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16.08.2022

13:41

Wertpapiere

Commerzbank kämpft mit Problemen bei Jahressteuerbescheinigungen

Von: Yasmin Osman

Die Commerzbank lagerte die Wertpapierabwicklung aus. Deshalb verzögert sich bei einigen Kunden mit mehreren Depots nun die Ausstellung von Bescheinigungen.

Eine vierstellige Zahl von Commerzbank-Kunden war von einer Verzögerung bei der Ausstellung von Jahressteuerbescheinigungen betroffen. dpa

Commerzbank-Logo

Eine vierstellige Zahl von Kunden war von einer Verzögerung bei der Ausstellung von Jahressteuerbescheinigungen betroffen.

Frankfurt Die Commerzbank hat Probleme bei der Ausstellung einiger Jahressteuerbescheinigungen für das Jahr 2021. Die Bank bestätigte auf Anfrage, dass es in bestimmten Fällen zu Verzögerungen gekommen ist. Betroffen sind nach Angaben einer Sprecherin Kunden, die mehrere Depots bei dem Institut führen.

Eigentlich muss die Commerzbank Kunden mit mehreren Konten und Depots eine gebündelte Erträgnisaufstellung ausstellen. Dazu hätte das Institut seine Software anpassen müssen. Dabei kam es aber zu Verzögerungen.

Hintergrund ist ein gescheitertes IT-Großprojekt des Instituts: Die Bank wollte ursprünglich die Wertpapierabwicklung an die britische Großbank HSBC auslagern. Damit wäre auch die Verantwortung für die Ausstellung der steuerlichen Gesamtübersicht für die Wertpapierdepots an HSBC übergegangen.

Doch im Sommer 2021 stoppte Commerzbank-Chef Manfred Knof das Projekt wegen vieler Schwierigkeiten. Damit wanderte die Verantwortung für diese Bescheinigungen wieder zurück an die Commerzbank.

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    Commerzbank: Hunderte Kunden sind betroffen

    Von dem Problem soll eine vierstellige Zahl an Kunden betroffen sein, hieß es in Finanzkreisen. Wie viele Kundendepots die Commerzbank insgesamt führt, ist unbekannt, ebenso die Zahl der Kunden, die mehrere Depots führen.

    Die Commerzbank-Sprecherin betonte, die zuständigen Teams würden „mit Hochdruck“ daran arbeiten, die Probleme zu lösen. Größtenteils seien die Probleme bereits abgearbeitet, in einigen Fällen sei dies aber noch nicht geschehen.

    Ein systematisches Problem sei dem Institut nicht bekannt. Reuters

    Commerzbank

    Ein systematisches Problem sei dem Institut nicht bekannt.

    Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die zuerst über die Kundenbeschwerden berichtet hatte, schrieb in ihrer Samstagsausgabe über einige Probleme, die über diese Verzögerungen noch hinausgehen würden. In einem Fall soll zum Beispiel der sogenannte Verlusttopf eines Kunden nicht mehr verbucht gewesen sein. Der Verlusttopf dient dazu, um steuerpflichtige Kursgewinne aus Wertpapiergeschäften mit früheren Verlusten zu verrechnen. 

    Die Commerzbank betonte, sie könne Einzelfälle nicht ausschließen. Ein systematisches Problem sei dem Institut aber nicht bekannt.

    Das gescheiterte IT-Projekt, das als eine der Ursachen für die Verzögerungen gilt, führte zu einer Sonderabschreibung von 200 Millionen Euro sowie zusätzlichen Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe.

    Der damalige IT-Vorstand Jörg Hessenmüller, der erst spät über die Probleme informiert hatte, musste gehen. Die Bank kürzte außerdem seinen Bonus sowie den seines Vorgängers Frank Annuscheit.

    Erstpublikation: 14.08.2022, 17:00 Uhr

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