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21.04.2017

09:45 Uhr

Verbraucherschutz

Gegen mehr Datenabfragen an Ladenkassen

Verbraucherzentralen warnen vor dem Kleingeruckten auf Kassenbons: Handelsketten fragen oft nicht offen nach Kundendaten, sondern sammeln diese beim Zahlen mit EC-Karte und Unterschrift.

Verbraucherschützer warnen vor der Abfrage von Kundendaten durch das Zahlen mit EC-Karten. dpa

EC-Karten

Verbraucherschützer warnen vor der Abfrage von Kundendaten durch das Zahlen mit EC-Karten.

BerlinDie Verbraucherzentralen haben vor einem Abfragen weitergehender Kundendaten beim Zahlen mit EC-Karte und Unterschrift in Geschäften gewarnt. „Wir sind dagegen schon mal vorgegangen und haben Unternehmen abgemahnt“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir würden es im Zweifelsfall auch wieder tun, damit dieser einfache und praktische Weg nicht in irgendeiner Art und Weise missbraucht wird.“ Dass beim sogenannten Lastschriftverfahren Kontodaten für die eigentliche Zahlung abgefragt würden, sei angemessen und vernünftig.

Wie heikel ist das Kleingedruckte beim Zahlen an der Kasse?

In was willigt man ein?

Plakate mit Sonderangeboten, Preisschilder, bunte Packungen, Zutatenlisten: Einkaufen im Supermarkt bedeutet für die Kunden auch, viel zu lesen. Ausgerechnet an der Kasse, wenn es ums Zahlen mit der EC-Karte geht, schauen aber wohl die meisten gar nicht richtig hin – und unterschreiben kurzerhand auf dem Bon. Doch in was genau willigt man da eigentlich alles ein? Verbraucherschützer mahnen den Handel, Kunden im Kleingedruckten nichts unterzujubeln. Denn am praktischen Zahlverfahren per Signatur will keiner rütteln.

Quelle: dpa

Was steht auf den Kassenbons?

Auf dem Ausdruck können Kunden noch mal prüfen, was der Milchreis, das Schweinefilet und das Spülmittel gekostet haben – auch mit extra ausgewiesener Mehrwertsteuer. Die Unterschrift fürs Kartenzahlen kommt unter einen Text, der auch auf der Bon-Rückseite stehen kann. Mal sind es nur wenige Zeilen, mal samt Datenschutzhinweisen auch gut 15 Zentimeter Kleingedrucktes. Damit erlaubt der Kunde dem Händler, den Betrag vom Konto einzuziehen. Ist die Buchung nicht einlösbar, darf seine Bank seinen Namen und Adresse weitergeben. Über solche Fälle können dann auch bestimmte andere Händler informiert werden.

Wo ist das Problem?

An der Kasse muss es fix gehen. „Hand aufs Herz: Wer würde das Kleingedruckte hinten auf einem Bon lesen – zumal in der hektischen Situation des Bezahlvorgangs?“, fragt der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. Etwas Bequemlichkeit komme vielleicht dazu, schnell zu unterschreiben. Dabei sei es auch kein großes Verbraucherproblem, sondern angemessen und einfach, auf diese Weise in Zahlungen einzuwilligen. „Aber man sollte wachsam sein“, warnt Müller. Schwierig wäre es, wenn weitere Daten abgefragt würden. Und generell wollten Anbieter ja mehr zum Kaufverhalten wissen. „Wenn sie nicht offen und ehrlich danach fragen, sondern das in so eine Unterschriftserklärung hineinschummeln – das wäre nicht zulässig.“

Welche Rolle spielt das Zahlen mit Unterschrift?

Im gesamten Einzelhandel wird gut die Hälfte der Einkäufe immer noch bar bezahlt. Lastschriften mit EC-Karte plus Unterschrift kamen nach Marktforschungsdaten zuletzt auf einen Anteil von gut 14 Prozent. Das Verfahren sei ein über viele Jahre gelebtes Zahlsystem und den Kunden hinlänglich bekannt, heißt es etwa bei Rewe. Am Bon-Text seien „fast alle Kunden“ nicht interessiert. Teils steht er auch nur auf einem zweiten Exemplar, das die Kassiererin behält. Auf Wunsch könne aber jeder Kunde einen Ausdruck bekommen, sagt ein Rewe-Sprecher. In den Märkten gebe es außerdem Aushänge mit Informationen dazu.

Was sind Vorteile des Zahlens mit Unterschrift?

Viele Läden setzen auf eine Kombination mit dem sichereren System von EC-Karte plus Geheimzahl, das auf einen Anteil von 23 Prozent kommt. Hier garantiert die Bank direkt für die Zahlung, kassiert vom Händler aber bis zu 0,2 Prozent des Bon-Betrags als Gebühr – die entfällt bei der Variante mit Unterschrift. Die Wahl zwischen den beiden Methoden sichere einen günstigen Zahlungsweg, argumentiert der Handelsverband. Um Ausfallrisiken zu begrenzen, können Kassen in Abständen immer die Geheimzahl verlangen. Oder pro EC-Karte geht es nur einmal am Tag mit Unterschrift. Generell seien Lastschriften auch für Kunden sinnvoll, sagt vzbv-Chef Müller – sie sind leicht wieder rückgängig zu machen.

Müller verwies darauf, dass Handelsketten generell daran interessiert seien, mehr über das Kaufverhalten von Kunden zu erfahren. „Wenn sie nicht offen und ehrlich danach fragen, sondern das mal eben in so eine Unterschriftserklärung hineinschummeln – das wäre rechtlich nicht zulässig.“ Hintergrund ist auch, dass viele Kunden die klein gedruckten Texte auf Kassenbons vor dem Unterschreiben nicht lesen

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Von

dpa

Kommentare (1)

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G. Nampf

21.04.2017, 14:30 Uhr

Ein weiterer Grund um BAR zu bezahlen .

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