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13.04.2017

11:02 Uhr

Teuerungsrate für März

Inflation wieder auf dem Rückzug

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich deutlich abgeschwächt. Noch im Februar hatten höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise die Inflation deutlich nach oben getrieben.

Ein Kraftstoff-Tropfen hängt an einer Tankstelle am Auslass einer Zapfpistole. Höhere Ölpreise hatten noch im Februar die Inflation in Deutschland nach oben getrieben. dpa

Benzinpreis

Ein Kraftstoff-Tropfen hängt an einer Tankstelle am Auslass einer Zapfpistole. Höhere Ölpreise hatten noch im Februar die Inflation in Deutschland nach oben getrieben.

WiesbadenDie Preise in Deutschland steigen erstmals seit rund einem Jahr wieder langsamer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Jahresteuerungsrate im März bei 1,6 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit am Donnerstag vorläufige Daten. Im Februar hatten höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise die Rate noch auf 2,2 Prozent gemessen am Vorjahr getrieben. Zum letzten Mal waren die Verbraucherpreise im April 2016 gesunken - auf damals minus 0,1 Prozent.

Zwar mussten Verbraucher auch im März mehr für Energie (plus 5,1 Prozent) und Nahrungsmittel (plus 2,3 Prozent) zahlen als im Vorjahr. Vor allem leichtes Heizöl (plus 25,2 Prozent) und Sprit (plus 11,9 Prozent) wurden teurer. Allerdings schwächte sich der Preisanstieg deutlich ab, Gas war sogar billiger als im Jahr zuvor. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im März der Behörde zufolge bei 1,2 Prozent gelegen.

Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Weil Ostern in diesem Jahr anders als 2016 im April liegt, waren Pauschalreisen im März 7,1 Prozent günstiger als im Vorjahr. Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte die Jahresteuerungsrate tendenziell weiter sinken. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im März um 0,2 Prozent.

Inflationsrate in Deutschland
von April 2016 bis April 2017
in Prozent

Nach früheren Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag auch die Inflation im Euroraum im März mit 1,5 Prozent unter dem EZB-Zielwert von knapp unter zwei Prozent, bei der die Notenbank Preisstabilität gewahrt sieht. Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Diese Politik ist vor allem in Deutschland umstritten, auch weil sie Sparer belastet.

Zuletzt hatten Spekulationen die Runde gemacht, die Notenbank könnte noch vor Jahresende die Zinsen erhöhen. EZB-Chef Mario Draghi erteilte diesen jedoch jüngst eine Absage: „Eine Neubewertung unserer derzeitigen Geldpolitik ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen.“

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Die Inflationsrate im März 2017 wurde – wie in den letzten Monaten – vor allem durch die Preisentwicklung bei Energie geprägt. Der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresniveau war mit 5,1 Prozent jedoch deutlich niedriger als im Februar 2017 (plus 7,2 Prozent). Dies gilt insbesondere für leichtes Heizöl mit einem Plus von 25,2 Prozent (Februar 2017: plus 43,8 Prozent) und für Kraftstoffe mit plus 11,9 Prozent (Februar 2017: plus 15,6 Prozent).

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im März 2017 mit plus 2,3 Prozent höher als im März 2016. Im Februar 2017 hatte die Teuerung der Nahrungsmittel noch bei plus 4,4 Prozent gelegen. Erheblich teurer als ein Jahr zuvor waren im März 2017 vor allem Speisefette und Speiseöle, der Preis für Butter stieg um 33,8 Prozent..

Die im Vergleich zum Vormonat niedrigere Inflationsrate wurde im März 2017 zudem durch den deutlichen Preisrückgang bei Pauschalreisen (minus 7,1 Prozent) beeinflusst. Dies ist in erster Linie auf einen Kalendereffekt durch die Lage von Ostern (2017: Mitte April; 2016: Ende März) zurückzuführen.

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