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30.06.2022

14:14

Handelsblatt-Leserforum

„Billig ist eben selten gut!“ – Wachsender Ärger über das Reisechaos

Auch Handelsblatt-Leserinnen und -Leser waren von den Problemen an den Flughäfen betroffen. Was sie erlebt haben und welche Verbesserungsvorschläge sie haben.

Wer zuletzt in den Urlaub fliegen wollte, musste viel Geduld und Zeit mitbringen. dpa

Düsseldorfer Flughafen

Wer zuletzt in den Urlaub fliegen wollte, musste viel Geduld und Zeit mitbringen.

Als ein Handelsblatt-Leser realisierte, dass er mit 14 Stunden Verspätung an seinem Reiseziel Budapest ankommen würde, reichte es ihm. Er fuhr vom Flughafen zurück nach Hause, „weil das alles keinen Sinn mehr hatte“.

Solche und ähnliche Geschichten haben einige Handelsblatt-Leserinnen und -Leser von ihren jüngsten Reisen zu berichten. Grund für das derzeitige Chaos ist der Personalmangel bei Flughäfen und Airlines. Gleichzeitig ist die Reiselust der Deutschen so groß wie lange nicht seit dem Beginn der Pandemie.

Doch die Reiselust wandelte sich bei einigen Handelsblatt-Lesern zuletzt in Reisefrust. Zwei befreundete Pärchen etwa wollten von Stuttgart aus nach Sylt fliegen. Check-in und Sicherheitskontrolle verliefen bei ihnen problemlos, schreibt der Leser. Doch 30 Minuten vor Beginn des Boardings wurden sie von der Anzeige „Flug gecancelt“ überrascht.

Alternativ hätten sie am kommenden Tag von Nürnberg nach München und von dort am Abend weiter nach Sylt fliegen können, berichtet der Leser. „Wir haben dankend abgelehnt und haben die Reise mit dem Pkw am Folgetag angetreten.“

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    Für dieses Reisechaos hat die Handelsblatt-Leserschaft verschiedene Lösungsansätze: Der eine will die Flugsicherheit in die Hände des Landes geben, andere wollen lockerere Handgepäcksregeln, und wieder andere würden Künstliche Intelligenz bei den Sicherheitskontrollen einsetzen.

    Aus den unterschiedlichen Zuschriften der Handelsblatt-Leserschaft haben wir hier für Sie eine Auswahl zusammengestellt.

    Über 100 Meter Warteschlange

    „Rückflug nach Messetermin in Hannover nach München am Freitag, 24.6.2022. Abflugtermin: 17:25 Uhr.

    13:30 Uhr: SMS – Ihr Flug wurde storniert; über Hotline ist niemand erreichbar, um etwas über den ungefähr zu erwartenden Zeithorizont zu erfahren. Durch diese Versuche gehen die letzten zwei Stunden Messebesuch verloren, in denen noch einiges erledigt werden sollte.

    15:00 Uhr: Abfahrt mit Taxi Richtung Flughafen, um dort Näheres zu erfahren.

    15:15 Uhr SMS – ‚You are booked‘ – Ersatzflug 19:00 Uhr. Im Flughafen über 100 Meter Warteschlange, da nur ein Schalter zum Einchecken offen ist. Erst nach circa einer Stunde Warten werden weitere drei Schalter geöffnet. Im Flughafen wurde dann klar, dass es sich nur um eine Warteliste handelte, auf der auch etliche andere Passagiere aus dem stornierten Flug standen.

    18:30 Uhr Flughafen-Info: Ersatzflug verspätet sich; neuer Termin: 20:45 Uhr.

    20:45/21:00 Uhr: Nach Besetzen der Maschine wird klar, dass nur wenige von der Warteliste auf den frei gebliebenen Plätzen mitfliegen konnten; ca. zehn Personen erhalten Gutscheine für Taxi und Übernachtung im Hotel; zunächst wird ein Ersatzflug am Samstag, 25.6.2022 angeboten. Auf Nachfrage, ob dann die Plätze definitiv reserviert sind, heißt es aber, dass es sich wiederum nur um eine Warteliste handelt. Als wir dies ablehnen, heißt es: ,Wir bringen Sie nicht vor Sonntag, 26.6.2022 aus Hannover weg.‘ Fahrt zum Hotel: Taxi akzeptiert wie auch bei anderen Reisenden den Gutschein nicht – Rechnung selbst bezahlt.

