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01.02.2022

12:31

Ihr Kommentar im Handelsblatt

Wie sollten wir Wohlstand zukünftig messen?

Von: Camilla Flocke

Sollten wir uns weiterhin am Bruttoinlandsprodukt orientieren? Oder ist Robert Habecks Vorstoß, über 30 weitere Indikatoren zu betrachten, sinnvoller? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts. dpa

Robert Habeck

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts.

Düsseldorf In den vielen Jahrzehnten, die es den Jahreswirtschaftsbericht bereits gibt, hatte dieser schon die verschiedensten Schwerpunkte. 1976 waren vor allem steigende Verbraucherpreise und eine zunehmende Arbeitslosigkeit Thema, nach der Finanzkrise war es 2011 das Thema Aufschwung, und im vergangenen Jahr war es selbstverständlich der Einfluss der Coronapandemie auf die Wirtschaft. Bei seiner ersten Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts wählt auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck einen neuen Schwerpunkt. „Für eine Sozial-ökologische Marktwirtschaft – Transformation innovativ gestalten“ ist der Bericht betitelt.

Es ist aber vor allem ein Kapitel, das für Aufsehen sorgt. In diesem Sonderkapitel mit dem Titel „Nachhaltiges und inklusives Wachstum – Dimensionen der Wohlfahrt messbar machen“ geht es darum, wie Wohlstand zukünftig gemessen werden soll.

Momentan orientieren sich Politiker und Ökonomen dabei vor allem am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Doch das geht mit Habecks Vorstellung von Wohlstand offenbar nicht vollumfänglich einher. So kritisiert er beispielsweise an dieser Vorgehensweise, dass auch umweltschädliche Projekte durchaus das BIP steigern können.

Deshalb will der Wirtschaftsminister zukünftig eine andere Strategie verfolgen und neben dem BIP über 30 weitere Indikatoren zur Messung des Wohlstands betrachten. Zu diesen alternativen Faktoren zählen laut dem Bericht beispielsweise die Entwicklung der Emissionen von Luftschadstoffen, der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern, eine Innovatorenquote und die Überlastung durch Wohnkosten.

Wir wollen von Ihnen wissen: Hat Habeck recht, ist die bisherige Wohlstandsmessung überholt? Wie sollte Ihrer Meinung nach Wohlstand gemessen werden? Oder hat sich das BIP international einfach zu sehr bewährt, als dass sich ein anderer Indikator durchsetzen würde? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in fünf Sätzen an [email protected] Ausgewählte Beiträge veröffentlichen wir mit Namensnennung am Donnerstag gedruckt und online.

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    Immerhin will Habeck das BIP nicht komplett ignorieren. Würden wir auf die Idee des Wachstums verzichten, würden wir auch auf die Idee des Fortschritts verzichten, argumentiert er. Die anderen Kennzahlen sollen vielmehr dazu führen, das BIP zielgerichteter zu interpretieren.

    >> Lesen Sie hier: Bislang wird Wirtschaft vor allem durch Wachstum gemessen. Wirtschaftsminister Habeck will das radikal ändern und hat dafür gleich 31 Ideen

    Die Idee, Wohlstand nicht nur anhand des BIP zu messen, ist allerdings auch keine neue. In Bhutan wird beispielsweise das Bruttonationalglück anstatt des Bruttonationaleinkommens gemessen. Auch für die Bundesregierungen der vergangenen Jahre war die Wohlstandsmessung bereits Thema. Zuletzt machte 2015 die Große Koalition mit der Regierungsstrategie „Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist“ einen Vorstoß. Dabei wollte sie von Bürgerinnen und Bürgern erfahren, was für sie ein „gutes Leben“ in Deutschland ausmacht. Anhand dieses Austauschs wählte die damalige Bundesregierung 46 Indikatoren aus, um Stand und Entwicklung der Lebensqualität hierzulande messbar zu machen.

    Doch bislang endeten alle Konzepte früherer Bundesregierungen in seitenlangen Berichten, ohne dass sich grundlegend etwas geändert hätte. Ob Habeck mit seiner Initiative mehr Erfolg hat, wird sich noch zeigen müssen.

    Wenn Sie sich zu diesem Thema im Handelsblatt zu Wort melden möchten, schreiben Sie uns einen Kommentar, entweder per E-Mail an [email protected] oder auf Instagram unter @handelsblatt.

    Im Russland-Ukraine-Konflikt zeichnet sich noch immer keine Lösung ab. Die Handelsblatt-Leserschaft diskutierte in der vergangenen Woche darüber, wie sich Deutschland und die EU positionieren sollten.

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