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07.01.2022

15:30

homeoffice und steuer dpa

Homeoffice

Die Homeoffice-Pauschale soll Arbeitgeber entlasten.

Homeoffice-Pauschale

Was Sie 2022 bei der Steuer beachten sollten

Seit November herrscht in Deutschland wieder Homeoffice-Pflicht. Ein schneller Überblick darüber, was nun bei der Steuer gilt.

Am 24. November 2021 ist in Deutschland ein neues Infektionsschutzgesetz in Kraft getreten. Seither gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz – Beschäftigte müssen demnach gegen das Coronavirus geimpft sein, genesen oder negativ getestet, um das Büro, das Betriebsgelände oder etwa die Baustelle betreten zu können. 

Nach wie vor müssen Unternehmen dafür Sorge tragen, dass Mitarbeiter einem möglichst geringen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In dem Zusammenhang sind sie dazu verpflichtet, Homeoffice anzubieten, sofern nicht zwingende betriebliche Gründe dagegen sprechen. Dabei hat die Arbeit von zuhause steuerliche Auswirkungen. Ein Überblick.  

Homeoffice-Pauschale: Was wurde festgeschrieben?

Wer hin und wieder mit dem eigenen Laptop am Küchentisch gesessen und von hier aus gearbeitet hat, konnte im Vorfeld der Corona-Pandemie keine nennenswerten Steuervorteile erzielen. Denn dafür musste ein richtiges Arbeitszimmer her.

Laut Finanzbehörde erfüllt ein solcher Raum – auch häusliches Arbeitszimmer genannt – jedoch strenge Voraussetzungen. Es muss beispielsweise durch eine Tür von anderen Zimmern getrennt sein. Außerdem darf ein Arbeitszimmer nur zu maximal zehn Prozent privat genutzt werden und dementsprechend kein Bett, Kleiderschrank, Fernseher oder Hobbykram enthalten. Wie Sie Ihr Arbeitszimmer absetzen und welche Arbeitszimmerkosten geltend gemacht werden können, lesen Sie hier.

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    Bis zur Corona-Pandemie hatten vornehmlich Lehrer oder Selbstständige ein eigenes Arbeitszimmer.

    Nun wurde Homeoffice zu einem Massenphänomen und wirkt sich damit auch auf die Steuererklärung aus. Im Gegensatz zum Arbeitszimmer bezeichnet der Begriff Homeoffice nur den Umstand, zuhause zu arbeiten. Egal ob in der Küche, in der Arbeitsecke, auf dem Balkon oder der Fensterbank. Um Arbeitnehmer steuerlich zu erleichtern, führte die Regierung mit dem Jahressteuergesetz 2020 die sogenannte Homeoffice-Pauschale ein. Sie schreibt fest:

    • Arbeitnehmer im Homeoffice sollen eine Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag erhalten – maximal 600 Euro pro Jahr
    • Die Pauschale zählt zu den Werbungskosten
    • Sie war zunächst befristet für 2020 und 2021
    • Dem Koalitionsvertrag von SPD, FDP und den Grünen zufolge soll die Homeoffice-Pauschale auch für das Jahr 2022 gelten

    Wann kann die Homeoffice-Pauschale bei der Steuer geltend gemacht werden?

    Wer einen Tag im Homeoffice von der Steuer absetzen möchte, muss im Sinne der Pauschale ausschließlich zuhause gearbeitet haben. Führt ein beruflicher Termin – zum Beispiel ein Geschäftsessen – aus den eigenen vier Wänden, gilt die Pauschale für den Tag nicht mehr. 

    Unerheblich ist dabei, ob der Chef zur Heimarbeit aufgefordert hat oder freiwillig zuhause gearbeitet wird. Die Pauschale gilt in beiden Fällen. Allerdings dürfen die fünf Euro lediglich einmal pro Tag geltend gemacht werden, falls jemand mehreren Jobs nachgeht.

    Grafik

    Für wen lohnt sich die Homeoffice-Pauschale?

    Zunächst profitieren diejenigen von der Homeoffice-Pauschale, die kein eigenes Arbeitszimmer besitzen und im improvisierten Heimbüro sitzen. Außerdem müssen die gesamten Werbungskosten den jährlichen Pauschbetrag von 1000 Euro übersteigen, damit sich das Arbeiten im Homeoffice positiv auf die Steuer auswirkt. Denn dieser Betrag kann ohnehin geltend gemacht werden – selbst wenn keine Werbungskosten angefallen sind.

    Werbungskosten entstehen im Zusammenhang mit der Arbeit. Hierunter fallen etwa Hilfsmittel wie Schreibwaren oder Computer, aber auch die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz gehört dazu. Da die konkreten Fahrtkosten häufig schwer nachweisbar sind, gilt eine sogenannte Pendlerpauschale (auch Entfernungspauschale) von 30 Cent pro zurückgelegtem Kilometer. Ab 2021 können nach dem 21. Kilometer sogar 35 Cent abgesetzt werden. Theoretisch ist es gleichgültig, ob Arbeitnehmer den Weg mit dem Auto, auf dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen.

    Bei 200 Arbeitstagen und einem täglichen Arbeitsweg von insgesamt 19 Kilometern kommt ein Pendler bereits auf 1140 Euro Werbungskosten. Der Arbeitsweg wirkt sich für viele also nachhaltig auf die Steuer aus. Da an Tagen im Homeoffice keine absetzbaren Fahrtkosten zum Arbeitsplatz entstehen, soll die Homeoffice-Pauschale vor allem die Pendler entlasten. Dabei gilt: Nur bei einem vergleichsweise kurzen Arbeitsweg kompensiert die Homeoffice-Pauschale die bislang geltend gemachten Fahrtkosten.

    Das Handelsblatt hat zusammen mit Dennis Konrad, Mitgründer des Start-ups Express-Steuer, ermittelt, ab welchem Kilometer sich die Homeoffice-Pauschale gegenüber der Pendler-Pauschale lohnt.

    Wo trage ich Homeoffice in der Steuerklärung 2021 ein?

    Das Jahressteuergesetz wurde im Dezember 2020 eingeführt. Deshalb fehlte das entsprechende Feld in den Steuerformularen für 2020 und die Pauschale für das Heimbüro fiel unter den Punkt „Sonstige Werbungskosten“. Für die Steuererklärung 2021 werden nun in Anlage N (Zeile 45) unter „Homeoffice-Pauschale“ die Anzahl der Tage eingetragen, an denen ausschließlich im Homeoffice gearbeitet wurde. 

    Dieser Artikel erschien bereits am 7. Januar 2022. Der Artikel wurde erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

    Von

    nb

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