    22:00 Uhr: Ankunft im Hotel; im Gutschein war ein Abendessen enthalten, im Hotel gibt es aber um diese Zeit kein Abendessen mehr. Nach längerer Suche und einem weiteren Fehlschlag in Bezug auf das Abendessen finden wir schließlich in der Nähe des Hauptbahnhofs ein Restaurant, in dem es um 22:45 Uhr noch Essen gibt.

    Rückfahrt am Samstag im Pkw eines Bekannten, der an diesem Tag von Hannover nach München fuhr. Wie man es besser machen könnte, ist unklar, da mir der Grund für die Stornierung des Flugs nicht bekannt ist. Im Flughafen wurde von Problemen durch Überbuchung gesprochen. Außerdem fehlte es möglicherweise an Personal, um ausreichend Schalter zu besetzen.“
    Thomas Gaulke

    Eine etwas längere Odyssee

    „Es war leider eine etwas längere Odyssee, daher so kurz wie möglich. Übrigens, ich schreibe diese Mail aus dem Flieger, jetzt – zwei Wochen später, wird der Flug nicht von Eurowings selbst, sondern von Airbaltic für Eurowings durchgeführt. Kaum eine nennenswerte Verspätung, um auch mal etwas Positives zu berichten. 

    Ziel Budapest, Abflug Düsseldorf, Boarding Montag 13.06., 6:20 Uhr, geplante Ankunft in Budapest 8:20 Uhr. Aufstehen um 3:00 Uhr, Fahrt zum Flughafen. So weit der ursprüngliche Plan. 4:00 Uhr: Flug gecancelt, neuer Flug 9:00 Uhr über Zürich. 8:00 Uhr: Flug hat drei Stunden Verspätung, Anschlussflug kann nicht erreicht werden, erneute Umbuchung über Wien, geplante Ankunft in Budapest 22:00 Uhr. 12:00 Uhr Deutschland 13.06.2022: Ich wieder zu Hause, weil das alles keinen Sinn mehr hatte mit 14 Stunden Verspätung.“
    Thomas Weber

    >> Lesen Sie dazu auch: Chaos auf der Schiene und am Himmel: Immer mehr Beschäftigte gehen auf Dienstreise – und haben es schwer

    Nadelöhr Sicherheitskontrolle

    „Geplante Geschäftsreise von Hamburg nach Stuttgart (19./20. Mai): Ankunft am Flughafen – wie immer – zwei Stunden vorher. Eine Schlange geht durch das gesamte Terminal, noch nie so viele Menschen dort warten sehen. Es geht schleppend bis gar nicht voran, nach einer Stunde fürchte ich schon, den Flug nicht zu schaffen, da die ‚erlösende‘ SMS: ‚Ihr Flug verspätet sich um 75 Minuten.‘

    Noch war ich erleichtert, weil ich es dank des Nadelöhrs ‚Sicherheitskontrolle‘ sonst nicht geschafft hätte. Nach 120 Minuten Schlange stehen endlich am Gate. Kaum hingesetzt, eine weitere SMS: ‚Leider wurde Ihr Flug annuliert.‘ Keine Angabe von Gründen. Kurz darauf eine E-Mail mit der Mitteilung über die Umbuchung auf einen neuen Flug am Folgetag mittags (da wollte ich längst auf der Messe sein). Da es bereits Abend war, habe ich keine Zugverbindung mehr bekommen. Im Hotel in Stuttgart angerufen, war dort keine kostenfreie Stornierung so kurzfristig möglich. No show für diese Nacht…

    Am Folgetag aus Gründen bereits zweieinhalb Stunden vor Check-in am Flughafen, wieder etwa 90 Minuten Schlange stehen, bis ich durch die Sicherheitskontrolle war. (Erstaunlich, dass das Personal bei dem Stress noch sehr freundlich und humorvoll war – by the way).

    Endlich am Gate, erst mal einen Kaffee bestellt. Kaum gesessen, SMS: ‚Leider wurde Ihr Flug annulliert.‘ Damit war mein Messebesuch gelaufen. Den Rückflug hat die Fluggesellschaft dann anstandslos gestrichen, auf den zwei Hotelübernachtungen bin ich bzw. ist mein Arbeitgeber sitzen geblieben. “
    Nina Conze 

    „Move, people, move“

    „Vergleich der Sicherheitskontrollen USA und Deutschland: Mit ‚Move, people, move‘ und ‚C‘mon guys, keep moving‘ wird man jenseits des Atlantiks zur Eile angetrieben, dass es schon unangenehm ist, aber es ist Zug dahinter.

