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03.03.2022

14:59

Ranking 2022 Sachversicherungen

Mit diesen Policen sind Sie gut geschützt

Von: Dirk Wohleb

Das Angebot an Policen im Bereich Haftpflicht, Rechtsschutz, Hausrat und Wohngebäude ist vielfältig. Worauf Versicherte bei der Auswahl achten müssen und welche Produkte im Test überzeugen.

Ranking 2022: Diese Sachversicherungen bieten den besten Schutz. imago/Marius Schwarz

Wassermassen nach Starkregen in Hagen

Gegen die finanziellen schweren Folgen von Unwettern versuchen sich immer mehr Menschen mit Versicherungen zu schützen.

Düsseldorf Die Folgen des Klimawandels sind in Deutschland sichtbar. Meteorologen berichten häufiger über Starkregen. „2021 war das Jahr der schlimmsten Flutkatastrophe seit Jahrzehnten – ausgelöst durch großflächigen Dauerregen und Starkniederschläge. Wir erleben die Folgen des Klimawandels live“, sagt Tobias Fuchs, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltberatung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Mehr Menschen wollen sich vor den Folgen schützen.

„Wir stellen seit der Hochwasserkatastrophe eine spürbar gestiegene Nachfrage nach Elementarversicherungen fest“, sagt Uwe Schumacher, Vorstandschef der auf Wohngebäudeversicherung spezialisierten Gesellschaft Domcura. Dafür benötigen Versicherte für ihre Hausrat- und Wohngebäudeversicherung meist einen zusätzlichen Baustein.

Zu den Sachversicherungen zählen auch Haftpflicht- und die Rechtsschutzpolicen. Durchblick im Dschungel des Angebots verschafft das Ranking der Ratingagentur Franke und Bornberg. Die Versicherungsexperten haben für das Handelsblatt Policen für unterschiedliche Musterfälle unter die Lupe genommen. „Egal um welche Versicherung es sich handelt, immer sollte die Qualität im Vordergrund stehen“, empfiehlt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur. Daher geht das Rating, das die Qualität der Policen anhand unterschiedlicher Kriterien bewertet, zu 70 Prozent in die Gesamtwertung ein. Der Preis macht 30 Prozent der Note aus.

Welche Sachversicherung wichtig ist, hängt von den individuellen Risiken ab: „Versicherte sollten sich genau überlegen, welche Versicherung und welchen individuellen Schutz sie genau benötigen“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. So sei es unverzichtbar, das eigene Haus oder die Eigentumswohnung auch gegen Elementarschäden abzusichern.

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    „Immobilienbesitzer sollten sich nicht darauf verlassen, dass der Staat im Schadensfall dafür aufkommt, wie das bei der Flutkatastrophe 2021 der Fall war“, erklärt Grieble. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann fordert schon länger eine Pflichtversicherung für Hausbesitzer.

    Ein Muss ist für jeden die Haftpflichtversicherung. Sie kommt für die finanziellen Folgen von Schäden auf, die ein Mensch zum Beispiel durch einen von ihm verursachten Unfall zu verantworten hat. Dabei können Schäden in Millionenhöhe entstehen. „Ohne ausreichenden Versicherungsschutz kann das den finanziellen Ruin bedeuten“, betont Franke.

    Dagegen ist eine Hausratversicherung für einen Studenten mit einem kleinen Haushalt und wenig Wertgegenständen nicht unbedingt ein Muss. Dagegen ist aber auch für ihn eine private Haftpflichtversicherung unverzichtbar. Eine Rechtsschutzversicherung kann für einen Arbeitnehmer sinnvoll sein, der eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat. Immer wieder kommt es zu Konflikten mit Versicherungen. Denn dann kann er ohne zusätzliche Kosten seinen Anspruch vor Gericht prüfen lassen.

    Generell empfiehlt es sich, nicht nur bei einem Neuabschluss einer Versicherung das Angebot der Versicherungen gründlich zu vergleichen. Auch wer schon lange eine Haftpflichtversicherung oder eine andere Police besitzt, sollte sich immer wieder über Alternativen informieren. Die Policen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und bieten mehr Leistungen.

    Methodik des Rankings

    Der Musterfall

    Eine Familie schließt für die Elternteile und zwei Kinder eine Haftpflichtversicherung ab. Alle untersuchten Policen haben eine Deckungssumme in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro. Schäden durch deliktunfähige Personen sind abgesichert. Die Policen sind auch mit einer Forderungsausfalldeckung ausgestattet: Die Versicherung kommt für Schäden von einem Dritten auf, der selbst keine Haftpflichtversicherung besitzt und für die Kosten nicht aufkommen kann. Die Police schließt auch Schäden bei Gefälligkeitshandlungen ein: Wenn zum Beispiel der Nachbar im Urlaub auf die Wohnung aufpasst und dabei eine wertvolle Vase versehentlich fallen lässt. Die Policen sehen keine Selbstbeteiligung vor. Die Versicherungen kommen also vollständig für Schäden auf.

    Die Bewertung

    Die qualitative Bewertung der Policen anhand zahlreicher Kriterien macht 70 Prozent der Gesamtnote aus. Dafür ist das von Franke und Bornberg entscheidend. Die Preise der Policen machen 30 Prozent der Gesamtbewertung aus.

    Deswegen sollten Versicherte immer wieder prüfen, ob ihre Police nach wie vor den besten Schutz bietet. „Versicherungen müssen nur auf Nachfrage über bessere Angebote informieren“, kritisiert Grieble. Verbraucherschützer fordern, dass sie von sich aus aktiv darüber ihre Kunden unterrichten müssen. Grieble empfiehlt, bei den Versicherungen regelmäßig eine Anfrage zu starten.

    Ein Versicherungsmakler muss über bessere Angebote informieren, wenn er mit dem Kunden spricht. Ein regelmäßiges Jahresgespräch kann sich lohnen. So bleiben Versicherte immer auf dem neuesten Stand und kommen in den Genuss der besten Tarife.

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