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06.12.2018

21:41

Altersvorsorge

Warum es sich lohnt, private Rentenverträge regelmäßig zu prüfen

Von: Anke Rezmer

Verträge zur Riester- oder Rürup-Rente sind kompliziert. Umso wichtiger ist es deshalb, sie immer wieder anzupassen, damit die Rendite stimmt.

Zu den Plänen, die immer überprüft werden sollten, gehört vor allem die Riester-Rente, denn sie hat komplexe Bedingungen. dpa

Altersvorsorge

Zu den Plänen, die immer überprüft werden sollten, gehört vor allem die Riester-Rente, denn sie hat komplexe Bedingungen.

FrankfurtWenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, lohnt es sich, einen Blick in die Verträge für die Altersvorsorge zu werfen. Um keine Förderung zu verschenken, empfiehlt es sich, die Sparpläne von Zeit zu Zeit zu überprüfen.

„Altersvorsorgeverträge gehören zu der Sorte Vereinbarungen, die man regelmäßig neu einstellen sollte“, sagt Stefan Schießer von der Frankfurter Honorarberatung. Zu den Plänen, die immer überprüft werden sollten, gehört die Riester-Rente. Sie hat komplexe Bedingungen. „Die Riester-Rente zählt zu den pflegebedürftigen Verträgen“, konstatiert daher Berater Schießer.

Mehr als die geförderten Beiträge sollte man nicht einzahlen, meint er – da Riester-Verträge meist teuer sind und die Renditen daher oft überschaubar, soweit sie nicht auf der staatlichen Förderung beruhen.

Für die Riester-Versicherungen sowie die entsprechenden Fonds-, Bank- und Immobilienverträge gibt es eine jährliche Zulage von 175 Euro für den Vertragsinhaber, 185 Euro für Kinder, die vor 2008 geboren sind, und 300 Euro für jüngeren Nachwuchs. Die Förderung läuft so lange wie das Kindergeld.

Die Zulagen muss man allerdings beantragen. Und in den vergangenen Jahren hat das mehr als ein Fünftel der gut 16 Millionen Riester-Rentner nicht getan. Bis zum Jahresende kann man noch Zulagen für 2016 anfordern. Am einfachsten ist es, einen Dauerantrag zu stellen, der dann automatisch Jahr für Jahr weiterläuft.

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Alternativ zu den Zulagen kann man einen Steuervorteil geltend machen. Dann werden Beiträge von bis zu vier Prozent des zu versteuernden Einkommens, höchstens 2 100 Euro pro Jahr, steuerfrei in den Vertrag eingezahlt. Das Finanzamt prüft automatisch, welche Förderung mehr bringt.

Wer nicht die volle Summe einzahlt, erhält anteilige Förderung. Daher sollten die Verträge angepasst werden, wenn ein Kind kommt, sich das Einkommen ändert und zum Beispiel ein Ehepartner nicht mehr sozialversicherungspflichtig ist. Wer nicht direkt förderberechtigt ist, kann in der Regel mittelbar über seinen Ehepartner einen Vertrag abschließen.

Er oder sie muss dann pro Jahr mindestens 60 Euro einzahlen und für einen Monat Sozialversicherungsbeiträge entrichten. Überprüfen lassen sollte ein Riester-Sparer seinen Vertrag bei dem Berater, der den Vertrag vermittelt hat – mit der Provision für den Abschluss sind solche Arbeiten abgegolten.

Auch die geförderte Vorsorge für Selbstständige und Gutverdiener, die Rürup- oder Basisrente, sollte regelmäßig überprüft werden. Dort können deutlich höhere Beträge im Jahr steuerfrei eingezahlt werden als bei Riester. Für 2018 sind es 23 712 Euro, Mit den Bemessungsgrenzen für die Sozialversicherung steigen die abzugsfähigen Beiträge. Ehepartner können dieselbe Summe einzahlen, als Angestellte müssen sie aber Sozialversicherungsbeiträge abziehen.

Als „Rürup-Rente für jedermann“ bezeichnet Berater Schießer freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rente. Dies können in der Regel über 50-Jährige machen, wenn sie beitragsfreie Zeiten ausgleichen wollen oder ohne Abschläge etwas früher in den Ruhestand gehen möchten. Hier gelten dieselben steuerfreien Beiträge wie für die Rürup-Rente.

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