    Dagegen bei uns (am Flughafen BER mehrfach beobachtet): gemächliches Arbeiten ohne Eile auch bei sehr langen Schlangen, sieben bis acht Mitarbeiter pro Kontrolllinie, von denen mindestens zwei unklare Aufgaben haben, herzliche Begrüßungsszenen beim Schichtwechsel, private Konversationen des Sicherheitspersonals über Urlaube, Vorgesetzte und vor allem und immer wieder: Wer hat wann Pause, wann ist die nächste Pause, gibt es genug Pausen und Wechsel an den einzelnen Stationen usw.

    In vielen Branchen ist die Arbeitsproduktivität der Maßstab für Vergütung, Erhöhungen, Zulagen, Umsatzbeteiligungen und Trinkgelder, nur beim Sicherheitspersonal an deutschen Flughäfen scheint Produktivität oder einfach nur zügiges und konzentriertes Arbeiten ein Fremdwort zu sein.

    Meiner Meinung nach wäre schon viel gewonnen und Wartezeiten deutlich reduziert, wenn die einzelnen Linien mit Minimalbesetzung laufen würden und dadurch mehr Linien offen wären und wenn die beauftragten Sicherheitsfirmen die Arbeitsintensität ihrer Mitarbeiter mal mit Facharbeitern in der Industrie, Servicepersonal in der Gastronomie oder Pflegepersonal im Krankenhäusern jeweils unter Vollauslastung abgleichen würden. Oder mit den Kollegen in den USA. Sie müssen ja nicht gleich ständig ‚Los Leute, bewegt euch‘ rufen.“
    Heinz Gaub

    Sieben Stunden Verspätung

    „Erst am Sonntag, den 26.06.2022, ist es mir passiert, dass mein Flug von Stockholm Arlanda nach Karlsruhe/Baden-Baden um mehr als sieben Stunden verspätet war. Ursprüngliche Abflugs- und Ankunftszeit waren 9:15 Uhr und 11:35 Uhr. Eine um drei Stunden verspätete Maschine war der Grund für die Verspätung.

    Als wir dann endlich um circa 12:30 Uhr im Flugzeug saßen und uns auf den Weg aufs Rollfeld machen wollten, wurde dem Piloten eine Fehlermeldung am linken Triebwerk angezeigt. Nach anderthalb Stunden Wartezeit im Flugzeug und den Versuchen der Ingenieure, das Problem zu lösen, mussten wir leider das Flugzeug um circa 14 Uhr wieder verlassen und auf eine neue Maschine aus Köln warten, die nach weiteren 80 Minuten eintraf.

    Neuer Anlauf – neues Gate: Um circa 16 Uhr konnten wir nun das neue Flugzeug betreten und uns um 16:45 Uhr auf den Weg nach Karlsruhe/Baden-Baden machen. Landung war um circa 19 Uhr.“
    Tobias Schlichthärle

    Lieber mit dem Auto statt Flieger

    „Auch wir sind betroffen vom Flugchaos. Wir sind zwei befreundete Paare, die einen bereits im Frühjahr gebuchten Flug am Samstag, 25.06.2022, von Stuttgart nach Sylt antreten wollten. Wir wurden problemlos eingecheckt, gingen durch die Sicherheitsüberprüfung und warteten auf den Aufruf zum Boarding. 30 Minuten vor Beginn des Boardings kam kommentarlos die Anzeige ‚Flug gecancelt‘.

    Veranstalter ist Eurowings, die nicht einmal die Notwendigkeit sahen, einen Mitarbeiter zur Aufklärung der verhinderten Fluggäste abzuordnen. Es verblieb bei einer Mail von Eurowings, dass der Flug nicht stattfinden wird. Als Alternative wurde allen Ernstes ein Flug am Folgetag um 8:00 Uhr von Nürnberg!! nach München und am Abend von München nach Westerland angeboten??!!

    Wir haben dankend abgelehnt und haben die Reise mit dem Pkw am Folgetag angetreten. Folge: einen Urlaubstag vertan, eine Übernachtung bezahlt, aber nicht angetreten, Mieträder bezahlt, aber nicht benutzt.“
    Hans-Dieter Sondowsky

    Grafik

    Auch bei den Nachbarn in Schiphol dauert es länger

    „In Schiphol standen wir anderthalb Stunden in der Schlange vor der Sicherheitskontrolle. Schiphol rühmt sich mit neuer Sicherheitshardware und -software, die erlaubt, Laptops und Flüssigkeiten im Handgepäck zu belassen.

