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10.02.2022

09:17

Kommunikation im Job

Smalltalk als Karriere-Booster: Mit diesen Sätzen kommen Sie ins Gespräch

Von: Anja Reumschüssel

Kommunikationstrainerin Gabriela Meyer weiß, worauf es beim zwanglosen Gespräch ankommt. Und warum Smalltalk gerade im Job unverzichtbar ist.

Die Kommunikationsexpertin ist ebenfalls Autorin des Buches „Modern-Life-Etikette“. Elisa Meyer

Gabriela Meyer

Die Kommunikationsexpertin ist ebenfalls Autorin des Buches „Modern-Life-Etikette“.

Düsseldorf Auch wenn viele Smalltalk für sinnloses Geplänkel und eine Zeitverschwendung halten, ist das zwanglose Gespräch gerade im Job unverzichtbar. Wer es schafft, ein Gesprächsklima anzuwärmen und eine Verbindung zum Gegenüber herzustellen, erreicht letztendlich schneller sein Ziel.

„Smalltalk ist meistens ein Anfang von einer Geschäftsbeziehung, einer guten Nachbarschaft, einer Ehe“, erklärt Kommunikationstrainerin Gabriela Meyer, „das sollte man nicht unterschätzen.“

Meyer ist in einer griechischen Taverne in der Lüneburger Heide aufgewachsen, wo Lehrer, Künstler und Buchhändler bei Kerzenschein über Gott und die Welt diskutierten. „Das war wie eine Akademie für Smalltalk“, erinnert sie sich. Seit 15 Jahren gibt Meyer ihr Wissen deshalb weiter und schult sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen in der Kunst der Kommunikation.

Den Handelsblatt-Leserinnen und -Lesern gibt sie Tipps für verschiedene Gesprächssituationen:

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    Grundsätze für erfolgreichen Smalltalk

    Die Regeln dafür seien fast immer gleich: „Sie können mit jedem sprechen, wenn Sie neugierig, interessiert und begeisterungsfähig sind“, fasst Gabriela Meyer zusammen.

    Schon auf dem Weg zu einem Treffen oder einer Veranstaltung könne man sich klarmachen: Mit wem möchte ich reden? Worüber könnte ich sprechen? Und was will ich mit dem Gespräch erreichen? Will ich mich vorstellen? Einen Auftrag an Land ziehen oder ein Treffen arrangieren?

    Im Gespräch gilt es dann, Gemeinsamkeiten zu finden, auf denen sich eine (Geschäfts-)Beziehung aufbauen lässt. Das könne der gerade gehörte Vortrag sein, der Jetlag nach der Dienstreise, die neue Einrichtung im Foyer.

    Auch Komplimente seien erlaubt, wenn sie nicht aufdringlich sind. Und sogar das Wetter könne ein Einstiegsthema sein, wenn vor dem Tagungsgebäude ein Schneesturm tobt oder die Klimaanlage im ICE wieder ausgefallen ist.

    „Je fremder die Person, umso allgemeiner sollte das Thema sein“, rät Meyer.

    Gespräche mit Fremden auf einer Konferenz

    Sie kennen den Menschen nicht, aber Sie haben schon mal etwas gemeinsam: wenigstens den Ort, das Interesse an der Veranstaltung oder vielleicht auch nur die (berufliche) Pflicht hinzugehen. Nun wollen sie diesen Menschen kennenlernen, sich nett unterhalten und den Fremden zum Bekannten machen.

    Ganz banal, aber immer wirksam sei dieser Einstieg:

    • „Hallo/Guten Tag, mein Name ist…“

    Dann laufe das Gespräch oft von allein weiter. Hilfreich seien auch diese Sätze:

    • „Wie fanden Sie die Vorträge bisher?“
    • „Was hat Sie hierher geführt?“
    • „Wie geht es Ihrer Branche? Ich habe gelesen, dass…“
    • „Die vergangenen anderthalb Jahre waren hart. Wie sind Sie denn bisher durch die Pandemie gekommen?“
    • „Woran arbeiten Sie denn zurzeit? Irgendein Projekt, von dem ich schon mal gehört haben könnte?“

    Wer nicht irgendeinen Teilnehmer, sondern die Rednerin der Keynote ansprechen möchte, braucht mehr Geduld. Die Redner sind häufig umzingelt von Menschen, die mit ihnen sprechen möchten.

