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08.12.2010

21:44

Allianz geht voran

Versicherer sägen an den Renditen

Von: Christoph Sandt

Die Allianz senkt die Zinsen für Lebens- und Rentenversicherungen auf ein Rekordtief von 4,1 Prozent, die Überschussbeteiligung wird gesenkt. Viele Konkurrenten ziehen nach, denn der Marktführer beeinflusst die Konkurrenten.

Die Allianz senkt die Verzinsung ihrer Policen dpa

Die Allianz senkt die Verzinsung ihrer Policen

Die Lebensversicherer werfen oft Nebelkerzen, wenn sie schlechte Nachrichten zu überbringen haben. Die Allianz Leben teilte heute unter dem Titel "Überschussbeteiligung auf hohem Niveau" mit, dass die laufende Verzinsung ihrer Policen das zweite Jahr in Folge sinkt, pardon angepasst wird - von 4,5 auf 4,3 auf 4,1 Prozent. Der Branchenzweite in dem Geschäft, die Wiesbadener R+V, brachte vor einer Woche sogar das Kunststück fertig, die Überschussbeteiligung für 2011 mitzuteilen, ohne zu sagen, ob sie sinkt, stabil bleibt oder steigt. Ein Blick ins Archiv brachte Klarheit: Der Versicherer der Volks- und Raiffeisenbanken schraubte die Rendite zurück.

Dabei brüsten sich die Anbieter damit, dass für die Kunden am Kapitalmarkt so viel wie bei ihnen nicht zu holen ist. Das ist richtig. Doch die Renditerechnung geht aus Kundensicht nur auf, wenn sie jahrzehntelang bis zum Ende der Laufzeit einzahlen. Dann gibt es sogar noch einen Schlussbonus (siehe Kasten), der sich aktuell bei der Allianz etwa auf 0,6 Prozent beläuft, so dass eine Gesamtverzinsung von 4,7 Prozent herauskommt.

Bedarf des Kunden ignoriert

Doch Verbraucherschützer monieren, dass in der Branche viele dieser langfristigen Policen für die Altersvorsorge nicht bedarfsgerecht verkauft werden und im Ergebnis jeder zweite Kunde seine Police vorzeitig kündigt. Das ist dann meist ein Verlustgeschäft. Hinzu kommt, dass die Versicherer die Zinsen nur auf den Sparanteil gutschreiben, also zunächst etwa Kosten für die Vermittler und die Verwaltung abziehen. Das sind im Branchenschnitt rund 20 Prozent.

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    Und die Verzinsung dürfte weiter sinken, weil die Versicherer stark unter dem Zinstief leiden. Denn sie legen den überwiegenden Teil ihrer Kapitalanlagen in Anleihen an. In Aktien können oder wollen sie nicht umschichten, weil diese Anlagen als riskanter eingestuft werden als festverzinsliche. Daher profitieren die Lebensversicherer und ihre Kunden auch nicht vom Anstieg der Aktienmärkte.

    Kommentare (3)

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    UK

    08.12.2010, 22:57 Uhr

    Ja, das ist das alte Problem mit dem Risiko. Deutsche Versicherer haben einen zu klein gewichteten Aktienanteil und wie gesagt die Zinsen sind niedrig. No risk no fun!
    Empfehlenswerter sind hier Versicherer aus UK. ihr Aktienanteil ist deutlich höher was sich in den letzten Jahren positiv bemerkbar macht.

    Rainer Zufall

    09.12.2010, 11:17 Uhr

    Finger weg von Lebensversicherungen in Zeiten von inflation und Finanzchaos. Wer es noch nicht wusste, auch Versicherungen legen ihr Geld an.
    Zum beispiel in Pfandbriefe oder Staatsanleihen, dazu geben Sie das Geld erstmal den banken (z.b. der HRE). Na, fällt der Groschen? Ob eine großzügige Rettung von banken in Zukunft erfolgt, steht in den Sternen.
    Eins ist sicher: der Schnitt wird kommen, dann ist eure Kohle vielleicht nur noch 2/3 Wert oder weniger. Also kauft euch von dem Geld lieber was schönes.

    Vergiss Es

    09.12.2010, 15:44 Uhr

    Der kurzfristige Zinsrückgang seit letztem Jahr dürfte bei dem langfristigen Anlage-Portfolio der Versicherer kaum so schnell durchschlagen.
    Glaube daher eher, dass hier wieder einmal Quersubventionierung z.b. für Einmalprämiengeschäfte
    stattfindet. Zu Lasten der bestandskunden versteht sich. Auf die muss man sowieso keine Rücksicht mehr nehmen, da das Neugeschäft seit 2005 weniger als dürftig ist. Und die bafin schweigt 8-((

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