MenüZurück
Wird geladen.

27.11.2018

15:55

Neue Studie

Weniger Deutsche spenden, aber dafür höhere Summen

Die Deutschen gelten als Spendenweltmeister. Doch zuletzt zeigten sie sich knausriger. Immer weniger Bürger spenden – dafür steigen die einzelnen Summen.

Rund 16,5 Millionen Privatleute gaben von Jahresbeginn bis Ende September etwa 3,3 Milliarden Euro an gemeinnützige Organisationen und Kirchen. dpa

Spenden

Rund 16,5 Millionen Privatleute gaben von Jahresbeginn bis Ende September etwa 3,3 Milliarden Euro an gemeinnützige Organisationen und Kirchen.

BerlinIn Deutschland gibt es nach einer aktuellen Untersuchung immer weniger, aber dafür großzügigere Spender. Rund 16,5 Millionen Privatleute gaben von Jahresbeginn bis Ende September etwa 3,3 Milliarden Euro an gemeinnützige Organisationen und Kirchen. Das geht aus einer Erhebung im Auftrag des Deutschen Spendenrates hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Damit gebe es zwar eine halbe Million weniger Spender als im Vorjahreszeitraum, aber ein Einnahmenplus von sechs Prozent, teilte der Verband mit. Er rechnet mit einem „sehr guten“ Ergebnis von 5,4 bis 5,5 Milliarden Euro bis Ende 2018 - das wäre mehr als in den beiden Vorjahren.

Die meisten Spender seit Beginn der Erhebung - 29,9 Millionen - waren im Vergleichszeitraum 2005 erfasst worden. Diese Zahlen standen noch unter dem Einfluss des Tsunamis in Thailand Ende 2004 und wurden seitdem nicht annähernd wieder erreicht. Schrumpfende Einnahmen verzeichnen der Untersuchung zufolge insbesondere konfessionelle Organisationen. Am meisten spenden Menschen über 70 Jahre.

Über die Gründe für den Rückgang der Spender könne man nur mutmaßen, sagte die Geschäftsführerin des Spendenrats, Daniela Geue, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Womöglich spiele bei der Spendenbereitschaft von Senioren im Unterschied zu Jüngeren eine Rolle, dass viele selbst noch Entbehrung und Leid aus Kriegszeiten kennen.

Aber auch verändertes Spendenverhalten könne eine Rolle spielen, sagte Geue. Manche Junge verstünden Spenden unter Umständen nicht mehr klassisch als Unterstützung gemeinnütziger Organisationen – sie gäben zum Beispiel eher Geld für Crowdfunding im Internet.

Jahresbericht der Welthungerhilfe: Schlechte Politik statt Dürre – die tatsächlichen Gründe von Hungersnot

Jahresbericht der Welthungerhilfe

Schlechte Politik statt Dürre – die tatsächlichen Gründe von Hungersnot

In mehr als 50 Ländern auf der Welt hat die Bevölkerung nicht genug Nahrung. Dürre und Überschwemmungen können den Hunger verschlimmern, doch verantwortlich ist die Politik.

Anhand monatlicher Selbstauskünfte von 10.000 Deutschen ab zehn Jahren beziffert der Verband die durchschnittliche Spende auf 35 Euro (Vorjahre: schwankend zwischen 26 bis 35 Euro). Drei Viertel des gesamten Spendenaufkommens flossen laut Angaben in die humanitäre Hilfe.

Unter den Ereignissen, die in den vergangenen Monaten zu Spenden führten, nennt der Spendenrat etwa die Dürre in Afrika zu Jahresbeginn, die Überflutungen in Indien im August sowie den Taifun auf den Philippinen im September. Ein Viertel der Spender ist aber auch ohne besonderen Anstoß bereit, etwas zu geben.

Einen Spendenrekord von 5,5 Milliarden Euro hatte es 2015 gegeben. Unter anderem die Ankunft vieler Flüchtlinge in Deutschland hatte die Hilfsbereitschaft steigen lassen. Seitdem gingen die Spenden an Flüchtlinge wieder zurück. Zuwächse - ausgehend von niedrigen Niveaus - gab es nun im Vergleich zu den Ergebnissen von vor einem Jahr bei Zwecken wie Sport, Umwelt- und Naturschutz sowie Tierschutz.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×