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19.05.2022

07:59

Prüfers Kolumne

Abnehmen per Gehirnjogging

Von: Tillmann Prüfer

Das Gehirn verbraucht 20 Prozent der körpereigenen Energie. Sich durch angestrengtes Grübeln schlank zu denken ist leider trotzdem nicht so einfach.

Handelsblatt: Prüfers Kolumne

Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Ich habe gelesen, dass sich die Nahrung, die wir zu uns nehmen, auf das Gehirn auswirken kann. Das Organ, das man in seinem Schädel hat, braucht bestimmte Stoffe, um zu funktionieren. Und die muss man erst einmal zu sich nehmen. Wenn die fehlen, funktioniert das Gehirn nicht mehr richtig. Es braucht ständig Aminosäuren, Proteine und Vitamine und ist außerdem ein ziemlicher Energiefresser.

Das Gehirn macht nur zwei bis drei Prozent des Körpergewichts aus, verbrennt aber 20 Prozent der Energie. Das ist eine ganze Menge. Wenn man etwa 500 Gramm Gehacktes verspeist, sind davon 100 Gramm nur für das Gehirn.

Man fragt sich eigentlich, warum Menschen abnehmen wollen, indem sie auf einem Laufband joggen. Wäre es nicht irgendwie besser, man würde ganz angestrengt über die Probleme der Welt nachdenken? Vielleicht würde man einerseits sehr schlank, andererseits käme dabei vielleicht eine Idee heraus, wie man den Frieden wieder herstellen, Seuchen verhindern und dabei noch den Wohlstand erhalten könnte.

Alternativ würden viele wohl schon mit einer Idee zufrieden sein, wie Deutschland beim Eurovision Song Contest mal nicht auf dem letzten Platz landet.

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    Die richtige Nahrung für das Gehirn besteht offenbar aus Beeren, Nüssen, Chia-Samen und Fisch. Darin sind nämlich Omega-3-Fettsäuren enthalten, die das Gehirn gernhat. Es ist natürlich auch schon klar, was nicht zum Brainfood zählt, nämlich etwa Fast Food. Das sind alles kurzkettige Fette und Zucker, die den Insulinspiegel ansteigen lassen und Entzündungen verursachen, aber der Birne nichts bringen.

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    Für mich kommt diese Nachricht etwas zu spät. Ich habe im Leben schon zu viele Hamburger gegessen und zu wenig Chia-Samen, um die Sache noch herumreißen zu können. Was hätte aus mir werden können, wenn ich einfach mal Pistazien statt Gummibärchen gesnackt hätte? Die Welt müssen nun andere retten – jene, die sich Smoothies aus Heidelbeeren machen.

    Allerdings habe ich auch gelesen, dass der Mensch an sich sein großes Gehirn vor allem dem übermäßigen Fleischkonsum verdankt. Nur weil Homo sapiens einst fähig war, riesige Beutetiere zu erlegen und deswegen massenhaft Proteine zu sich zu nehmen, konnte er überhaupt ein so großes Denkorgan aufbauen.

    Heute soll Mammutfleisch plötzlich nicht mehr gut für das Gehirn sein. Das verstehe jemand. Ich verstehe es nicht, dafür müsste ich erst ein paar Mandeln kauen, die habe ich gerade nicht zur Hand.

    Ich konnte im Internet übrigens nichts dazu finden, ob das mit dem Schlankdenken funktionieren würde. Ich habe nur auf der Website von „Bild der Frau“ gefunden: „Schlank durch positives Denken“. Das bedeutet wohl, dass positive Gedanken noch mehr Energie verbrauchen als negative. Das würde erklären, warum es manchmal so anstrengend und schwer ist, Leute zu mögen.

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