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Gallup Engagement Index

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Leistung wird oft nicht belohnt

Nur jeder dritte Arbeitnehmer (34 Prozent) vertritt die Auffassung, dass in seinem Unternehmen Mitarbeiter, deren Leistung besser ist, schneller vorankommen – obwohl 87 Prozent der Meinung sind, dass es in Deutschland möglich ist, durch Leistung etwas zu erreichen. Marco Nink: „Viele Beschäftigte haben grundsätzlich den Eindruck: Leistung zahlt sich in unserer Gesellschaft aus – aber offensichtlich nicht unbedingt am eigenen Arbeitsplatz.“

Wenn Arbeitnehmer jedoch nicht das Gefühl haben, durch eigene Leistung voranzukommen, dann besteht die Gefahr von Resignation und Stagnation. „Das heißt: Die eigene Leistung wird runtergefahren“, so Nink. Als Gründe für diese Diskrepanz lassen sich ein Mangel an Transparenz, Defizite in der Kommunikation und falsche Leistungseinschätzung vermuten. Die Studie zeigt nämlich: Häufig fehlen Mitarbeitern objektive Kriterien, um ihre Leistung einzuschätzen. Weniger als die Hälfte der Mitarbeiter (42 Prozent) gibt zu Protokoll, dass ihre Leistung bei der Arbeit anhand von Daten und Kennzahlen gemessen oder erfasst wird. Wo dies der Fall ist, wird die individuelle Leistung zumeist mit anderen Mitarbeitern im Unternehmen verglichen (62 Prozent).

Häufige Fehler von Vorgesetzten

Zeitmangel

Das Gespräch findet unter Zeitdruck und Hektik statt.

Quelle: „Mitarbeitergespräche“ von W. Mentzel, S. Grotzfeld und C. Haub

Überheblichkeit

Der Vorgesetzte tritt auf unnötige Weise überheblich auf.

Unklare Anweisungen

Arbeitsaufträge werden nicht klar definiert und mitgeteilt.

Fehlende Mitsprache

Bei Änderungen kann der Mitarbeiter nicht ausreichend mitreden.

Falsche Form der Kritik

Auf einer unsachlichen Ebene werden nur negative Aspekte beleuchtet.

Allerdings findet auch ein Vergleich mit Kollegen statt, wenn keine objektive Datengrundlage gegeben ist. Fast jeder dritte Arbeitnehmer (29 Prozent) erklärte, dass er mit anderen im Unternehmen verglichen wird, obwohl seine Leistung bei der Arbeit nicht anhand von Daten und Kennzahlen gemessen und erfasst wird. Marco Nink: „Solche Vergleiche durch den Vorgesetzten sind zwar gut gemeint, um dem Beurteilten eine Idee zu geben, wo er mit seiner Leistung steht. Aber letztlich bleibt ein solcher Vergleich subjektiv – und ist daher wenig transparent und fair.“

Schade eigentlich, diese im Tenor doch eher negativen Ergebnisse der Studie, denn so verpassen Chef und Mitarbeiter eine Chance. Und ich meine nicht nur die, dass sich durch eine hohe Bindung Kundenkennzahlen, Produktivität und Rentabilität steigern lassen. Ich spreche von der Chance darauf, dass es gute Arbeit gibt. Dass wir als Mitarbeiter gemeinsam mit unserem Chef Rahmenbedingungen schaffen können, die Arbeit zum Futter für die Seele macht. Was das ist? Da halte ich mich immer gerne an den Philosophen Thomas Vašek. Gute Arbeit, so lautet seine These, ist dann gut für eine Person, wenn sie deren Potentiale ausschöpft, während schlechte Arbeit uns die Verwirklichungschancen nimmt, uns am guten Leben hindert und eine kolossale Zeit- und Lebensverschwendung bedeutet.

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    Ausführliche Informationen zum Gallup Engagement Index 2015 erhalten Sie hier: Engagement Index Deutschland

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