    Die Realität sieht so aus, dass die kontrollierenden Mitarbeiter viel länger auf die Kontrollbildschirme gucken, viel mehr Taschen kontrollieren, und das um ein Vielfaches genauer. Dies erscheint mir als der Hauptgrund für die langen Schlangen.

    Vorschlag: nur noch jeden zweiten oder dritten Fluggast kontrollieren. Das Ganze mit von Personen unabhängigem Zufallsgenerator organisiert. Einbindung von Künstlicher Intelligenz zur Erkennung von gefährlichen Gegenständen in den Taschen.“
    Jörg Terschluse

    Einen Tag Verspätung

    „Bin mit genau einem Tag Verspätung via Rollstuhlservice in der Nacht vom 26.6.2022 gut gelandet, einen Tag verspätet – und habe zwei tolle und herzliche Profis von Air Dolomiti kennengelernt.

    Handgepäckkoffer darf man kostenfrei einchecken (LH/Air Dolomiti), praktisch bei der derzeitigen langen Wartezeit – mit Rollstuhl-Priorität werde ich vorbei an allen Wartenden durch die Kontrollen gefahren und im Wartebereich abgestellt, stundenlang ist für München kein Gate angegeben – ich erfahre: null Info aus München, Flug noch nicht gestrichen.

    Meine Sitznachbarn erfahren von einer Freundin, die am Flughafen MUC arbeitet: Die Maschine wird bald abfliegen. Bald danach erste Anzeige in Venedig: Mein Flug ist gecancelt! Um 22:15 Uhr (zwei Stunden nach Abflugzeit) werde ich wieder zum Schalter 45 geschoben, vorher wurde mein Koffer gesucht und gebracht, ich hatte alle Flüssigkeiten inklusive Medikament drin.

    Jetzt erst beginnt die Story: Es gibt nicht genügend freie Hotelbetten, Flüge für den Folgetag nur auf Warteliste… Ich vertraue der Airline und buche nicht um. Bedanke mich bei der sehr effektiv arbeitenden, sehr freundlichen Mitarbeiterin für die Nachtschicht… Bus ist keiner zu bekommen – wir fahren mit Taxis zu den Hotels. Ich bestätige um Mitternacht meinen fixen Flug und falle ins gute Bett.

    Beim Einschlafen muss ich an die junge Japanerin denken, die in München ihren Vater treffen wollte, der extra mehr als 2000 Euro für sein Ticket ausgegeben hatte, um nach zwei Jahren am nächsten Vormittag vor ihrer Weiterreise seine Tochter zu sehen. Keine Chance, dass sich die beiden noch treffen – sie weint kraftlos, verzweifelt… weder Zug noch Flug ist eine Alternative. Ich hoffe, sie wird sich keinen Mietwagen nehmen, denn Sekundenschlaf wäre vorprogrammiert!

    Am nächsten Abend klappt der Flug, beim Check-in werde ich von einer Dame, die am Vorabend auch für uns gearbeitet hat, erkannt und namentlich angesprochen. Einfach herzenswarme, kurze Gespräche.

    Ich komme als Vorletzte in die Maschine, da der Fahrer mit dem Spezialwagen für Rollstühle zum falschen Flugzeug fährt – ich mache ihn schnell darauf aufmerksam, ich will heute noch nach München mitfliegen!!!!!“
    Ingrid Vos

    Riesenchaos bei der Abfertigung

    „Danke der Nachfrage, was unsere jüngsten Flugüberraschungen angeht. Als Frequent Traveller fühle ich mich in der Lage, die Frage zu beantworten. 

    In Deutschland herrscht generell ein Riesenchaos bei der Abfertigung und speziell bei der Sicherheitskontrolle. Manchmal geht die Warteschlange bis zum Eingang des Flughafens. Beste Voraussetzungen für die Frustration bei den Passagieren. Der Check-in läuft ganz gut. 

    Weiteres Manko, da es von Hamburg oder Hannover selten Direktflüge bei den Riesenairlines gibt, wird das Gepäck gern mal in Frankfurt oder München liegen gelassen. Die Gepäcknachlieferungen dauern mehrere Tage, weil es mit normalen Kurieren zugestellt wird. Bei speziellem Equipment ist das ein Problem. 

    Der mittlerweile teuer zu zahlende Kaffee an Board ist ungenießbar. 

    Die Rückflüge aus dem Ausland speziell Spanien gehen gut. Allerdings nur, bis das Gepäck bei der Zwischenlandung ankommt. 

