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Schuldneratlas

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Gefahr von Altersarmut

Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen haben Personen zwischen 30 und 39 Jahren mit 19 Prozent die höchste Überschuldungsquote. Dahinter folgen die Unter-Dreißigjährigen mit 14,5 Prozent. Die geringste Überschuldung gibt es bei den über 70-Jährigen, nur 1,3 Prozent von ihnen sind überschuldet. Allerdings gab es in dieser Gruppe prozentual gesehen den größten Anstieg, aktuell sind 16 Prozent mehr in den Miesen als im vergangenen Jahr. Die Autoren des Schuldenatlas warnen deshalb, dass sich der Trend zur Altersüberschuldung weiter fortsetzt. Da das Leistungsniveau der Rentenversicherung nicht mehr ausreiche, würden auch immer mehr Senioren arbeiten gehen. Dennoch stieg auch die Zahl der Privatinsolvenzen von älteren Verbrauchern.

Bei der Verteilung zwischen den Geschlechtern sind weiterhin Männer stärker betroffen – exakt 12,7 Prozent der männlichen und sechs Prozent der weiblichen Verbraucher sind überschuldet. Allerdings holen die Frauen auf. Dies steht in Zusammenhang mit dem Aufbrechen der klassischen Rollenverteilung. Inzwischen übernehmen Frauen gleichberechtigt die Verantwortung für das Erzielen von Einkommen, aber auch für Schulden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind zudem alleinerziehende Frauen und alleinlebende Männer überproportional häufig von Überschuldung betroffen.

Hier verdienen die Menschen am meisten

Verfügbares Einkommen

Die Einkommensstatistik zeigt, in welchen Städten, Gemeinden und Kreisen, am meisten verdient wird. Das verfügbare Einkommen umfasst das Geld, dass Haushalten zufließt, um es auszugeben oder zu sparen. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2014, veröffentlicht worden sind sie im Oktober 2016. Das durchschnittliche verfügbare Einkommen je Einwohner in Deutschland betrug 2014 demnach 21.117 Euro im Jahr.

Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder

Platz 10

Im Main-Taunus-Kreis verfügen die Einwohner über durchschnittlich 25.785 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 6,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 27 Prozent

Platz 9

In der Stadt München verfügen die Einwohner über durchschnittlich 25.838 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 2,6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 14 Prozent

Platz 8

lm Landkreis Mainz-Bingen verfügen die Einwohner über durchschnittlich 26.177 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 8,9 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 38 Prozent

Platz 7

Im Kreis Olpe verfügen die Einwohner über durchschnittlich 27.125 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 10,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 47 Prozent

Platz 7

lm Landkreis Miesbach in Oberbayern verfügen die Einwohner über durchschnittlich 27.168 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 6,6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 26 Prozent

Platz 5

lm Stadtkreis Baden-Baden verfügen die Einwohner über durchschnittlich 29.043 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 5,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 17 Prozent

Platz 4

lm Hochtaunuskreis in Hessen verfügen die Einwohner über durchschnittlich 29.288 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 13 Prozent

Platz 3

Im Landkreis München verfügen die Einwohner über durchschnittlich 29.954 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 4,8 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 25 Prozent

Platz 2

Im Landkreis Starnberg in Oberbayern verfügen die Einwohner über durchschnittlich 34.915 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 5,3 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 19 Prozent

Platz 1

lm Stadtkreis Heilbronn verfügen die Einwohner über durchschnittlich 41.707 Euro im Jahr. Der Grund ist ein prominenter Bürger: Lidl-Gründer Dieter Schwarz ist für den hohen Durchschnittswert verantwortlich.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 3,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 131 Prozent

Der Überschuldungstrend steht insgesamt im Gegensatz zum stetig steigenden Vermögen der Deutschen. So ist nach Angaben der Deutschen Bundesbank das Geldvermögen der privaten Haushalte auf 5,3 Billionen Euro gestiegen. Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich also weiter. Auch eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland viele Besserverdiener ihr Geld sparen und mit steigendem Einkommen und Vermögen auch die Sparquoten steigen. Menschen in der unteren Hälfte der Einkommensverteilung würden sich dagegen eher verschulden.

