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24.09.2022

10:49

Ranking

Kleine Fondsgesellschaften überzeugen mit spezialisierten Angeboten – Das sind die besten Anbieter

Von: Heinz-Peter Arndt

Fondsanbieter mit klarem Schwerpunkt können sich in der jetzigen Börsenlage gut behaupten. Das schwierige Umfeld hat sich aber auf die Gesamtnoten der Gesellschaften ausgewirkt.

Spezialisten bei kleinen Fondsgesellschaften können für Anleger die allgemeine Entwicklung übertreffen. Bloomberg

Börsenhandel

Spezialisten bei kleinen Fondsgesellschaften können für Anleger die allgemeine Entwicklung übertreffen.

Köln Bei der Kommunikation mit Kunden wie bei der Geldanlage gilt für den Schweizer Vermögensverwalter Quantex gleichermaßen: „No Nonsense.“ So beschreibt der Anbieter auf der Homepage seine Anlagephilosophie. In fünf mehrfach preisgekrönten Fonds zieht Quantex auch gegen den Mainstream und fern von Indizes eine disziplinierte Strategie durch.

Die Gesellschaft setzt auf günstig bewertete Aktien von Firmen mit stabilen Cashflows, hoher Preismacht, geringem Investitionsbedarf und möglichst langfristig fixierten Schulden. Eine Strategie, die sich rentiert. In der Assekurata-Analyse erreichte Quantex in diesem Jahr als Neuzugang mit seinem „Global Value Fund“ 87 Punkte und ist damit die beste Fondsgesellschaft (siehe Grafik unten).

Zum dritten Mal hat Assekurata im Jahr 2022 zusätzlich zu den Versicherern auch die Fondsgesellschaften bewertet. Dazu wurden alle Fonds, die die Versicherer in ihren Policen haben, den jeweiligen Anbietern zugeordnet. Der Mittelwert der einzelnen Fondsbewertungen ergibt jeweils die Note für die Fondsgesellschaft. Rankings gibt es für die Gesamtheit der Fonds und für einzelne Kategorien wie etwa „Aktien global“ oder „Mischfonds flexibel“.

„Die Unterschiede bei den Fondsgesellschaften sind deutlich ausgeprägter als im Ranking der Versicherungsgesellschaften“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. Im Vergleich zu Primus Quantex mit seinen 87 Punkten kommt Loys als schwächste Gesellschaft mit einem bewerteten Fonds nur auf 14 Punkte.

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    Das schwierige Börsenumfeld hat sich auf die Gesamtnoten der Fondsgesellschaften ausgewirkt. „Es gibt weniger Topbewertungen und mehr Ausreißer nach unten als im Vorjahr“, sagt Lars Heermann. „Insgesamt aber fallen wie bei den Versicherern die Noten für die Fondsgesellschaften weiterhin überdurchschnittlich aus.“ Immerhin 59 von 129 erreichten mit 60 Punkten und mehr die Note „sehr gut“, die besten 25 erzielten sogar 69 Punkte und mehr.

    Daneben schnitten 37 mit „gut“ (50 bis 59 Punkte) und 21 mit „befriedigend“ (40 bis 49 Punkte) ab. Nur eine Minderheit von zwölf Gesellschaften erreichte weniger als 40 Punkte und musste sich mit „ausreichend“ begnügen – zwei mehr als im Vorjahr. Hinter Quantex belegen die britische Legal & General und die französische Natixis Rang zwei und drei.

    Wie Quantex und Vorjahressieger Brown Advisory, der diesmal Rang elf erreicht, sind auch diese beiden Gesellschaften nur mit einem einzigen Fonds in den getesteten Tarifen vertreten. Unter den besten 25 Vertretern des Segments „sehr gut“ hat kein einziger mehr als sieben Fonds in den Versicherungspolicen platziert. Oft haben diese Gesellschaften auch kaum mehr Produkte. „Vermögensverwalter und spezialisierte Fondsgesellschaften sind stark fokussiert und liefern dann in ihren Nischen oft Topleistungen“, erklärt Lars Heermann.

    Auch Fondsgesellschaften mit hohem Nachhaltigkeitsanteil können punkten

    Das gilt auch für die Schweizer Bellevue Asset Management, die sich auf Healthcare- und Biotechnologiefonds konzentriert und im Ranking mit zwei Fonds und 77 Durchschnittspunkten Rang neun belegt. Die Frankfurter Investmentboutique Lupus Alpha ist auf Small und Mid-Caps spezialisiert und landet bei 70 Punkten. Auch Fondsgesellschaften mit einem hohen Nachhaltigkeitsanteil können punkten. Dazu gehört die Schweizer Swisscanto, die mit immerhin sieben Fonds einen respektablen Durchschnitt von 67 Punkten erzielt. Die skandinavische Nordea schafft mit 13 Fonds im Durchschnitt 65 Punkte.

    „Beide Gesellschaften sind zwar nicht ausschließlich auf Nachhaltigkeit fokussiert. Sie beschäftigen sich aber schon lange mit dem Thema und haben entsprechende Flaggschifffonds aufgebaut“, sagt Moritz Gribat, der beim Versicherer Cosmos für die Auswahl der nachhaltigen Fondspalette verantwortlich ist.

    Je mehr Fonds eines Anbieters in den Portfolios der Versicherer verwendet werden, umso schwieriger sind Top-Plätze im Ranking zu erreichen. Denn kaum eine Gesellschaft kann in allen Kategorien gleichermaßen überzeugen. Immerhin 14 Fondsgesellschaften mit einer zweistelligen Fondszahl im Test schaffen dennoch die Note „sehr gut“. Am besten schneiden mit 68 Punkten Flossbach von Storch sowie mit 66 Punkten die französische BNP und die Schweizer Pictet ab. Pictet ist für Themenfonds zum Beispiel rund um das Anlagefeld „Wasser“ bekannt.

    Als beste deutsche Fondsgesellschaft mit über zehn Fonds schafft die Münchner DJE das „sehr gut“. Vorstandschef Jens Ehrhardt gründete sein Unternehmen vor 48 Jahren. Der Doyen unter den deutschen Vermögensverwaltern kennt sich sowohl bei Aktien wie bei Anleihen gut aus. Entsprechend gewinnt DJE im diesjährigen Ranking auch die Teilwertung „Globale Mischfonds ausgeglichen“ mit weitem Abstand.

    Bei den größten deutschen und internationalen Playern der Fondsbranche geht dagegen die Tendenz zur Mitte. DWS schafft mit 60 Punkten noch ein knappes „sehr gut“ und Allianz Global Investors mit 56 Punkten ein „gut“. Der weltweit größte Geldanleger Blackrock reiht sich mit 55 Punkten ein und die einstmals viel gerühmte Gesellschaft Franklin Templeton landet mit 17 Fonds und 50 Durchschnittspunkten im Mittelfeld.

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