    Dann kommt dazu, dass man nach dem neuen automatischen Parken in Hamburg keine detaillierte Rechnung bekommt, respektive diese erst nach Anfrage nach einem Monat. 

    Persönlich ärgert mich, dass ich als Frequent Traveller keine weiteren Privilegien bekomme. Ich habe schließlich den ganzen Covid-19-Mist mit den Airlines mitgemacht und darf nicht die Fastlane nutzen.“
    Olaf Bruns

    Absurde Handgepäcksregeln

    „Letzten Mittwoch Flughafen Stuttgart Eurowings nach Mallorca. Bei der Handgepäckkontrolle wird moniert, dass drei Tuben Leberwurst à 75 g für den mitfliegenden, kleinen Hund separat im durchsichtigen Beutel durch den Scanner geschickt werden müssen. Wie wär’s, die teilweise sehr absurden Regelungen, was im Handgepäck mitgeführt werden darf und was nicht, zu überarbeiten.“
    Ulrich Wagner

    Die Flugsicherheit wieder in die Hände des Landes

    „Natürlich muss die Flugsicherheit wieder in die Hände des Landes und bedeutend besser mit Personal, zu vernünftigen Arbeitsbedingungen und vernünftiger Bezahlung ausgestattet werden. Wohin die gängige Ausschreibungspraxis führt, sieht man ja überdeutlich. Billig ist eben selten gut!“
    Thomas Staggemeier

    Unfreiwilliges Sportprogramm

    „Ankunft Flughafen Frankfurt/Main aus London/Heathrow. Anschlussflug nach Wien.

    Obwohl Großbritannien ein sicherer Staat mit hervorragender Security, aber – wie so viele andere sichere Staaten – nicht Mitglied des Schengen-Raums ist, müssen die Transitpassagiere den Sicherheitsbereich in Frankfurt/Main verlassen, um nach einem Megasprint durch den halben Flughafen wieder in einer langen Schlange vor der nächsten Security zu stehen, die dann sogar noch die im Duty Free in London gekauften Spirituosen einkassiert, weil Flüssigkeiten im Flugzeug verboten sind. Vielflieger kennen das von Frankfurt und haben deshalb in Heathrow nichts gekauft.

    Touristen veranstalten aber endlose Diskussionen und halten zusätzlich noch den ganzen Laden auf.

    Vorschlag: Flüge aus SICHEREN Non-Schengen-Staaten (wo ohnehin strenger als in Deutschland kontrolliert wird) nicht im Non-Schengen-Terminal anlanden lassen, sondern so, dass sie für das Umsteigen nicht den Security- und Duty-Free-Bereich verlassen müssen. Das wäre eine echte Entlastung für die Abfertigung durch weniger Wegstrecke bei der Gepäckweiterleitung, und die Security wäre sowohl personell als auch zeitlich massiv entlastet.

    Und – das Unwichtigste in den Augen der Flughafenbetreiber – die Fluggäste wären zufriedener und könnten auf das unfreiwillige Sportprogramm verzichten.“
    S. Lohr

    Glück im Unglück

    „Wir hatten auf unserem Flug von London-Heathrow nach Düsseldorf am 18.6.2022 mit Eurowings noch Glück. Die Sicherheitskontrolle wurde vorübergehend gesperrt, und wir wurden zu einer anderen Sicherheitskontrolle umgeleitet. Insgesamt hat das dann zwei Stunden gedauert. Glück im Unglück war die Verspätung des Flugs um eine Stunde.

    Hier ein paar Vorschläge, was man insbesondere bei der Sicherheitskontrolle ändern könnte, um die Abwicklung zu beschleunigen:

    • Mehr Kulanz bei Flüssigkeiten: 100 Milliliter ist rein willkürlich festgelegt.
    • Klare Schilder, was abgelegt werden soll. Manche Flughäfen verlangen zum Beispiel, Gürtel und Uhren auch abzulegen, andere nicht.
    • Überdenken, was wirklich sicherheitsrelevant ist. Muss man dem schlafenden Kind wirklich das Kuscheltier wegnehmen?
    • Überprüfung der Bilder durch Computerprogramme statt durch Menschen (zumindest als Unterstützung), Übersetzer zur Verfügung stellen, um bei Fragen und Problemen schnell helfen zu können.

    Grundsätzlich sollten sich die Gesetzgeber überlegen, was denn diese strengen Vorschriften bei der Sicherheitskontrolle wirklich bringen. Meines Erachtens könnte man mit intelligenter Technik und Stichproben die gleiche Sicherheit gewährleisten.“
    Frei Messow

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