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16.09.2019

14:34

Klimawandel

Rückversicherer Swiss Re erhöht den Druck auf die Kohlebranche

Von: Michael Brächer

Das Unternehmen verzichtet zum Klimaschutz auf die Finanzierung großer Kohleförderer. Das könnte auch deutsche Konzerne treffen.

Braunkohletagebau in Brandenburg. Swiss Re begrenzt seine Investitionen in die Branche. dpa

Braunkohletagebau Jänschwalde

Braunkohletagebau in Brandenburg. Swiss Re begrenzt seine Investitionen in die Branche.

Zürich Der Schweizer Rückversicherer will nicht mehr in Firmen investieren, die jährlich mehr als 20 Millionen Tonne Kohle fördern. Auch Stromkonzerne, die Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von mehr als 10 Gigawatt betreiben, will Swiss Re nicht mehr finanzieren. „Die Kohlebranche trägt wie keine andere Industrie unmittelbar zum Klimawandel bei“, begründet Swiss-Re-Anlagechef Guido Fürer den Schritt im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Mit unseren neuen Ausschlusskriterien wollen wir einen Anreiz setzen, damit sich die Firmen zu mehr Nachhaltigkeit hin entwickeln“.

Der zweitgrößte Rückversicherer der Welt verwaltet Anlagen von insgesamt mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Zugleich bekommt Swiss Re die Folgen der Klimaerwärmung seit Jahren zu spüren: Katastrophen wie Überschwemmungen und Waldbrände belasten das Ergebnis. Auch deshalb hat sich der Konzern auf die Fahnen geschrieben, nachhaltig zu investieren.

Schon seit dem Jahr 2016 investiert der Rückversicherer nicht mehr in Unternehmen, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle erwirtschaften. „Es gab häufig den Einwand, dass wir dennoch in zu viele kohleintensive Unternehmen investieren“, sagt Fürer. „Deshalb haben wir uns dazu entschieden, zusätzlich auch absolute Grenzen einzuführen“. Welche Firmen von den neuen Regeln konkret betroffen wären, möchte der Rückversicherungskonzern nicht verraten. Die absoluten Grenzwerte beziehen sich aber nur auf die Anlagepraxis, nicht auf das Versicherungsgeschäft selbst. 

Die neuen Anlagebeschränkungen könnten auch deutsche Konzerne treffen. Für die Verschärfung hatte sich der Schweizer Aktionärsvertreter Actares mit Blick auf Unternehmen wie den Rohstoffkonzern Glencore oder den Energieversorger RWE stark gemacht. Beide Firmen werden für ihren Beitrag zum Klimawandel von Umweltschützern kritisiert, das Kohlegeschäft steuerte bei ihnen aber im vergangenen Jahr weniger als 30 Prozent zum Umsatz bei.

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