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ChefIn zu gewinnen ist eine Initiative der Handelsblatt Media Group. Die Inhalte dieser Seite wurden von Solutions by HMG und den teilnehmenden Unternehmen produziert.
Die Auswahl der teilnehmenden Unternehmen obliegt Solutions by HMG.
Chef zu gewinnen

01.04.2022

12:30

Dietmar Nick, Geschäftsführer von Kyocera Document Solutions Deutschland

„Wir stehen vor einem gewaltigen Transformationsprozess“

Dietmar Nick, Geschäftsführer von Kyocera Document Solutions Deutschland, stellte sich am Goethe-Gymnasium Ludwigslust den Fragen von Oberstufenschülerinnen und -schülern des Projektkurses Schülerfirma.

Dietmar Nick stellte sich am Goethe-Gymnasium Ludwigslust den Fragen von Oberstufenschülerinnen und -schülern des Projektkurses Schülerfirma. Carsten Dammann

„Chef zu gewinnen“

Dietmar Nick stellte sich am Goethe-Gymnasium Ludwigslust den Fragen von Oberstufenschülerinnen und -schülern des Projektkurses Schülerfirma.

Die Handelsblatt-Aktion „Chef zu gewinnen“ bringt jedes Jahr Topmanager in deutsche Schulen, wo sie sich den Fragen der angehenden Abiturienten rund um Berufs- und Karrierechancen stellen, aber auch ihre ganz persönlichen Erfolgstipps verraten.

Der Chef-Besuch in der Schule ist aber längst nicht alles: Bei einem Gegenbesuch auf der Chefetage erfahren die Oberstufenschüler, wie der Alltag „ihres“ Managers aussieht, wie in seinem Unternehmen gearbeitet wird – und ob es vielleicht sogar ein künftiger Arbeitsplatz für sie selbst sein könnte.

Die „Chef zu gewinnen“-Aktion ist ein fester Bestandteil der Initiative „Handelsblatt macht Schule“, mit der die Tageszeitung Wirtschafts- und Managementthemen stärker im Unterricht deutscher Schulen verankern möchte. Mehrere Dutzend Topmanager haben auf diese Weise schon ihre Erfahrungen mit Tausenden von Schülern geteilt.

Lust mitzumachen und einen Chef zu gewinnen? Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.


Herr Nick, Kyocera ist ein japanisches Unternehmen. Merken Sie auch hier in Deutschland den fernöstlichen Einfluss?

Ja, auf jeden Fall. Und ich finde ihn sehr positiv und angenehm. In Japan denkt man mittel- und langfristig und so sehen auch unsere Businesspläne aus: Wir überlegen, wo Kyocera in fünf oder zehn Jahren stehen soll – und müssen nicht, wie viele börsennotierte Konzerne, unser Geschäft quartalsgetrieben betreiben. Und ich merke es natürlich in meinem Arbeitsalltag und meinem Terminkalender.

Das müssen Sie etwas genauer erklären...

Gerne. Heute Morgen bin ich beispielsweise um 4.30 Uhr aufgestanden, weil ich um 5 Uhr bereits den ersten Call mit Japan hatte, die eine Zeitverschiebung von acht Stunden haben. Meine Kollegen dort kommen dann gerade vom Mittagessen, während ich noch nicht mal geduscht habe. Solche Calls habe ich zwei bis drei Mal die Woche.

Hört sich anstrengend an? Sind Sie dann später nicht müde?

Manchmal lege ich mich nach den Gesprächen mit Japan nochmal ein bisschen hin – und schlafe kurz weiter. Ich kann zum Glück immer und überall gut einschlafen – das habe ich bei der Bundeswehr in meinem Wehrdienst gelernt. Das ist sehr hilfreich, wenn man bei einer internationalen Firma mit einer großen Zeitverschiebung arbeitet.

Vita - Dietmar Nick

Alter

51

Job

Geschäftsführer der Kyocera Document Solutions Deutschland

Karriere

Studium der Betriebswirtschaft. Nach Stationen bei Computer 2000 (heute TechData) und Canon kam Dietmar Nick im Jahr 2000 zu Kyocera, um den Distributionsbereich aufzubauen. Seit 2005 war er als Direktor und Mitglied der Geschäftsführung für den Gesamtvertrieb verantwortlich; seit April 2017 ist Nick Geschäftsführer der Kyocera Document Solutions Deutschland mit Sitz in Meerbusch bei Düsseldorf.

