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12.01.2023

15:08

Reisen

Gericht: Pauschalurlauber können wegen Corona Geld zurück verlangen

Pauschalurlauber dürfen Geld zurückverlangen, wenn Corona-Maßnahmen ihre Reise beeinträchtigt haben. Das hat das höchste EU-Gericht entschieden. Die Klage kam aus Deutschland.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen mussten viele Urlauber zu Beginn der Pandemie auf die Sonne am Strand verzichten. imago images/Jochen Tack

Leere Strandkörbe auf Langeoog

Aufgrund der Corona-Maßnahmen mussten viele Urlauber zu Beginn der Pandemie auf die Sonne am Strand verzichten.

Luxemburg Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stärkt die Rechte von Urlaubern bei Corona-Einschränkungen. Pauschalreisende können unter bestimmten Umständen ihr Geld zurückverlangen, wenn die Reise von Corona-Maßnahmen durchkreuzt wurde. Das entschied der EuGH am Donnerstag in Luxemburg.

Die Richter mussten klären, ob Corona-Maßnahmen vertragswidrig sind – also dem widersprechen, was vor einer Pauschalreise vereinbart wurde.

Hintergrund ist ein Fall aus Deutschland. Die Kläger buchten im März 2020 eine zweiwöchige Reise auf die Kanarischen Inseln. Zwei Tage nach ihrer Ankunft dort wurden wegen der Corona-Pandemie die Strände gesperrt und eine Ausgangssperre verhängt. Im Hotel war der Zutritt zu Pools und Liegen verboten, das Animationsprogramm wurde komplett eingestellt.

Nach sieben Tagen endete die Reise – also deutlich früher als geplant. Die Kläger wollten daraufhin nur noch 30 Prozent des Preises für den Urlaub zahlen. Der Reiseveranstalter verweigerte dies, weil er nicht für ein solches „allgemeines Lebensrisiko“ einstehen müsse.

Die Richter trafen nun eine urlauberfreundliche Entscheidung: Corona-Maßnahmen können eine solche Vertragswidrigkeit darstellen. EU-Gesetzen zufolge haben Urlauber einen Anspruch darauf, dass der Preis für die Reise reduziert wird, wenn die Pauschalreise nicht vertragsgemäß erfüllt wird – es sei denn der Reiseveranstalter belegt, dass die Vertragswidrigkeit an den Reisenden lag.

Im Fall der Klage aus Deutschland müssen die Reiseveranstalter haften, unabhängig davon, ob ihnen die Probleme zugerechnet werden können. Nun geht der Fall zurück an das Landgericht München, das bei seiner Entscheidung die EuGH-Rechtsprechung berücksichtigen muss.

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Reiseveranstalter kritisierten das Urteil am Donnerstag als lebensfremd. „In der Ausnahmesituation einer Pandemie können allgemeine Lebensrisiken nicht weitgehend an Reiseanbieter ausgelagert werden“, sagte der Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband der Deutschen Presseagentur.

„Hier hätte der Europäische Gerichtshof mehr Augenmaß walten lassen sollen, statt eine einseitige Entscheidung zu Lasten von Reiseanbietern zu fällen – zumal auch am Wohnort staatliche pandemiebedingte Grundrechtseinschränkungen galten.“ Genau dieser Punkt, nämlich dass zur gleichen Zeit am Heimatort ähnliche Corona-Einschränkungen galten, spielt dem EuGH zufolge aber keine Rolle. Die Verbraucherzentrale NRW begrüßte die Entscheidung dagegen als ein positives Urteil für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Von

dpa

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