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11.04.2022

14:00

Kolumne

Frauenquote für Europa: Leben wir wirklich in einer modernen Gesellschaft?

Von: Alexander Pradka

Es ist ein Armutszeugnis, etwas so Selbstverständliches wie die Gleichstellung von Mann und Frau bei der Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten gesetzlich regeln zu müssen.

Die Bundesregierung stimmte im März der EU-Führungspositionen-Richtlinie zu. dpa

Bürogebäude

Die Bundesregierung stimmte im März der EU-Führungspositionen-Richtlinie zu.

Von einem „Meilenstein für die Gleichstellung in der Europäischen Union“ sprach das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, als Mitte März die Bundesregierung der EU-Führungspositionen-Richtlinie zugestimmt hatte. Das hat lange genug gedauert, zehn Jahre lang war diese Zustimmung aus Deutschland nicht zu bekommen.

Immerhin gibt es in der Bundesrepublik bereits das Führungspositionengesetz und hinsichtlich der Richtlinie keinen Umsetzungsbedarf. Eigentlich ist es aber schon ein Armutszeugnis, etwas so Selbstverständliches wie die Gleichstellung von Mann und Frau bei der Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten gesetzlich regeln zu müssen. Wobei „Gleichstellung“ das falsche Wort ist, es geht stets um Quoten unterhalb der 50 Prozent. Aber: Anders als mit Zwang scheint ein Umdenken in unserer Gesellschaft offenbar nicht einzusetzen.

Und auch wenn es sehr schleppend vorangeht mit den Frauen an der Spitze von Unternehmen: In den „Mixed Boards“ liegt die Zukunft. Studien belegen, dass Frauen eher dort Führungsaufgaben übernehmen, wo bereits eine Geschlechtsgenossin Mitentscheiderin ist.

Unternehmen mit diesen Strukturen etablieren gerade eine kulturelle Veränderung und könnten Vorbildcharakter für andere entwickeln, über Ländergrenzen hinweg. Eine Jubelarie müssen wir nicht anstimmen. Ein Grundstein für ein Haus ist gelegt, das längst gebaut sein sollte.

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    Alexander Pradka ist Assessor juris und leitender Redakteur der Fachzeitschrift „Unternehmensjurist“.

    Dieser Artikel stammt aus der Kooperation zwischen dem Handelsblatt und der Fachzeitschrift „Unternehmensjurist“.

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