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03.01.2019

16:22

Expertenrat – Tijen Onaran

2019 wird das Jahr der Frauen

Von: Tijen Onaran

Frauen sind in Vorständen und als Gründerinnen noch immer unterrepräsentiert. Es wird Zeit, dass Diversität von der Ausnahme zur Normalität wird.

„Wir sind mehr als die Hälfte dieser Bevölkerung." dpa

Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer

„Wir sind mehr als die Hälfte dieser Bevölkerung."

Immer an Neujahr formuliere ich meine persönlichen Ziele für das Jahr. Dabei handelt es sich nicht um gute Vorsätze, sondern um konkrete Ziele, die sich – einmal niedergeschrieben – in noch konkretere Handlungen verwandeln. Ende des Jahres lese ich die Liste erneut und schaue, ob und was ich erreicht habe. Dieses Jahr auf der Liste weit oben: 2019 wird das Jahr der Frauen.

Eine der häufigsten Aussagen rund um das Thema Diversität, die ich im vergangenen Jahr gehört habe, war: „Wir haben das Problem erkannt und arbeiten daran.“ Und tatsächlich legen sich Unternehmen kräftig ins Zeug – es gibt zahlreiche Programme und Initiativen, um mehr Frauen in Führungspositionen, in die Start-up-Szene und in Tech-Berufe zu befördern.

Doch die Zahlen stagnieren. Laut Allbright-Stiftung liegt der Frauenanteil in deutschen Vorständen bei acht Prozent. Und noch immer gibt es zu wenig Gründerinnen, Frauen, die in der Tech-Branche Karriere machen, sind ebenfalls eine Rarität.

Deshalb drängt sich immer wieder die Frage auf: warum? Folgt man den Aussagen auf Podiumsdiskussionen oder in Interviews, müsste sich doch schon längst etwas geändert haben. Doch es scheint, als wären Gleichstellung und Diversität schier unlösbare Aufgaben.

Es geht um Mitbestimmung

Annegret Kramp-Karrenbauer brachte es meiner Meinung nach auf den Punkt. Nachdem sie zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt wurde, war sie zu Gast bei Anne Will, wo sie, herausgefordert vom Überlegenheitsgefühl der männlich dominierten Runde, konstatierte: „Als ob man als Frau eine irgendwie zu bemitleidende Minderheit in diesem Land wäre! Wir sind mehr als die Hälfte dieser Bevölkerung!"

Hier liegt meines Erachtens der Schlüssel in Diversitäts-Fragen: Es geht nicht um Mitleid, es geht um Mitbestimmung. Es geht darum, dass Menschen Unternehmen gestalten, nicht Strukturen. Und genau diese Menschen sind es, die Veränderung anstoßen können. Es muss uns als Gesellschaft, als Mitglieder einer Industrienation doch ein Anliegen sein, dass unsere Unternehmen vielfältig genug sind, um auch auf die vielfältigen Anforderungen der Wirtschaft reagieren zu können.

Jede/r Einzelne kann etwas tun: Es fängt bei der Besetzung von Podiumsdiskussionen an, geht über Recruitingprozesse, die völlig neu und divers gedacht werden müssen, und zeigt sich in den Geschichten, die Unternehmen über ihre digitalen Kanäle teilen. Im Englischen gibt es einen Ausspruch, der lautet: „If you can see it, you can be it!“ Wenn Du es sehen kannst, kannst du es auch werden. Wenn ich aber nur einen Teil der Bevölkerung sehe, wie kann ich als Teil des anderen dann Hoffnung schöpfen, auch etwas zu erreichen?

Von der Ausnahme zur Normalität

Diversität zu leben, zu gestalten und dafür einzustehen, ist eine Lebensaufgabe. Es darf nicht die Ausnahme sein, dass es im Vorstand „sogar auch“ eine Frau gibt, sondern muss schlichtweg Normalität werden. Ein Diversity-Programm hilft nichts, wenn Diversität nicht auch ein essenzieller Bestandteil der Unternehmenswerte ist. Es muss bei Meetings jeden stören, wenn in der Runde ausschließlich Menschen ein und desselben Geschlechts, derselben Herkunft und derselben Denkweise am Tisch sitzen.

Diversität bringt Fortschritt. Und Fortschritt ist das, was unser Land stark macht.

Ende 2019 möchte ich auf meine Liste schauen und hinter „2019 wird das Jahr der Frauen“ einen großen Haken setzen. Einen der bleibt, strahlt und nicht mehr verschwindet.

Tijen Onaran ist Unternehmerin, Moderatorin und Speakerin. Mit startup affairs berät sie Unternehmen in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit und engagiert sich mit ihrer internationalen Initiative Global Digital Women für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche.

Kommentare (1)

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Herr Ingo Quentin

03.01.2019, 16:52 Uhr

Diversität bedeutet "Vielfalt". Zur Auswahl stehen: Männer und/oder Frauen. Das wars auch schon.
Schon echt irre diese Vielfalt!

Ansonsten ist der Artikel von Frau Onaran leider überaus beängstigend.
Eine scheinbar komplett indoktrinierte Ideologin schreibt uns hier, wie die Welt gefälligst zu sein hat!










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