Sind Sie auch häufig auf Dienstreisen?

Vor Corona bin ich jeden Monat mindestens einmal für ein paar Tage in unsere internationale Zentrale in Japan geflogen. Das haben wir auf zweimal im Jahr reduziert – wegen Corona, aber natürlich auch, um CO2 einzusparen. Ansonsten bin ich nach wie vor sehr viel in Deutschland und Europa unterwegs. Es kann vorkommen, dass ich nach einer Woche voller Termine und Dienstreisen nicht mehr weiß, wo ich am Montag mein Auto abgestellt hatte oder ob ich mit Taxi, Mietwagen oder Bahn gestartet bin. Zum Glück hat meine Assistentin das alles im Griff – und lotst mich durch meine 60- bis 80-Stunden-Wochen. Ohne sie wäre ich verloren.

Was ist die größte Herausforderung für Kyocera?

Bisher haben wir unser Geld überwiegend mit dem Verkauf von Druckern, Kopierern sowie Druckerpatronen und Tonern gemacht. Doch überall in den Unternehmen wird weniger gedruckt und kopiert – außer vielleicht in den Schulen. Mein Geschäftsmodell ist also mittelfristig tot, daher muss ich einen Weg finden, wie ich mit unseren gut 300 Mitarbeitern in Deutschland und Österreich durch diesen gewaltigen Transformationsprozess komme. Das heißt meine tägliche Herausforderung ist: Wie bekomme ich Kyocera fit für die Zukunft und bilde meine Mitarbeiter so weiter, dass das gelingt.

Wie verändert sich das Geschäftsmodell von Kyocera?

Wir positionieren uns gerade völlig neu. Wir möchten Informationen für unsere Kunden schneller und effizienter zugänglich machen, sie besser ablegen, verfügbar machen und besser vernetzen. Es geht also um Dokumenten-Management.

Zum Unternehmen - Kyocera

Branche

Handel/Dokumentenmanagement-Anbieter

Mitarbeiter

ca. 220 in Deutschland, ca. 21.000 weltweit

Berufseinstieg

Ausbildungen als Kaufleute im Groß- und Außenhandel/Fachrichtung Großhandel, Fachinformatiker Systemintegration sowie Informatik-Kaufleute; duales Studium Wirtschaftsinformatik. Praktika für Schüler und Studenten; Abschlussarbeiten

Kontakt

Können Sie Beispiele nennen?

Mit unserer Scan-Software werden beispielsweise bei der Onlineversand-Apotheke Doc Morris täglich 70.000 Rezepte gescannt, automatisch zugeordnet und geprüft. Wir sorgen dafür, dass bei der Krankenkasse Barmer 140.000 Briefe am Tag digitalisiert werden – und 20 Sekunden später auf dem Computer des Sachbearbeiters erscheinen – mit schon ausgelesenen Daten.

Sie haben vier Kinder im Alter von 11 bis 23 Jahre. Wie schaffen Sie es, Familienleben und Ihren Joballtag zu verbinden?

Ganz ehrlich: Ich habe eine sehr starke Frau, die die ersten 15 Jahre nicht gearbeitet hat, als die Kinder eher klein waren. Sie hat zuhause alles gemanagt. Einen Job, wie ich ihn habe, kann man nur mit einem starken Partner machen. Da ich wochentags so viel unterwegs bin, genieße ich die Wochenenden besonders und versuche auch keinen Geburtstag oder andere wichtigen Ereignisse meiner Kinder zu verpassen. Und ich kompensiere viel über Urlaube, um Stress abzubauen. Kürzlich war ich beispielsweise vier Tage in einem Schweigekloster – ganz alleine. Das war eine echte Challenge für mich, wo ich doch so verdammt gerne rede. Die kurze Auszeit hat mich aber sehr entspannt und neue Energie geschenkt.

Von

kstr

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