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20.04.2022

08:48

Kolumne: Russische Impressionen

Mit der Kraft der Verzweifelten – Das gefährliche Leben der Kriegsgegner

Von: Konstantin Goldenzweig

Nicht alle kritischen Geister haben Russland verlassen. Wer geblieben ist, lebt zwischen Angst, Wut, Ohnmacht – und dem Bedürfnis, seinen Protest öffentlich zu bekunden.

Ukraine-Konflikt Klawe Rzezcy

Konstantin Goldenzweig

Der russische Journalist schreibt für das Handelsblatt wöchentlich die Kolumne „Russische Impressionen“.

Irina sagt mir: „Vor ein paar Jahren hatte ich meine Depressionen überwunden, aber nun sind sie zurückgekehrt und mit ihnen meine Selbstmordgedanken. Es ist schwer für mich, gegen das Gefühl der Wut anzukämpfen. Oft möchte ich alle sozialen Kontakte abbrechen.“ Und dann fragt sie: „Wie kann ich mit Menschen befreundet sein, die es in Ordnung finden, andere Menschen zu töten und zu vergewaltigen?“

Irina ist eine 40-jährige Bankangestellte aus der russischen Provinzstadt Rjasan, drei Autostunden von Moskau entfernt. Ihre Ansichten werden weder von ihren Kollegen noch von ihrer Familie geteilt. Um meinen Telefonanruf entgegenzunehmen, verlässt sie das Haus und geht in den Hinterhof.

Mehrere Militärschulen und Einheiten befinden sich in Rjasan. Irina wohnt in der Nähe eines Militärflugplatzes. Bei unserem Gespräch höre ich im Hintergrund Sirenen und das Dröhnen von Flugzeugmotoren. Seit zwei Monaten ist dieses Dröhnen dort fast täglich zu hören, sagt sie.

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