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05.06.2019

16:27

US-Notenbank

Fed ist bereit, Geldpolitik zur Stützung des Wachstums anzupassen

Die globalen Handelsstreitigkeiten beschäftigen die US-Notenbank. Die Fed-Direktorin Lael Brainard gibt nun einen weiteren Hinweis auf eine Zinssenkung.

Die einflussreiche Direktorin brachte als eine der ersten Fed-Vertretern, die eine Zinssenkung ins Spiel brachte. AP

Lael Brainard

Die einflussreiche Direktorin brachte als eine der ersten Fed-Vertretern, die eine Zinssenkung ins Spiel brachte.

Washington/New York Angesichts der zunehmenden Spannungen in den Handelsstreitigkeiten der USA steht die US-Notenbank Fed bereit, die Wirtschaft mit einer Zinssenkung zu stärken. Die einflussreiche Direktorin Lael Brainard sagte dem Netzportal „Yahoo Finance“ am Mittwoch, die Währungshüter seien darauf vorbereitet, die Geldpolitik bei Bedarf zur Stützung des Wachstums anzupassen. Auch wenn die Wirtschaft rund laufe, gingen von der Handelspolitik Risiken für die Konjunktur aus: „Wir müssen sehen, was das im weiteren Verlauf für die Geldpolitik bedeutet.“

Der Chef der Fed-Bezirks Dallas, Robert Kaplan, plädierte dafür, vorerst weiter „geduldig“ zu agieren und die Entwicklung abzuwarten. Allerdings hätten die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Mexiko eine „abschreckende Wirkung“ auf Unternehmer.

Zuletzt hatte Kaplans Kollege James Bullard aus St. Louis ebenfalls unter Verweis auf die Zolldrohungen davon gesprochen, dass eine Zinssenkung schon „bald“ erforderlich werden könnte. An den Märkten wird inzwischen fest damit gerechnet, dass die US-Notenbank spätestens im Dezember, womöglich aber schon im Sommer mit Zinssenkungen beginnt.

Der Leitzins liegt derzeit in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Die Fed hatte ihn 2018 wegen der brummenden Wirtschaft mehrfach angehoben. Angesichts des Handelsstreits und der schwächeren Weltwirtschaft fuhren die Währungshüter dieses Jahr auf Sicht und tasteten den Schlüsselsatz nicht an. Laut US-Währungshüter Kaplan würde ein Zinsschritt nach unten derzeit dafür sorgen, dass die Wirtschaft angeschoben würde. Die Fed soll stabile Preise sichern und Vollbeschäftigung fördern.

Die Zahlen vom Arbeitsmarkt blieben am Mittwoch weit unter den Erwartungen: So schufen US-Firmen im Mai nur 27.000 Jobs, wie der Personaldienstleister ADP zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der niedrigste Stellenzuwachs seit März 2010 - damals steckten die USA in den Nachwehen der Finanzkrise in der Rezession. Von Reuters befragte Experten hatten mit 180.000 neuen Stellen gerechnet.

„Es wird deutlich, dass die US-Unternehmen angesichts des sich immer weiter zuspitzenden Handelskonflikts vorsichtiger werden“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Entscheidend wird jetzt sein, wie sich Arbeitslosenquote und Stellenzuwachs in den kommenden Monaten entwickeln. Dann wird sich zeigen, welche Spuren der Handelskonflikt tatsächlich am Arbeitsmarkt hinterlässt.“

Die ADP-Zahlen bieten einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag. Fed-Direktorin Brainard sagte, die Notenbank werde die Jobdaten genau unter die Lupe nehmen und sie daraufhin analysieren, wie es um den Arbeitsmarkt bestellt sei.

Mehr: Der US-Präsident setzt die Aktienmärkte unter Druck, Fed-Chef Powell beflügelt sie wieder. Damit spannt Trump letztlich die Notenbank für seine Zwecke ein.

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rtr

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