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24.05.2022

12:41

Weltwirtschaftsforum

EZB-Chefin Lagarde: „Im Moment sehen wir keine Rezession im Euro-Raum“

Die Notenbankchefin beteuert, dass sie den jetzigen Zeitpunkt für angemessen gehalten habe, um das Ende von Negativzinsen in Aussicht zu stellen. Eine Rezession sieht sich nicht als Basisszenario.

Christine Lagarde betont, dass die EZB bei der Zinspolitik nicht hinter den USA hinterherhinke. Reuters

EZB-Präsidentin

Christine Lagarde betont, dass die EZB bei der Zinspolitik nicht hinter den USA hinterherhinke.

Davos Christine Lagarde sieht den Euro-Raum derzeit nicht auf eine Rezession zusteuern. Das sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg TV auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Im Moment sehen wir keine Rezession im Euro-Raum.“

Lagarde sagte, sie habe den künftigen Weg der Geldpolitik in einem Blogbeitrag am Montag dargelegt, um „Erwartungen zu begegnen, die nicht unbedingt begründet waren“. Man befinde sich derzeit eindeutig an einem Wendepunkt. „Ich hielt es für angemessen, zu diesem Zeitpunkt zu erklären, wohin die Reise geht, in welche Richtung die Reise geht, was das Ziel auf relativ kurze Sicht ist und was auch unser Zielpunkt ist“, sagte Lagarde.

Die EZB-Chefin hatte am Montag ein Ende der Negativzinsen bis Ende September in Aussicht gestellt. Am Dienstag bekräftigte die Französin, dass die Zinsen Ende des dritten Quartals wieder im positiven Bereich liegen könnten. Dies bedeute, dass das Niveau bei null oder „leicht darüber“ liegen könne. „Das ist etwas, was wir auf der Basis unserer Projektionen und unserer Orientierungslinie entscheiden werden“, fügte die Französin hinzu.

Der französische Notenbanker Francois Villeroy de Galhau sagt dagegen in einem Interview auf dem Weltwirtschaftsforum, eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Konsens im EZB-Rat. Das spricht für Zinsschritte um 0,25 Punkte. „Es wird eine Normalisierung unserer Geldpolitik sein, es ist keine Straffung“, sagte Villeroy dazu. „Was wir tun ist, vom Gaspedal zu gehen.“

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    Der Einlagensatz der EZB liegt derzeit bei minus 0,5 Prozent. Das bedeutet, dass Banken Gebühren zahlen müssen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Zentralbank parken. Der eigentliche Leitzins – der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz – liegt bei null Prozent.

    Lagarde betonte zudem, dass die EZB bei der Zinspolitik nicht hinter den USA hinterherhinke. Die Lage in der Euro-Zone unterscheide sich stark von der in den Vereinigten Staaten.

    Lagarde will im Kampf gegen Inflation nichts überstürzen

    Die Notenbank wird sich laut Lagarde nicht dazu drängen lassen, ihre geldpolitischen Stimuli überstürzt zurückzunehmen, um die Inflation einzudämmen. Diese lag im Euro-Raum im April bei 7,4 Prozent – das ist fast viermal so hoch wie das EZB-Preisstabilitätsziel von zwei Prozent.

    „Ich glaube nicht, dass wir uns im Moment in einer Situation steigender Nachfrage befinden“, sagte Lagarde. „Es handelt sich definitiv um Inflation, die durch die Angebotsseite angeheizt wird.“ In dieser Situation müsse man sich natürlich in die richtige Richtung bewegen, aber: „ Wir dürfen nichts überstürzen und nicht in Panik geraten.“

    Die US-Notenbank Fed hatte im März ihre Zinswende eingeleitet. Sie hat im Mai die größte geldpolitische Anhebung seit 22 Jahren folgen lassen und weitere Schritte in Aussicht gestellt. Die EZB kauft jedoch noch weiter Anleihen auf und hat erst für Juli eine Zinswende signalisiert.

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