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11.10.2018

09:49 Uhr

Welthandel

IWF-Chefin Lagarde verteidigt US-Notenbank nach Attacke von Trump

IWF und Weltbank tagen im indonesischen Nusa Dua. Zur Eröffnung widersprach Christine Lagarde dem US-Präsidenten, der die US-Notenbank harsch kritisiert hatte.

IWF-Chefin: Christine Lagarde geht auf Distanz zu Donald Trump Reuters

IWF-Direktorin Christine Lagarde

IWF-Chefin Christine Lagarde betont, die Regeln des Welthandels hätten allen Nationen Nutzen gebracht.

Nusa DuaMit einer deutlichen Abfuhr an die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump hat IWF-Chefin Christine Lagarde die Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank eröffnet. Das System des weltweiten Handels dürfe nicht zerstört werden, sagte sie zur Eröffnung des Treffens am Donnerstag in Nusa Dua (Indonesien).

Auf der Insel Bali kommen noch bis zum Samstag mehr als 30.000 Vertreter der internationalen Finanzelite zusammen. Unter anderem wird auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erwartet, der sich mit seinen Amtskollegen der G20 berät.

Lagarde räumte einen Reformbedarf des Handelssystems unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) ein – wie schon tags zuvor deren Präsident Roberto Azevêdo. Ihre Forderung: „Repariert es, aber zerstört es nicht.“ Die Regeln des Welthandels hätten allen Nationen genutzt.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim hatte zuvor erklärt, die Welt brauche „mehr Handel, nicht weniger“. Die Globalisierung habe Millionen Menschen aus der Armut geführt. Diese Entwicklung müsse weitergehen.

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Lagarde fuhr Trump auch bei dessen Kritik an der US-Zentralbank Federal Reserve in die Parade. Trump hatte erklärt, die US-Notenbank sei wegen ihrer raschen Zinserhöhungen „verrückt geworden“. Lagarde sagte, Notenbankchef Jerome Powell und sein Vorstand wirke sehr solide und seriös. „Ich würde ihn nicht mit Verrücktheit in Verbindung bringen.“

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Die Strafzölle seien kaum geeignet, um das hohe Leistungsbilanzdefizit sinken zu lassen, sie erreichten das genaue Gegenteil, kritisiert Weidmann.

Die IWF-Chefin hatte bereits zuvor betont, Zentralbanken müssten ihre Zinsbeschlüsse entsprechend ökonomischen Indikatoren treffen. Wenn das Wachstum stark und die Arbeitslosigkeit extrem niedrig sei, müssten sie „die Entscheidungen treffen, die sie treffen“, betonte die frühere französische Finanzministerin.

Die Federal Reserve hat in diesem Jahr schon drei Mal den Leitzins in den USA erhöht, ein vierter Schritt erscheint wahrscheinlich. Trump befürchtet offensichtlich vor den Kongresswahlen, dass der Boom in der US-Wirtschaft dadurch gebremst werden könnte. Am Mittwoch war es zu einem deutlichen Kurssturz an den US-Börsen gekommen. Trump spricht im Wahlkampf stets von Börsenrekorden während seiner Präsidentschaft.

Der starke Dollar und die steigenden Zinsen in den USA sind allerdings ein Problem für die Weltwirtschaft. Der IWF befürchtet etwa Kapitalabflüsse aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Zudem könnten in US-Dollar aufgenommene Schulden für diese Staaten und dort angesiedelte Unternehmen sehr teuer werden.

Der Fonds bemängelt nicht zuletzt deshalb den hohen Schuldenstand. Mit 182 Billionen Dollar, mit denen öffentliche und private Haushalte weltweit in der Kreide stehen, sei ein Rekordstand erreicht - 60 Prozent mehr als vor der Finanzkrise im Jahr 2007.

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Die Weltwirtschaft wächst zwar mit einer stattlichen Jahresrate von 3,5 Prozent. Doch die gute Konjunktur wird von vielen Risiken begleitet.

Der IWF hatte bereits am Dienstag in seinem Weltwirtschaftsbericht die Wachstumsprognose für die globale Wirtschaft zurückgenommen. Während noch im April mit einem Wachstum von 3,9 Prozent für die Jahre 2018 und 2019 gerechnet worden war, wurde diese Einschätzung nun auf 3,7 Prozent zurückgenommen.

„Die Wirtschaft ist stark, aber sie ist nicht stark genug“, sagte Lagarde. Für Deutschland sieht der Fonds sogar eine Korrektur von 0,9 Prozentpunkten für 2018 auf nur noch 1,9 Prozent.

Die Regulierung der Finanzmärkte sei noch nicht abgeschlossen, weshalb es auch ein Problem der Absicherung gebe. „Wir sind sicherer, aber wir sind nicht sicher genug“, meinte Lagarde mit Blick auf einen Vergleich zur Situation vor der Finanzkrise vor zehn Jahren. „Jeder kleine Wechsel in der Windrichtung kann Kapitalabflüsse bewirken.“

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dpa

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