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23.04.2019

15:27

Börsen-Kommentar

Der Besitz von Aktien lohnt sich mehr als Lottospielen

Von: Ingo Narat

Börsenschwankungen und maue Konjunkturaussichten hin oder her: Langfristig gesehen ist es profitabler, in Aktien zu investieren, als in Lottoscheine.

Ein Lotto-Fan muss rein statistisch etwa 14 Millionen Mal spielen, um einmal die „6 aus 49“ richtig zu erwischen. dpa

Eurojackpot

Ein Lotto-Fan muss rein statistisch etwa 14 Millionen Mal spielen, um einmal die „6 aus 49“ richtig zu erwischen.

Lotto spielen muss eine super Sache sein. Mehr als 21 Millionen Deutsche haben es schon mal getan. Nach der Theorie der Schwarmintelligenz würde das bedeuten: Glücksspiel ist auf jeden Fall besser, als Aktien zu besitzen. Schließlich gibt es kaum halb so viele Aktionäre wie Lottotipper.

So mancher, der auf die Entwicklung der Börsenkurse schaut, mag sich bestätigt sehen und denken: Nach der rasanten Aktienrally im ersten Quartal ist die Luft raus, da mache ich lieber weiter meine Kreuzchen auf dem Tippschein.

Der Irrtum könnte kaum größer sein. Wie groß er ist, das lässt sich vorrechnen. Die US-Analysten von Ned Davis Research präsentieren Zahlen für die Wall Street. New York liefert die längste und von Kriegen ungestörte Datenreihe. Danach ist ein erstes Quartal mit Aktiengewinnen in jedem der drei Monate Januar bis März kein Alarmsignal, sondern im Gegenteil ein Stimmungsaufheller.

Während der vergangenen knapp einhundert Jahre gab es 22 solcher Perioden. Und in 20 davon lieferten die restlichen drei Quartale des Jahres Gewinne ab, im Schnitt insgesamt 7,2 Prozent. Das sollte auch ein gutes Omen für den deutschen Markt sein. Der bewegt sich im Windschatten des wichtigsten Finanzmarktes Wall Street. So steht rein statistisch die Börsenampel für den weiteren Jahresverlauf auf Grün.

Und wie sieht es da beim Glücksspiel aus? Wie hoch ist die Trefferwahrscheinlichkeit für den Jackpot? Sie ist schlechter als miserabel. Ein Lotto-Fan muss rein statistisch etwa 14 Millionen Mal spielen, um einmal die „6 aus 49“ richtig zu erwischen. Realistisch gesagt: Das wird praktisch nie passieren.

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Und der deutsche Aktionär? Wie hat der abgeschnitten, über Quartalsergebnisse hinausgeblickt? Er machte während der vergangenen Jahrzehnte jedes Jahr durchschnittlich neun Prozent Gewinn, trotz mehrerer großer Börseneinbrüche. Dafür musste der Aktionär nur investiert bleiben.

Zwar dürften die künftigen Erträge laut Experten sinken. Aber selbst etwas niedrigere Anlagerenditen bringen auf längere Sicht viel Geld in die Taschen: So belohnt sich der Aktionär, während der Lotto-Liebhaber leer ausgeht. Klarer Fall also: Mit dem Adjektiv „intelligent“ darf sich diesmal der kleinere Schwarm schmücken.

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