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Erfolgreiches Management

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„Mut“ rangiert auf dem letzten Platz

Von altmodischem Schnickschnack kann also keine Rede sein. Gerade in Zeiten wie dem VW-Dieselabgas-Skandal oder dem Betrug bei Wells Fargo, bei dem die Bankangestellten im großen Stile Scheinkonten für Kunden eröffneten, um Gebühren abzuzocken und so ihre eignen überhöhten Zielvorgaben zu erreichen, ist eine wertebasierte Unternehmenskultur aktueller denn je.

Das belegt auch die neueste Studie der Wertekommission. Rund 1500 Manager, die sich für Werte wie Verantwortung, Integrität, Vertrauen, Respekt, Mut und Nachhaltigkeit im Wirtschaftsleben stark machen, haben sich in der privaten Initiative zusammengeschlossen. Zu ihnen zählen zum Beispiel Familienunternehmer Jürgen Heraeus, Bankier Friedrich von Metzler oder Michael Ilgner, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

Studie der Page Group: Deutschland ist Diversity-Entwicklungsland

Studie der Page Group

Deutschland ist Diversity-Entwicklungsland

Diversity wird immer wichtiger am Arbeitsplatz und die Vielfalt innerhalb der Belegschaft, so eine aktuelle Studie, ist viel mehr, als nur Balsam für die Unternehmerseele. Doch was genau bedeutet Diversity eigentlich?

Seit 2006 führt die Wertekommission alljährlich eine Befragung zum Wertebewusstsein unter deutschen Führungskräften durch, deren Ergebnisse exklusiv vom Handelsblatt veröffentlicht werden. Und die diesjährige Erhebung zeigt, dass „Verantwortung“ und „Vertrauen“ in den Augen von Führungskräften in Deutschland nahezu gleichauf die wichtigsten Werte sind, gefolgt von Integrität. Respekt und Nachhaltigkeit folgen auf den hinteren Plätzen. „Dass die befragten Managerinnen und Manager sich damit gegen absolutistische und egomanische, von Selbstsucht getriebene Anführer stellen, ist sicherlich ein ermutigendes Zeichen”, sagt Sven Korndörffer, Vorsitzender des Vorstands der Wertekommission.

12 Karriere-Mythen

Mit 50 ist man zu alt für die Karriere

Nein! In der Realität gibt es diese Altersschranke oft gar nicht, glaubt Headhunter Marcus Schmidt: „Manche Mandanten suchen sogar explizit Führungskräfte ab 50, weil sie viel Wert auf Erfahrung legen und nicht wollen, dass der Neue gleich wieder weiterzieht.“ Zudem gilt in Deutschland seit 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das eine Diskriminierung aus Altersgründen verbietet.

Seine Erfahrungen hat Schmidt in dem Buch „Die 40 größten Karrieremythen“ niedergeschrieben. Handelsblatt Online hat die spannendsten Zitate ausgewählt.

Ohne Doktortitel geht es nicht

„Die Frage, ob man promovieren soll oder nicht, hängt von der angestrebten Karriere ab“, sagt Schmidt. Denn die Promotion koste immer auch Zeit – in der Diplomanden ein vergleichsweise geringes Gehalt beziehen. „Nicht alle jungen Berater, Anwälte und Wirtschaftsprüfer wollen in einem Unternehmen zum Partner aufsteigen oder erreichen dieses Ziel.“

Eine Top-Karriere macht man nur im großen Konzern

Falsch! Entscheidend für die Karriere sei nicht, bei welchem Unternehmen man arbeite, sondern welche Aufgaben und Entfaltungsmöglichkeiten man habe, sagt Personalberater Schmidt. „Gerade in weniger etablierten Unternehmen gibt es oftmals spannendere und weniger standardisierte Aufgaben als in Großkonzernen“, so Schmidt.

Nur wer sich anpasst kommt weiter

Im Gegenteil: Eigene, gut argumentierte Überzeugungen hält Headhunter Marcus Schmidt für unabdingbar. „Wer nur mitläuft, um ja keinen Fehler zu machen, kann nichts Herausragendes leisten und wird nicht dauerhaft auf sich aufmerksam machen“, so Schmidt. So könne man sich nicht profilieren oder für die nächsten Ebenen empfehlen.