    Da helfe es, sich in der Nähe aufzuhalten, den Blickkontakt zu suchen und dann mit den richtigen Worten vorzupreschen:

    • „Entschuldigen Sie, darf ich Sie kurz sprechen?“ (Und zu den Umstehenden:) „Würden Sie uns bitte entschuldigen?“

    Und weiter geht es zum Beispiel so:

    • „Mich hat Ihr Vortrag sehr angesprochen, weil …“
    • „Ich wollte Sie schon immer mal kennenlernen. Wir haben eine Gemeinsamkeit, nämlich …“
    • „Ich verfolge die Entwicklung Ihres Unternehmens schon länger. Besonders spannend war ja die Zeit, als …“

    Wichtig sei natürlich, sich schon vorher zu überlegen, wie der entsprechende Satz weitergehen sollte.

    Smalltalk mit der Kollegin nach dem Urlaub

    Diese Person kennen Sie schon. Es ist keine enge Freundin, aber man sieht sich öfter. Und nun stehen Sie zusammen am Kaffeeautomaten im Pausenraum. Eine gute Gelegenheit, um die Beziehung zu vertiefen. Im Arbeitsalltag braucht man Verbündete – und Freunde.

    • „Deine neue Tasche gefällt mir total gut, woher hast du die?“
    • „Ich finde es klasse, wie du das Meeting vorhin geleitet hast. Mit der Kritik von Kollege Müller bist du so souverän umgegangen.“
    • „Wie schaffst du es, so sportlich zu bleiben/nach der Arbeit runterzukommen/dich im Homeoffice fit zu halten?“

    Gelegentlich sei im Smalltalk auch Negatives erlaubt:

    • „Wie war dein Urlaub? Sicher war es unerträglich heiß im Sommer am Roten Meer?“

    Diese kleine Provokation kitzele die Kollegin, sie will widersprechen und erzählt davon, wie klar das Wasser und wie kühl die Cocktails am Strand waren.

    Aber auch so kommt man ins Gespräch:

    • „Mich nervt es total, dass die Kantine geschlossen hat/dieses neue Computerprogramm eingeführt wurde/die Parkplätze verlegt wurden.“

    Motzen sei unter Kollegen wichtig, so die Expertin. Es sei eine Möglichkeit, wohldosiert Frust abzulassen, und schweißt gleichzeitig zusammen.

    Wer gerade keinen Grund zum Aufregen findet, könne auch eine unverfängliche Beobachtung als Einstieg in ein kurzes Gespräch wählen:

    • „Die bauen im Foyer ja schon den Weihnachtsbaum auf. Warum denn jetzt schon?“

    Ein Wiedersehen nach langer Zeit

    Sie kennen sich noch aus dem Studium, wurden einander einige Jahre später in einem sozialen Netzwerk als Kontakte vorgeschlagen und treffen sich nun auf einen Wein im richtigen Leben, um an alte Zeiten anzuknüpfen.

    Rufen Sie die Erinnerung an Ihre letzte Begegnung wach.

    • „Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, da warst du noch…“

    Reden über gemeinsame Bekannte schafft ein vertrautes Gefühl zwischen Ihnen und stellt die alte Verbindung wieder her.

    • „Wusstest du, dass Anna geheiratet hat?“

    Tauschen Sie Geschichten aus der Zeit aus, in der Sie keinen Kontakt hatten. So kommt man sich wieder näher.

    • „Wie kamst du eigentlich auf die Idee, dich ausgerechnet dort zu bewerben?“
    • „Was war das Beste, das dir passiert ist, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben?“
    • „Was machst du gerade so neben der Arbeit? Womit vertreibst du dir die Zeit?“

    Was im Moment ansonsten auch immer geht, ist die Pandemie.

    • „Wie hast du die letzten Monate überstanden? Wie ging es dir in der Zeit?“

    Nur das Thema Impfen und Maßnahmen sollten Sie erst mal meiden.

    Einen eleganten Abschluss finden

    Nach den ersten ein, zwei Sätzen kommt ein Gespräch häufig in Fluss und läuft dann eine Zeit lang ganz von allein. Wenn Sie sich dann aber mit der nächsten Konferenzteilnehmerin unterhalten wollen oder die Arbeit auf dem Schreibtisch ruft, gilt es, einen eleganten Abschluss zu finden.

    Der könnte wie folgt aussehen, meint Expertin Meyer:

    • „Vielen Dank für das nette Gespräch! Lass uns bald wieder mal einen Kaffee/Wein/Tee trinken.“

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