Gesundheit ihrer Versicherten spart den Krankenkassen auch bares Geld. Schließlich steigen die Kosten für Medikamente und moderne Behandlungen seit einigen Jahren enorm. Um ihre Mitglieder zu kostenbewusstem Verhalten anzuregen, können die gesetzlichen Krankenkassen ihnen seit 2007 Wahltarife anbieten.

Dabei tragen die Versicherten einen Teil ihrer Behandlungskosten selbst. Als Gegenleistung bekommen sie eine Geldprämie von maximal 600 Euro pro Jahr. Das mag verlockend klingen, hat aber auch Auswirkungen auf die Steuer.

So wird die Prämienzahlung steuerlich bewertet

In einem aktuellen Fall musste der Bundesfinanzhof (BFH) darüber entscheiden, wie eine solche Prämienzahlung steuerlich zu betrachten ist. Dabei ging es um einen Versicherten, der einen Wahltarif mit Selbstbehalt von 550 Euro vereinbart hatte.

Im Gegenzug stand ihm eine Prämie von 450 Euro zu, die er 2014 tatsächlich erhielt. In seiner Einkommensteuererklärung zog er diese Prämie allerdings nicht von den geltend gemachten Beiträgen zur Krankenversicherung ab.

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Das Finanzamt setzte die Prämienzahlung jedoch mit einer Beitragsrückerstattung gleich. Als Folge daraus verminderte es die Sonderausgaben um die 450 Euro. Dieser Einschätzung schloss sich nun auch der BFH in seinem Urteil an (Az: X R 41/17).

Begründet hat er seine Entscheidung damit, dass die wirtschaftliche Belastung des gesetzlich Krankenversicherten durch den Erhalt der Prämie sinkt. Genau diese Belastung ist aber die Grundlage für den Sonderausgabenabzug.

Prämienzahlungen an gesetzlich Krankenversicherte werden damit genauso behandelt wie eine Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung. In beiden Fällen erhält der Versicherte eine Belohnung dafür, dass er keine oder zumindest geringere Krankheitskosten verursacht hat.

Unterschied zwischen Prämien- und Bonuszahlung

Weitere Anreizsysteme, die gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten oft bieten, sind Bonusprogramme. Nehmen Versicherte an Gesundheitsmaßnahmen wie Check-ups, Sportprogrammen oder bestimmten Vorsorgeuntersuchungen teil, die nicht zum Leistungsangebot der Kasse gehören, werden sie dafür mit einem Bonus belohnt.

Weil die mit einer Bonuszahlung honorierten Maßnahmen des Versicherten nicht zum Leistungskatalog der Krankenkasse gehören, besteht dabei jedoch kein direkter Zusammenhang zum monatlich gezahlten Beitrag. Anders als die Prämie mindert ein Bonus daher den Sonderausgabenabzug nicht.

Praxis-Tipp:

Generell sollten gesetzlich Versicherte vor der Wahl eines Tarifs mit Selbstbehalt prüfen, ob sich dieser für sie lohnt. Dies ist nur dann der Fall, wenn sie gesund sind und daher mit geringen Behandlungskosten rechnen können. Da die Eigenbeteiligung immer höher als die Prämie ist, machen Versicherte bei größeren Behandlungen immer ein Verlustgeschäft.

Nicht berücksichtigt bei der Berechnung werden allerdings Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen. Wichtig zu bedenken bei der Tarifwahl ist außerdem: An einen Tarif mit Selbstbehalt sind Versicherte drei Jahre gebunden.

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