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23.06.2023

06:14

Klimaneutrales Bauen

Bundesregierung beschließt Initiative für Holzbau

Von: Simone Gröneweg

Die Bundesregierung will den Einsatz von Holz beim Bau stärken und hat dazu einen Entwurf beschlossen. Bis 2030 sollen mehr Häuser aus Holz entstehen.

(Fotos: Getty Images, Imago, dpa; Montage: Handelsblatt)

Energie&Klima

(Fotos: Getty Images, Imago, dpa; Montage: Handelsblatt)

Stein, Beton und Stahl – das sind die Materialien, mit denen die Baubranche in Deutschland vornehmlich Häuser baut. Der Rohstoff Holz führt eher ein Nischendasein auf den deutschen Baustellen. Zwar gibt es im Ein- und Zweifamilienhausbau bereits eine Holzbauquote von 26 Prozent, im mehrgeschossigen Wohnungsbau liegt sie aber noch unter fünf Prozent.

Das soll sich ändern. Das Bundeskabinett hat den von Bundesbauministerin Klara Geywitz und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir vorgelegten Entwurf einer Holzbauinitiative beschlossen. Die Initiative der Bundesregierung kann nun in den parlamentarischen Diskurs gehen.

Die Bundesregierung will mit ihrer Initiative dafür sorgen, dass mehr Häuser aus Holz entstehen. So soll bis 2030 die Holzbauquote erhöht werden, und zwar mit Hilfe von acht Handlungsfeldern. Die Regierung möchte unter anderem Forschung und Entwicklung im Bereich Holzbau fördern und mit Projekten als Vorbild agieren. Zudem sollen Anreize für ein klimafreundliches Bauen mit Holz geschaffen und der Wissenstransfer sowie die Fachkräftesicherung ausgebaut werden.

„Um mehr bezahlbaren und guten Wohnraum zu schaffen, in dem sich die Menschen wohl fühlen, wollen wir das serielle und modulare Bauen verbessern“, sagt Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Holz eigne sich dafür besonders gut.

Etwa sieben Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus der Errichtung und Modernisierung von Gebäuden. Der Baustoff Holz wächst natürlich nach und speichert das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid (CO2), selbst nachdem es gefällt wurde. Voraussetzung dafür ist nach Angaben der Koalition für Holzbau (KfH), die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften.

Die KfH begrüßt die Initiative und den Ansatz, dem Wald und damit auch dem Bauen mit Holz mehr Priorität zu geben. Die acht Handlungsfelder würden viele der entscheidenden Weichenstellungen in der Waldwirtschaft und für den Holzbau beschreiben, heißt es in einer Mitteilung. In der KfH haben sich Wissenschaftler, Planer, Architekten und Projektenwickler zusammengeschlossen, um das nachhaltige Bauen mit Holz voranzubringen. Holz sei aus Sicht der KfH der Grundstoff des nachhaltigen Bauens und werde in Deutschland derzeit vor allem einfach nur verfeuert, schreibt die Initiative.

„Wenn die Ampel mehr Holz im Bau einsetzen will, dann muss sie die Waldbesitzer klar unterstützen“, kommentiert Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, den Entwurf. Sie müsse die nachhaltige Nutzung des Waldes zum Schwerpunkt ihrer Forstpolitik machen.

Zur Umsetzung der Holzbauinitiative sind verschiedene Dialogformate mit den Ländern und Verbänden geplant. Am 10. Oktober 2023 findet hierzu eine erste Auftaktveranstaltung in Berlin statt. Den formalen Rahmen für das Bauen mit brennbaren Baustoffen bilden unter anderem die Landesbauordnungen.

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