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05.09.2022

04:00

Umfrage unter Dax-Unternehmen

In diese Weiterbildungen investieren Deutschlands Top-Konzerne

Von: Julia Beil

Um langfristig am Jobmarkt zu bestehen, müssen Berufstätige sich fortbilden können. Welche Angebote machen die Dax-Konzerne ihren Mitarbeitern?

Um in der Arbeitswelt der Zukunft zu bestehen, brauchen Mitarbeiter die Möglichkeit, sich fortzubilden. Foto: LinkedIn Sales Solutions/ Unsplash

Remote-Schulung

Um in der Arbeitswelt der Zukunft zu bestehen, brauchen Mitarbeiter die Möglichkeit, sich fortzubilden.

Foto: LinkedIn Sales Solutions/ Unsplash

Berlin Die Automatisierung der Wirtschaft bedeutet für Millionen Menschen Veränderungen im Job. Bis 2025 könnten in Industriestaaten bis zu 85 Millionen Jobs wegfallen, 97 Millionen Arbeitsplätze mit neuen Anforderungsprofilen könnten entstehen. Das geht aus dem „Future of Jobs Report“ des Weltwirtschaftsforums hervor, der 26 Länder untersucht hat.

Damit ist klar, warum es für Unternehmen wichtig ist, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Das macht auch Hansjörg Fetzer deutlich, der Geschäftsführer der Haufe-Akademie. Denn: 50 Prozent aller Beschäftigten werden bis 2025 Umschulungen brauchen.

„Lernen ist heute also wichtiger denn je“, sagt Fetzer, der mit seiner Akademie Schulungen in unterschiedlichen Bereichen anbietet, von Management über IT bis hin zu Compliance. „Ohne ein gezieltes Up- und Reskilling können weder Unternehmen noch Mitarbeitende die Zukunft erfolgreich gestalten“, ist er sicher. Grob gesagt bedeutet Up- und Reskilling: Kompetenzen weiterentwickeln und so für die eigene Zukunftsfähigkeit sorgen – kontinuierlich, mit Plan und einer Zielvorstellung.

Doch wie viel Geld fließt eigentlich in Deutschlands wichtigsten Konzernen in die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter? Und wo liegen die inhaltlichen Schwerpunkte? Dazu hat das Handelsblatt die vierzig Dax-Unternehmen befragt.

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    Konkrete Zahlen dazu, wie viel sie in die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter investieren, wollte nur ein Bruchteil der Konzerne nennen. Nur vier von 40 machten hier Angaben: BMW, Mercedes-Benz, Bayer und Siemens.

    BMW hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 222,6 Millionen Euro in Weiterbildungsmaßnahmen investiert – 2020 waren es noch 136,3 Millionen. Siemens nahm im vergangenen Geschäftsjahr rund 165 Millionen Euro für Fortbildungen in die Hand. Bei Mercedes-Benz flossen 2021 rund 155 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung. Und Bayers Bildungsbudget fürs aktuelle Jahr liegt bei 25 Millionen Euro.

    Einen großen Einfluss auf die Bildungsausgaben der Dax-Konzerne hatte die Coronapandemie. So heißt es etwa von der Munich Re: „Es gab eine ,Delle' in 2020 – aufgrund des weitgehenden Ausbleibens von Präsenzveranstaltungen. Seit 2021 bewegen sich die Ausgaben in etwa auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit.“

    Ähnlich äußert sich ein Sprecher des Autozulieferers Continental: Man habe in der Corona-Zeit „grundsätzlich weniger für Weiterbildungen ausgegeben“ – auch, weil virtuelle Schulungen kostengünstiger seien als Vor-Ort-Formate, die nun wieder stattfinden können. Und beim Triebwerks-Spezialisten MTU wird mittlerweile ebenfalls mehr Geld für Weiterbildung ausgegeben. Der Grund: „Trainings, die während des Lockdowns und auch später aufgrund der Corona-Regeln nicht durchgeführt werden konnten, werden nachgeholt.“

    Weiterbildung: Dax-Konzerne setzen auf Führungskompetenz

    Was die Inhalte der Weiterbildungen angeht, gibt es ein klares Nummer-eins-Thema: Führungskompetenz. Leadership, vor allem im hybriden Kontext, spielt in nahezu allen Bildungsangeboten der Dax-Konzerne eine zentrale Rolle.

    So heißt es etwa von der Deutschen Post, man lege „einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Management und Teamleitung“. Und die hauseigene Nachfrage scheint hier das Angebot der Konzerne zu bestimmen: Übereinstimmend heißt es von einem Großteil, das Führungsschulungen von den eigenen Mitarbeitern am stärksten nachgefragt seien. Chiphersteller Infineon teilt zum Beispiel mit, dass insbesondere Schulungen, die mit dem Thema virtuelle Führung zu tun haben, bei den eigenen Mitarbeitern besonders beliebt sind.

    Hansjörg Fetzer von der Haufe-Akademie wundert das nicht. „In den Unternehmen sind heute traditionelle und neue Führungsfähigkeiten parallel gefragt, von hierarchischen Führungsmodellen hin zur agilen Führung.“ Coronabedingt gebe es neue, erhöhte Anforderungen – „durch das verstärkte Führen hybrid arbeitender Teams“.

    Vor allem bei den großen Autobauern steht zudem ein weiteres großes Thema im Fokus der Fortbildungen: Zukunftstechnologien. So heißt es etwa von Daimler, dass der „Aufbau gezielter Zukunftskompetenzen“ eine zentrale Rolle im Weiterbildungsangebot des Konzerns spielt. Daimler hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren demnach bereits knapp 7000 Beschäftigte zu Batterietechnologie geschult, schließlich will der Autohersteller seine Produktpalette voll auf E-Autos umstellen.

    Auch die Datenanalyse spielt in den meisten Konzernen eine wichtige Rolle: Hier hat etwa die Allianz ihr Schulungsangebot ausgebaut. Bei der Munich Re gehört das Thema ebenfalls zu den gefragtesten Weiterbildungsangeboten, auch Henkel und BMW nennen „Data Analytics“ als einen der wichtigsten Inhalte in ihren Schulungsprogrammen.

    „Big Data ist in wirklich jedem Geschäftsbereich relevant – da haben wir in den letzten sechs bis acht Jahren eine unglaubliche Transformation durchlaufen“, sagt Experte Fetzer. „Die Fähigkeit, Daten zu interpretieren und die richtigen Rückschlüsse ziehen zu können, ist eine Qualifikation, die in sehr vielen Jobprofilen hinzuerworben werden muss.“ Deshalb sei das Thema Datenanalyse zu Recht auf der Agenda der Unternehmen.

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