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06.01.2022

14:00

Dienstfahrrad versteuern dpa

Dienstfahrrad versteuern: Alle Infos im Überblick

Erfahren Sie hier, wie Sie ihr Dienstfahrrad von der Steuer absetzen können. 

E-Bike vom Chef

So versteuern Arbeitnehmer ihr Dienstfahrrad

Bekommen Arbeitnehmer ein Dienstrad statt eines Dienstwagens vom Arbeitgeber gestellt, winken satte Steuervorteile. Unter bestimmten Umständen ist das Firmenfahrrad für Arbeitnehmer sogar steuerfrei.

Düsseldorf Im ersten Coronajahr 2020 wurden 16,9 Prozent mehr Fahrräder verkauft als im Vorjahr. Das zeigen die Daten des Zweirad-Industrie-Verbands. Grund dafür sei mehr Geld, weil viele Urlaube ausgefallen sind, sagte ein Experte dem Handelsblatt. Statt ein herkömmliches Rad zu kaufen, griffen die Deutschen öfter als noch 2019 zum Elektrorad.

Dieser Trend ist europaweit zu beobachten. Dem Branchenverband Cycling Industries Europe zufolge stieg der Absatz 2020 um ein Viertel auf 4,5 Millionen E-Bikes. Da die Nachfrage weiterhin hoch ist, sind Schnäppchen selten. So gaben die Deutschen durchschnittlich 1279 Euro im vergangenen Jahr für ein Rad aus. Wer nicht so viel Geld für ein (Elektro-)Fahrrad ausgeben kann, hat eine andere Möglichkeit. Manche Unternehmen bieten sogenannte Diensträder an.

Es kann als Beigabe zum Gehalt kommen, per Gehaltsumwandlung oder als Leasing. Welches Modell sich lohnt, müssen Arbeitnehmer einmal durchrechnen. Wichtig: Wer das dienstliche E-Bike oder Fahrrad privat nutzen will, muss das vertraglich vereinbaren. Alle wichtigen Fakten zum Dienstrad im Überblick.

Wie wird das Dienstrad versteuert?

Wird dem Arbeitnehmer vom Chef ein Firmenfahrrad zum Beispiel per Gehaltsumwandlung für die private Nutzung gestellt, gilt grundsätzlich bei Überlassung: 

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    Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer das Dienstfahrrad vor dem 31. Dezember 2018 überlassen:

    • Der gesamte Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme wird auf volle 100 Euro abgerundet. Ein Prozent von diesem Betrag wird versteuert.

    Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer das Dienstfahrrad nach dem 31. Dezember 2018 für das Kalenderjahr 2019 überlassen:

    • Der Bruttolistenpreis des Fahrrads wird halbiert und anschließend auf volle 100 Euro abgerundet. Ein Prozent von diesem Betrag wird versteuert.

    Ab dem 1. Januar 2020 (auch geltend für Diensträder die nach dem 31. Dezember 2018 überlassen wurden):

    • Der Bruttolistenpreis des Rads wird zuerst geviertelt. Ein Viertel des Preises wird auf volle 100 Euro abgerundet. Von diesem Betrag wird ein Prozent verteuert. 

    Wurde das Fahrrad vor dem 1. Januar 2019 vom Arbeitgeber bereits einem anderen Arbeitnehmer überlassen, muss die bis Ende 2018 geltende Regel weiterhin angewandt werden. Der Zweitnutzer hat in diesem Fall nichts von den ab 2019 geltenden Steuervorteilen.

    Fakt ist: Bis zum 31. Dezember 2018 wurde ein Firmenrad steuerlich ebenso behandelt wie ein Firmenwagen. Beim Erhalt eines (Elektro-)Fahrrads vom Arbeitgeber vor 2019 galt daher noch die Ein-Prozent-Regel. Dabei musste ein Prozent des gesamten  Bruttolistenpreises für die private Nutzung als geldwerter Vorteil versteuert werden. 

    Wird das E-Bike oder Fahrrad dem Mitarbeiter als Zugabe, also zusätzlich zum Gehalt, auch für private Zwecke zur Verfügung gestellt, ist der geldwerte Vorteil steuerfrei. Das gilt aber nur, wenn das Firmenrad nach dem 31. Dezember 2018 in Betrieb genommen wurde.

    Beispielrechnungen zur Dienstfahrrad-Versteuerung

    Vor 2019:

    Bruttolistenpreis (Elektro-)Fahrrad2595 Euro
    Abrunden auf volle 100 Euro2500 Euro
    1 Prozent der UVP25 Euro
    Zu versteuernder Betrag25 Euro

    Ab dem 1. Januar 2019 für das Kalenderjahr 2019:

    Bruttolistenpreis (Elektro-)Fahrrad2595 Euro
    Halbierte UVP1297,50 Euro
    Abrunden auf volle 100 Euro1200 Euro
    1 Prozent12 Euro
    Zu versteuernder Betrag12 Euro

    Ab dem 1. Januar 2020:

    Bruttolistenpreis (Elektro-)Fahrrad2595 Euro
    Viertel der UVP648,75 Euro
    Abrunden auf volle 100 Euro600 Euro
    1 Prozent6 Euro
    Zu versteuernder Betrag6 Euro

    Was muss bei Anschaffung eines Elektrofahrrads beachtet werden?

    Die oben genannten Regelungen gelten für Elektroräder, wenn sie verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen sind. Das heißt, sie unterliegen keiner Kennzeichen- oder Versicherungspflicht. Ist ein Elektrofahrrad aber als Kraftfahrzeug einzuordnen, zum Beispiel bei E-Bikes, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 Kilometer pro Stunde unterstützt, gelten diese Steuerregeln nicht. 

    Besteht vom Arbeitnehmer das Interesse, das Firmenfahrrad nach dem Leasing sehr günstig zu kaufen, sollte Folgendes beachtet werden:

    Das Kaufinteresse sollte erst zum Ende des Leasings bekundet werden. In keinem Fall sollte ein Kauf des Fahrrads bei Anschaffung vertraglich vereinbart werden.

    Es droht eine Steuerfalle. Wichtig ist, dass der Mitarbeiter nicht selbst zum Leasingnehmer wird, sondern auf ein Kaufangebot des Leasingnehmers eingeht.

    Wer darf mein Firmenrad nutzen?

    Neben dem Mitarbeiter, der die Nutzungsrechte vom Arbeitgeber erhalten hat, dürfen in aller Regel auch die Familienmitglieder des Arbeitnehmers das Rad nutzen. Die private Nutzung des Firmenfahrrads ist entweder im Arbeitsvertrag oder in einem Überlassungsvertrag festgelegt.

    Wie teuer darf mein Dienstfahrrad sein?

    Jedes Rad, das während der Fahrt keine Emissionen ausstößt und verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist, kann als Dienstrad genutzt werden. Wichtig ist, dass es nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde fährt. Zudem muss es weniger als 60.000 Euro kosten. Dann gelten die zuvor genannten Steuervorteile.

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