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Chef zu gewinnen

15.08.2018

20:00

Franz Josef Konert, Vorstandschef des Lebensmittelherstellers Gelita

„Uns steht eine spannende, aber auch anstrengende Zeit bevor“

Von: Ulrike Heitze

Mit Blick auf die Digitalisierung müssten Arbeitgeber insbesondere Ältere schulen, meint Konert. Denn deren Knowhow sei viel zu wichtig, als dass ein Unternehmen darauf verzichten könnte.

GELITA-Vorstandschef Dr. Franz Josef Konert zur Digitalisierung Bernd Roselieb für Handelsblatt

Franz Josef Konert

Der Vorstandsvorsitzender des Lebensmittelproduzenten GELITA, traf Schüler der 12. Klasse des Albert-Einstein-Gymnasiums im pfälzischen Frankenthal.

Was erwarten Sie von der Digitalisierung in der Arbeitswelt?

Da steht uns eine spannende, aber auch anstrengende Zeit bevor. Ob wir es wollen oder nicht, die Geschwindigkeit, mit der sich die Arbeitswelt verändert, wird noch zunehmen. Unternehmen werden sich gewaltig anstrengen müssen, damit alle Mitarbeiter mithalten können. Gerade die Älteren wird man in den neuen Technologien weiterbilden müssen. Deren Knowhow und Wissen ist viel zu wertvoll, als dass man darauf verzichten könnte.

Trotzdem ist die Digitalisierung nur einer von vielen Megatrends, auf die wir uns bei Gelita vorbereiten. Andere sind zum Beispiel die Urbanisierung, die Individualisierung oder wie sich das weltweite Verständnis von Ernährung und Gesundheit entwickelt. Wir haben uns die relevanten Trends angesehen und Szenarien entwickelt. Auf die, die wir am wahrscheinlichsten halten, richten wir unsere Geschäftsstrategie aus.

Sie arbeiten mit tierischen Rohstoffen. Wie gehen Sie mit dem Trend zu veganer Ernährung um?

Wir müssen uns natürlich fragen, ob vegane Ernährung ein weltweiter Trend oder eine regionale Modeerscheinung ist. Ich möchte niemanden davon abhalten, sich so zu ernähren. Aber Marktforscher sagen uns, dass Veganismus kein weltweiter Mainstream wird. In vielen Ländern der Welt ist er überhaupt kein Thema.

Deshalb müssen wir uns als Gelita nicht darauf einstellen. Höchstens 20 Prozent unseres Umsatzes machen wir noch in Deutschland. Unser Geschäft ist sehr international. Da ist halal oder koscher sehr viel eher ein Thema für uns.

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    Haben Sie Lobbyisten in der Politik?

    Als Gelita sind wir zu klein für so etwas, aber die Verbände, in denen wir Mitglied sind, haben natürlich welche. Und so leid es mir tut, es geht auch nicht ohne. Politik und Wirtschaft sind noch weiter voneinander entfernt als Schule und Wirtschaft.

    Franz Josef Konert

    Alter

    60 Jahre

    Job

    Vorstandsvorsitzender der Gelita AG

    Karriere

    Ausbildung zum Bürokaufmann, danach Studium der Wirtschaftswissenschaften und Promotion. 1985 Einstieg bei Rowenta als Produktmanager für die Getränkezubereitung. 1987 Wechsel als Marketingdirektor zu Campbell Soup Europa, 1990 zu Katjes Fassin, dort Aufstieg bis zum Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb. Zwischen 1995 und 2001 Geschäftsführer bei Leifheit für die Bad-Produktlinien und später Vorstandsmitglied des Gesamtunternehmens. 2002 Wechsel als Geschäftsführer zur Melitta-Tochter Cofresco, ab 2006 Chef der Melitta Haushaltsprodukte. 2010 Wechsel zu Gelita als Vorstandsvorsitzender.

    Branche

    Lebensmittel

    Mitarbeiter

    Rund 2.500 Mitarbeiter in mehr als 20 Produktionsstätten und Verkaufsniederlassungen in zwölf Ländern, davon 850 Mitarbeiter in Deutschland beziehungsweise 260 in der Firmenzentrale in Eberbach.

    Kontakt

    Deshalb ist es wichtig, über Lobbyisten die Interessen der Unternehmen an die politischen Entscheidungsträger heranzutragen. Sonst beschließen diese Sachen, deren Tragweite sie gar nicht kennen. Auswüchse sind natürlich nie gut, aber ohne eine gewisse Lobbyarbeit wäre die Wirtschaft bei Entscheidungen noch weiter außen vor.

    Wie gehen Sie mit wichtigen Entscheidungen um?

    Ich spreche das Thema im Vorfeld mit kompetenten Ratgebern durch und wäge für mich selbst ab. Sehr hilfreich finde ich dabei folgende Frage: Würdest du das auch so entscheiden, wenn es dein Vermögen wäre? Als Vorstand gehört mir das Unternehmen ja nicht. – Mit dieser Prüffrage bekommt ihr nochmal eine frische Sicht auf die Dinge.

    Wie wird unsere Arbeitswelt in 20, 30 Jahren aussehen?

    Unsere, eure Arbeitswelt wird sehr viel mobiler und dezentraler sein als die von heute. Ihr werdet nicht mehr regelmäßig in ein Büro gehen, sondern öfter daheim arbeiten. Dadurch werdet ihr weniger Kollegen und Sozialkontakte haben. Daran wird man sich erst gewöhnen müssen. Das Arbeiten wird einsamer. Gleichzeitig vermischen sich Privatleben und Job stärker. Das ist heute schon oft so, dürfte aber noch zunehmen.

    Lust mitzumachen und einen Chef zu gewinnen? Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

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