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14.09.2018

15:58 Uhr

Zahlungsverkehrsstatistik

Bargeldloses Bezahlen wird in Deutschland beliebter

VonNina Blagojevic

Die Deutschen zahlen noch immer gerne mit Bargeld. Doch die Bundesbank stellt auch fest: In der Bundesrepublik nimmt der bargeldlose Zahlungsverkehr zu.

Via „Near Field Communication “ zahlen bisher nur etwas mehr als ein Prozent der Deutschen. obs

Kontaktloses Bezahlen

Via Near Field Communication zahlen bisher nur etwas mehr als ein Prozent der Deutschen.

DüsseldorfNur Bares ist Wahres – für viele Bürger in Deutschland gilt das noch immer. Nach der aktuellen Zahlungsverkehrsstatistik der Deutschen Bundesbank entscheiden sich die Deutschen aber immer häufiger auch für bargeldloses Bezahlen. Die Statistik beruft sich dabei auf Daten aller in Deutschland ansässigen Banken und Zahlungsdienstleister.

Diese verzeichneten für das Jahr 2017 mehr als 21 Milliarden bargeldlose Zahlungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von drei Prozent. Ein leichter Aufwärtstrend, der auch schon in den vergangenen Jahren zu beobachten war.

Am beliebtesten bleibt dabei nach wie vor die Lastschrift. Mehr als zehn Milliarden Mal nutzen die Bürger in Deutschland dieses Verfahren – etwa 121 Millionen Mal öfter als noch 2016. Auch Überweisungen bleiben mit etwas mehr als sechs Milliarden Transaktionen gefragt, konnten jedoch weniger stark zulegen.

Den größten Zuwachs gab es bei den Bezahlungen mit Kreditkarte. Die Anzahl der Transaktionen stieg um beinahe elf Prozent auf etwa 4,5 Milliarden, und auch das Volumen der Bezahlungen wuchs um neun Prozent.

Trotz dieser Entwicklungen ist Deutschland von einer bargeldlosen Gesellschaft, wie sie sich etwa in Schweden oder Lettland abzeichnet, noch weit entfernt. Eine weitere Studie der Bundesbank zur Bargeldnutzung hatte Anfang des Jahres ergeben, dass in Deutschland weiterhin beinahe drei von vier Transaktionen mit Bargeld bezahlt werden. Zudem hätten die Deutschen mit durchschnittlich 103 Euro am meisten Bargeld im Geldbeutel, lässt die EZB verlauten. In EU-Durchschnitt sind es lediglich 65 Euro, im Nachbarland Frankreich lediglich 32 Euro.

Besonders beliebt bleibt Bargeld vor allem bei kleinen Beträgen unter 50 Euro. Ausgaben unter der Fünf-Euro-Grenze werden sogar zu 97 Prozent bar beglichen. Girocards und andere bargeldlose Verfahren kommen dagegen bevorzugt bei höheren Geldbeträgen zum Einsatz. Obwohl Barzahlungen das häufigste Bezahlverfahren bleiben liegt, der Anteil am Gesamtumsatz deshalb inzwischen unter 50 Prozent.

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Abzuwarten bleibt, ob diese Entwicklung durch die Einführung von kontaktlosen Girokarten und mobilem Bezahlen noch weiter beschleunigt wird. Basis für beides ist die Near-Field-Communication-Technologie, kurz NFC, die in die Kassenterminals sowie in die Chips der Giro- und Kreditkarten integriert ist. Sie überträgt über maximal vier Zentimeter Distanz Daten per Funk. Der Kunde muss Karte oder Handy also ziemlich nah an das Kartenterminal halten.

Bei kontaktlosen Kartenzahlungen gab es bereits hohe Zuwächse, wenn auch auf niedrigem Niveau. Nur etwas mehr als ein Prozent des Umsatzes macht dieses Verfahren bisher aus.

Bezahl-Apps etablieren sich in Deutschland dagegen bisher eher schleppend. Das liegt auch daran, dass die mobilen Bezahldienste der Banken oft nicht für alle Kunden nutzbar sind – bei der Sparkasse gibt es die Bezahl-App etwa nur für das Android-Betriebssystem, bei der Deutschen Bank brauchen die Nutzer zusätzlich zwingend eine Mastercard.

Der Trend legt nahe, dass sich die Entwicklung hin zum bargeldlosen Bezahlen auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Eine vollständige Abschaffung des Bargeldes lehnen aber 88 Prozent der Deutschen ab, und auch in der gesamten EU ist dieses Bezahlungsmittel nach wie vor beliebt. 2016 wurden in der Euro-Zone beinahe vier von fünf Einkäufen bar bezahlt. Auf absehbare Zeit bleibt die bargeldlose Gesellschaft zumindest in Deutschland Zukunftsmusik.

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