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03.10.2022

14:19

EU-Kolumne

Putin hat Russland in einen nuklearen Schurkenstaat verwandelt – Wie kann Abschreckung da funktionieren?

Von: Moritz Koch

PremiumRusslands Präsident Putin kompensiert seine Rückschläge mit aggressiven Verzweiflungstaten. Seit der Kubakrise war das Risiko einer nuklearen Eskalation nicht mehr so konkret wie heute. 

Wladimir Putin ist geschwächt – und deshalb vielleicht gefährlicher denn je. dpa

Moskau

Wladimir Putin ist geschwächt – und deshalb vielleicht gefährlicher denn je.

Noch vor zwei Wochen war das wichtigste Gesprächsthema in Brüssel das Wetter. Ob Europas Gasspeicher bei einem harten Winter wohl reichen würden, fragten sich Diplomaten und Spitzenbeamte auf den Rentrée-Empfängen, die traditionell das Ende der Sommerpause markieren. 

Inzwischen ist eine andere Sorge in den Vordergrund getreten, eine, die sich noch schwerer kalkulieren lässt als die Launen der Natur: die Sorge vor dem nuklearen Säbelrasseln des russischen Präsidenten.

Wladimir Putin ist geschwächt – und deshalb vielleicht gefährlicher denn je. Der in die Enge getriebene Despot kompensiert seine zunehmend aussichtslose Lage mit aggressiven Verzweiflungstaten. Zum ersten Mal in der Geschichte sieht sich Europa mit einem kriegerischen Schurkenstaat konfrontiert, der Kernwaffen besitzt. 

Putin hat Russland kim-jong-unisiert: Das Land mit den meisten Atomsprengköpfen der Welt verhält sich wie ein großes Nordkorea. Ganz anders als die Sowjetunion, die primär am Erhalt der globalen Machtbalance interessiert war. 

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