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24.11.2022

15:43

Steueränderung

Aufschub für Händler von Silbermünzen bei neuer Steuerregel

Von: Laura de la Motte

Der Steuervorteil für beliebte Silbermünzen aus dem EU-Ausland fällt weg. Für Händler hätte das existenzbedrohende Folgen haben können. Jetzt gewährt das Finanzministerium eine Schonzeit.

Silbermünzen aus dem EU-Ausland werden künftig bei der Einfuhr höher besteuert. E+/Getty Images

American Eagle

Silbermünzen aus dem EU-Ausland werden künftig bei der Einfuhr höher besteuert.

Frankfurt Edelmetallhändler atmen auf. Die Ende September vom Bundesfinanzministerium (BMF) verkündete Änderung der Einfuhrsteuer für bestimmte Silbermünzen tritt doch nicht sofort in Kraft. In einem neuen Schreiben teilte das BMF am Donnerstag mit, eine Übergangsfrist bis 30. November 2022 zu gewähren.

Wie das Handelsblatt berichtet hatte, überraschte die Verkündung der geänderten Besteuerung die Branche, da sie ohne vorherige Konsultation veröffentlicht wurde. Zudem sollte sie „für alle offenen Fälle“ greifen. Das hätte zu hohen Steuernachzahlungen geführt, die für einige Händler existenzbedrohend hätten sein können.

Die Steueränderung betrifft die besonders bei Kleinanlegern beliebten Silbermünzen American Eagle, Krügerrand, Maple Leaf oder Känguru. Diese waren bisher dank einer geminderten Umsatzsteuer bei gleichem Wert oft günstiger als zum Beispiel die Münze Wiener Philharmoniker. Doch dieser Steuervorteil ist gar nicht mit EU-Recht vereinbar, stellte das Finanzministerium klar, nachdem die Finanzämter und Zollbehörden diese Praxis gleichwohl viele Jahre lang angewandt haben.

Problematisch an der Verkündung des BMF war die Anwendung auf „alle offenen Fälle“. Denn Steuerbescheide von Unternehmen sind in der Regel vier Jahre rückwirkend noch änderbar.

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    Im schlimmsten Fall hätten Händler die verkauften Münzen der letzten vier Jahre nachversteuern müssen – aus eigener Tasche. Unklar war dabei auch, wie mit bereits eingeführten, aber noch nicht verkauften Münzen umgegangen werden sollte.

    Wirtschaftliche Risiken für Händler sind gebannt

    Mit der jetzt veröffentlichten Nichtbeanstandungsregelung stellte das BMF klar, dass es von der Finanzverwaltung nicht beanstandet wird, wenn Unternehmen auf alle betroffenen Silbermünzen bis zum 30. November 2022 den ermäßigten Steuersatz anwenden. Außerdem werde nicht beanstandet, wenn Silbermünzen, die als „Sammlungsstücke“ behandelt werden, bis einschließlich 31. Dezember 2022 geliefert werden.

    Der Branchenverband Fachvereinigung Edelmetalle und einige Unternehmen der Branche hatten sich an das BMF gewandt und die Problematik erläutert. Sie trafen offensichtlich auf Verständnis. „Wir begrüßen, dass das Bundesfinanzministerium und die Finanzministerien der Länder den sachlichen Argumenten der Branche zugänglich war und eine schnelle und praktikable Lösung für die Edelmetallhändler gefunden wurde“, sagt York Tetzlaff, Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle. „Das bedeutet Rechtssicherheit für die Vergangenheit, und die wirtschaftlichen Risiken, die sich durch die Rechtsanpassung für einige Händler ergeben hatten, konnten so ausgeräumt werden.“

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