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03.12.2010

10:15

Gewinnbeteiligung

Lebensversicherer senken die Zinsen

Von: Christoph Sandt

Die Lebensversicherer versuchen, bei der laufenden Verzinsung der Policen mindestens vier Prozent zu halten. Sie kommen dieser Schwelle immer näher: Die genossenschaftliche R+V hat als Erster die Überschussbeteiligung für ihre Kunden im kommenden Jahr von 4,3 auf 4,1 Prozent gesenkt.

Die Allianz gibt die Richtung vor. DAPD

Die Allianz gibt die Richtung vor.

FRANKFURT. Die genossenschaftliche R+V senkt als erster großer Lebensversicherer die Überschussbeteiligung für ihre Kunden im kommenden Jahr, und zwar von 4,3 auf 4,1 Prozent. Damit bestätigt der zweitgrößte deutsche Lebensversicherer den Trend, den Branchenfachleute vorhersagen: Die Bundesbürger müssen sich 2011 im dritten Jahr in Folge mit tendenziell sinkenden Renditen ihrer rund 95 Millionen Lebensversicherungen abfinden.

Die Experten schätzen, dass die Anbieter ihre Überschussbeteiligung für das kommende Jahr von durchschnittlich knapp 4,2 Prozent auf rund vier Prozent senken werden. Der wichtigste Grund sind die niedrigen Zinsen für sichere Anlagen. Zudem füllen die Lebensversicherer ihre Kapitalpuffer wieder auf. Diese hatten sie in den vergangenen beiden Jahren angegriffen, um die laufende Verzinsung, die sich aus Garantiezins und Überschussbeteiligung ergibt, nicht zu stark abzusenken. Denn diese Zahl ist wichtig, um neue Kunden zu werben.

Warten auf Branchenführer Allianz

"Die Überschussbeteiligung dürfte im gesamten Markt etwas runtergehen, aber wohl über der Vier-Prozent-Marke bleiben", prognostiziert Lars Heermann, Bereichsleiter Lebensversicherungen bei der Kölner Ratingagentur Assekurata. Diese Einschätzung teilen viele Branchenfachleute. Vor drei Jahren hatte die laufende Verzinsung noch 4,4 Prozent und vor dem Aktiencrash 2001 über sieben Prozent betragen.

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    Die laufende Verzinsung setzt sich aus dem Garantiezins von derzeit 2,25 Prozent und der Gewinnbeteiligung der Anbieter zusammen. Je besser ein Versicherer mit dem Geld seiner Kunden wirtschaftet, desto mehr kann er gutschreiben. Die Spanne zwischen den Anbietern ist weit. Für 2010 etwa reicht sie von 3,58 Prozent bei der Inter bis 4,80 Prozent bei der Europa.

    Kommentare (3)

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    Andra Kass

    03.12.2010, 13:43 Uhr

    Oh, ihr guten, gutgläubigen Lebensversicherten! Es wird noch dick und dicker kommen! Meine Großmutter hatte auch die schönen Policen, die sie in den 30ern fleißig bespart hat, aufgehoben bis zuletzt. Geldmäßig läuft alles, aber auch alles auf ein erneutes Kriegsende, zum Glück ohne Krieg, hinaus. Wenn die mühsam mit Rettungsgeld hochgestützten Staatsanleihen der PiGS trotz allem krachen werden, ist's aus mit der LV, denn dorthin ist es doch alles verbrieft weorden , nicht wahr, das brav und fleißig angesparte deutsche Sparergeld. Oh weh, oh weh, ich höre aus der Zukunft viel Heulen und Zähneknirschen!

    Herbert

    06.12.2010, 11:00 Uhr

    von einem seriösen Wirtschaftsmagazin würde ich etwas mehr Genauigkeit erwarten. Die laufende Verzinsung beinhaltet im Allgemeinen nicht nur einen Garantiezins von lediglich 2,25%. Vielmehr hängt die Höhe des Garantiezinses davon ab, wann die Police abgeschlossen wurde. Der Garantiezins allein kann durchaus schon 4% betragen. Selbstverständlich zzgl. Überschussbeteiligung!

    Frank

    07.12.2010, 16:14 Uhr

    Ein Glück wenn man in diesem Fall Aktien hat/hatte. Siemensaktien, mit Goldmark im Ersten Weltkrieg gekauft, sind glücklicherweise heute in Euro´s einzutauschen. Durch 2 Währungsreformen hindurch den Wert gehalten. Aber das ist ja sooooo eine risikobehaftete Anlage.

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