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Chef zu gewinnen

15.08.2018

20:00

Oliver Reichert, CEO der Birkenstock Group

„Von Influencer-Marketing halte ich gar nichts“

Von: Katja Stricker

Birkenstock-Chef Reichert verzichtet auf bezahlte Produktwerbung in den sozialen Medien - und geht in Sachen Digitalisierung lieber den sicheren Weg.

Birkenstock-CEO Oliver Reichert verzichtet auf Influencer-Marketing Oliver Rüther für Handelsbaltt

Oliver Reichert

Der CEO der Birkenstock Group war im Gespräch mit Schülern der 11. und 12. Klasse der Humboldt-Schule in Wiesbaden.

Sie haben zum Januar 2018 die Belieferung von Amazon mit Ihren Produkten gekündigt. Warum?

Wir haben schon länger beobachtet, wie lasch Amazon mit Betrügern umgeht, die sich mit Produktfälschungen eine goldene Nase verdienen. Die Alarmglocken haben bei uns geschrillt, als Amazon-Kunden reihenweise gefälschte Birkenstocks an unseren Kundendienst geschickt haben, weil sie dachten, sie hätten Originalprodukte gekauft.

Nachdem Amazon erkennbar kein Interesse daran hatte, die Probleme abzustellen, haben wir die Reißleine gezogen. Amazon kann gut ohne uns leben – aber wir auch ohne Amazon, weil dieser Weg nie ein großes Standbein für unseren Vertrieb war.

Wie und in welchen Bereichen wirkt sich die Digitalisierung auf Ihre Branche und konkret auf Ihr Unternehmen aus?

Klar, macht die Digitalisierung auch vor unserem Geschäft nicht halt. Aber wir lassen uns von dem beratergetriebenen Digitalisierungshype nicht verrückt machen und sehen uns die Themen ganz genau an. Umgesetzt wird nur das, was für uns passt – wir müssen nicht überall vorn mit dabei sein. Dass wir erst vor zwei Jahren unseren eigenen Online-Shop an den Start gebracht haben, hat uns vor teuren Abenteuern verschont. Da hilft uns natürlich, dass wir ein haptisches Produkt haben, das sehr stark von den Materialien lebt und viele unserer Kunden immer noch gern in einen Laden kommen.

Welche Rolle spielen Soziale Medien für die Marke Birkenstock?

Ich bin immer wieder erstaunt, wie intensiv unsere Marke in den sozialen Netzwerken besprochen wird, aber wir sind weit davon entfernt, uns als Marke da groß einzumischen. Von Influencer-Marketing halte ich gar nichts, das ist auch nichts anderes als Product Placement. Für Produktwerbung in den sozialen Medien stellen wir deshalb keine Schecks aus und Freebies für VIPs gibt’s bei uns auch nicht. Aber natürlich freuen wir uns über jeden Birkenstock-Träger, der unsere Schuhe aus Überzeugung trägt, und das teilt.

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    Welche Fähigkeiten braucht man, um Karriere zu machen?

    Das wichtigste im Job ist es, einfach zu machen, anzupacken – und Führung zu zeigen. Diese Hands-On-Mentalität muss man sich im Beruf unbedingt erhalten – und die hat mir sehr geholfen.

    Oliver Reichert

    Alter

    47 Jahre

    Job

    CEO bei Birkenstock Group

    Karriere

    Nach Abitur Einstieg beim Fernsehen unter anderem als Krisenreporter, danach Managementpositionen beim Deutschen Sportfernsehen (heute Sport1), zuletzt als Geschäftsführer. Seit 2013 ist Reichert Geschäftsführer bei Birkenstock in Neustadt/Wied.

    Branche

    Schuhhersteller

    Mitarbeiter

    3.800

    Berufseinstieg

    Ausbildung zu Industriekaufleuten und zur Fachkraft für Lagerlogistik; duales Studium Industrie- und Logistikmanagement.

    Kontakt

    Wie gehen Sie mit Krisen um?

    Krisen gibt es im Berufsleben immer wieder mal, da hilft es mir, die Perspektive zu wechseln – und Distanz zum Problem zu gewinnen. Meist lässt sich die Situation dann sehr gut bewältigen, weil man dann wieder den Überblick bekommt. Das ist wie bei einem Boxkampf, da ist es auch ratsam sich aus einer Umklammerung zu lösen und Distanz zum Gegner aufzubauen, um dann den nächsten Angriff einzuleiten.

    Was halten Sie von den üblichen Präsenz-Arbeitszeiten in Deutschland?

    Ich bin ein großer Fan von flexiblen Arbeitszeiten. Bei mir muss keiner im Büro seine Zeit absitzen. Mir ist wichtig, dass die Arbeit gemacht ist; wer nach fünf oder sechs Stunden schon mit seinen Aufgaben durch ist, weil er konzentriert und wach gearbeitet hat, soll gerne nach Hause fahren, mit seinen Kindern spielen oder zum Sport gehen. In Deutschland sind viele Vorstellungen überholt: Mindestens acht Stunden im Büro sind das Ideal, am besten früh kommen und möglichst lange bleiben. Ich halte das für total überholt.

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