Auch für die kommenden Monate ist nach Ansicht der Studienautoren nicht davon auszugehen, dass die Überschuldungszahlen in Deutschland sinken werden. Sie weisen zudem auf eine Warnung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) von Ende Juni 2016 hin. Dort war von einer „riskanten Dreierkonstellation aus ungewöhnlich niedrigem Produktivitätswachstum, beispiellos hohen globalen Schuldenständen und einem äußerst engen wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum“ die Rede.

Dieses „Trilemma“ werde, so die Befürchtung, auch vor dem Hintergrund des Brexit, die Weltwirtschaft und damit auch die Verbraucher in eine neue ökonomische Abwärtsspirale führen. Die Bank forderte deshalb auch von den Staaten eine Abkehr vom „schuldenfinanzierten Wachstumsmodell“.

Kommentare (17)

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Herr Peter Lustig

10.11.2016, 12:27 Uhr

Hach welch Wunder!
Wenn man 8,50€ (oder viel weniger wie manch ein Kleinunternehmer und (Schein) Selbstständiger), dann nutzt auch die geschönte Arbeitslosenquote sowie Konjunktur nichts....

Frau Annette Bollmohr

10.11.2016, 12:42 Uhr

„Ein übermäßiger Konsum ist allerdings nicht die Ursache.“

Und wer in einer nicht selbst verschuldeten Notlage ist, hat in einer humanen Gesellschaft Anspruch auf die Solidarität und Hilfe der Allgemeinheit. Sollte man jedenfalls meinen.

Vor allem aber auf ein Mitspracherecht bei der Gestaltung von deren Politik, damit er gar nicht erst in die missliche Lage kommt, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.

Das hat was mit Menschenwürde und "freier Entfaltung der Persönlichkeit", genauer:den allgemein anerkannten (jedenfalls formal, d.h. auf dem Papier) Menschenrechten zu tun.

Herr Percy Stuart

10.11.2016, 13:12 Uhr

Das habe ich schon vor Monaten hier geschrieben.
Viele angeblich gutbürgerliche deutsche Mittelstandsexistenzen sind auf Pump gebaut.
Mittelklassewagen auf Pump, Konto im dauerhaften Dispo, Lebenshaltung finanziert mit VISA-Plastikgeld aus dem Automaten, Wohnungseinrichtung auf Pump, Immobilie auf Pump.
Bricht der Arbeitsplatz weg, fordert die Bank die sofortige Rückzahlung der angehäuften Verbildlichkeiten, war es dass dann mit der Existenz.
Dicker Eintrag bei SCHUFA & Co. erledigt dann den Rest.

Klar, kommt jetzt sofort der Reflex der Besserwisser, Du musst dich ja nicht verschulden, selbst schuld an deiner Situation.
Aber wie sonst, soll man als Normalverdiener bei Steuerklasse 1 mit 2.200- 2.500 € brutto im Monat in einer mittelgroßen Stadt denn überhaupt noch über die Runden kommen?
Andererseits haben in der Vergangenheit diejenigen mit hohen Sparquoten (Sparbuch, LV usw.), unheimlich viel von der Verschuldung profitiert. Irgendwoher mussten die Zinsgewinne ja kommen, die bei den Sparern auf der Habenseite gutgeschrieben wurden. Es gibt eben nicht nur Habenzinsen, sondern auch Schuldzinsen. Plastikgeldzinsen gewegen sich nochmals in ganz anderen Dimensionen, selbst heute beiu Draghis Nullzinspolitik. VISA ruft glaube ich bis zu 18 % Zins für Plastikkartenverschuldung ab. Dazu geht der Trend zu solchen Ratenrückzahlungs-Kreditkarten, die auch heute eine regelrechte Zinsmaschine ist. Amazon.de bietet glaube ich, solch ein Modell in Verbindung mit einer Landesbank an.





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