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14.03.2019

16:16

Kommentar

Einzelne Manager räumen ab – doch die Hedgefonds-Branche hat ein Problem

Von: Astrid Dörner

Börsen-Altstars wie John Paulson verdienen noch gut. Doch Investoren ziehen Hedgefonds immer mehr Geld ab. Denn bei den Renditen herrscht Flaute.

Der Star-Investor überlegt, seine Firma in ein Family-Office umzuwandeln. Bloomberg

John Paulson

Der Star-Investor überlegt, seine Firma in ein Family-Office umzuwandeln.

Carl Icahn ist einer der Stars der Hedgefonds-Branche. Der Investor hat im vergangenen Jahr deutlich besser abgeschnitten als viele andere. Eine Rendite von knapp acht Prozent, während die Branche im Schnitt 3,4 Prozent verlor – das ist ein Zeichen von Stärke, die sich der 83-Jährige auch entsprechend bezahlen lässt. Stundenlohn: 350.000 Dollar.

Icahns Erfolg ist ein wichtiges Signal für die gesamte Branche. Doch das kann nicht über die Probleme hinwegtäuschen, mit denen die Hedgefonds insgesamt zu kämpfen haben: Für die einstigen Stars der Wall Street wird es immer schwieriger, an alte Erfolge anzuknüpfen.

Die durchschnittlichen Renditen seit 2010 liegen bei 3,4 Prozent pro Jahr. In der Dekade davor lag der Wert noch bei 6.4 Prozent und in den Hoch-Zeiten der 90er-Jahre gar bei 18,3 Prozent, wie Zahlen des Analysehauses HRF zeigen.

Gleichzeitig sind die Kunden von Icahn und Co. immer weniger bereit, die hohen Gebühren zu zahlen, die die Fonds lange Zeit verlangen konnten. Vor allem, wenn die Renditen im Schnitt immer kleiner werden und es dank Indexfonds deutlich günstigere Alternativen gibt, die überall an der Wall Street auf die Preise drücken.

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    Während die Private-Equity-Branche boomt, ziehen sich immer mehr Hedgefonds-Manager zurück. 2018 schlossen 580 von insgesamt 11.000 Hedgefonds, weil Investoren ihre Gelder vermehrt abziehen und es immer schwieriger wird, Gelder erfolgreich anzulegen.

    Zum dritten Jahr in Folge gaben damit mehr Hedgefonds auf als neue entstehen. Selbst Hedgefonds-Legende John Paulson überlegt, seine Firma in ein Family-Office umzuwandeln, um sich nicht mehr mit unzufriedenen Investoren herumschlagen zu müssen.

    Icahn beweist zwar, dass es trotz all dieser Probleme immer noch erfolgreiche Hedgefonds gibt. Doch die Kunden sollten vorsichtig sein, denn es gibt keinerlei Garantie, dass er auch in diesem Jahr der Top-Renditebringer in der Branche sein wird.

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