Der MBA ist ein Karriere-Turbo

Die deutsche Wirtschaft zeigt ein anderes Bild: Absolventen hätten sich selten in die Führungsetage hochgearbeitet, sagt Schmidt. Anders als der Doktortitel ist der MBA zudem kein normierter akademischer Grad, seine Vergabe wird also grundsätzlich nicht staatlich geregelt oder kontrolliert. Wer Studiengebühren von bis zu 70.000 US-Dollar auf sich nehme, solle deshalb das Renommee der Schule immer überprüfen.

Ohne Examen gibt es keinen Aufstieg

Muss man heute studieren, wenn man Karriere machen will? Nein, glaubt Headhunter Marcus Schmidt. Und einige prominente Konzernlenker geben ihm recht: Telekom-Chef René Obermann etwa hat sein Studium abgebrochen, und auch Klaus-Peter Müller, bis 2008 Vorstandsvorsitzender der Commerzbank und jetziger Aufsichtsratsvorsitzender, hat nie studiert.

Gehalt ist ein untrüglicher Gradmesser des Karriereerfolgs

Die Position mit Perspektive sei nicht immer die am besten bezahlte, sagt Marcus Schmidt. So könne sich für ein renommiertes Traineeprogramm ein kurzfristiger Gehaltsverzicht durchaus auszahlen - etwa, wenn das ausbildende Unternehmen in seiner Branche als Kaderschmiede gilt.

Ein Auslandsaufenthalt fördert die weitere Karriere

Nicht immer, sagt Headhunter Marcus Schmidt – stattdessen kann der Auslandseinsatz sogar zum Nachteil werden. „Oftmals sind es die Daheimgebliebenen, die dann verbleibende Inlandsposten unter sich aufteilen“. Sie säßen dann auf Stühlen, auf die Auslandsrückkehrer vergeblich spekulieren.

Der erste Job muss der richtige sein

Wer auf standardisierte Einstiegsprogramme in Unternehmen mit hohem Bekanntheitsgrad setze, müsse auch in Kauf nehmen, dass die eigene Berufslaufbahn nachgemacht wirkt, sagt Personalberater Marcus Schmidt. „Gehen Sie eigene Wege. Suchen Sie Ihren Einstieg ruhig gegen den Strich. Probieren Sie etwas aus, was sie wirklich interessiert.“

Karriere macht, wer mehr als 60 Stunden pro Woche arbeitet

Falsch, glaubt Headhunter Marcus Schmidt. Ebenso wichtig wie der tatsächliche Zeiteinsatz sei der gefühlte Zeiteinsatz. Und der definiere sich auch durch die Befriedigung mit der getanen Arbeit. „Wer es schafft, aus seines Arbeit weitgehend Befriedigung zu ziehen, muss auch nicht Karriereschablonen zum persönlichen Zeiteinsatz nachjagen.“

Frauen hindert die „gläserne Decke“ am Aufstieg

Tatsächlich finde sich diese „gläserne Decke“ vor allem in den Köpfen der männlichen Entscheider, glaubt Schmidt. Für weibliche Führungskräfte scheine sie hingegen kein Thema zu sein. „Viele Beratungsunternehmen und große Konzerne bitten uns öfter sogar explizit, nach weiblichen Kandidatinnen zu suchen.“

In der Wirtschaftskrise macht man keine Karriere

„In der Krise wählen Unternehmen bei der Besetzung von Stellen zwar sorgfältiger aus. Aber sie stellen trotzdem noch ein“, ist die Erfahrung von Marcus Schmidt. Gerade in Phasen des Umbruchs gebe es etwa die Chance zur Übernahme von Restrukturierungsjobs, bei denen wirklich die Fähigkeit der Verantwortlichen zählt.

Lediglich einen kleinen Wermutstropfen gibt es. Der Wert „Mut“ rangiert bei den befragten Führungskräften in diesem Jahr auf dem letzten Platz. Dabei gehört in vielen Fällen gerade besonders viel persönliche Courage dazu, verantwortungsvolles Wirtschaften zu verlangen, vor allem aber auch gegen Widerstände durchzusetzen.

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