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28.10.2021

09:11

Kommentar

Allein ein neuer Name für Facebook wird nicht reichen

Von: Katharina Kort

Facebook muss nicht nur seinen Namen, sondern sein Geschäftsgebaren ändern. Sonst laufen irgendwann die Nutzer davon – nicht nur die Jüngeren.

Wie die anderen Tech-Konzerne Google, Apple und Microsoft will auch Facebook ein größeres Ökosystem schaffen und damit einen noch größeren Einfluss ausüben. AP

Facebook

Wie die anderen Tech-Konzerne Google, Apple und Microsoft will auch Facebook ein größeres Ökosystem schaffen und damit einen noch größeren Einfluss ausüben.

Am Donnerstag will Facebook voraussichtlich seinen neuen Namen bekannt geben. Doch das allein wird nicht reichen, um den ramponierten Ruf wiederherzustellen. Ausgerechnet in einer Zeit, in der der Social-Media-Konzern von Whistleblowern und Politikern gleichermaßen in die Zange genommen wird, wagt CEO Mark Zuckerberg die Flucht nach vorn: Er will seine Strategie jenseits der sozialen Netzwerke und Messenger-Dienste auf das Metaversum der virtuellen und erweiterten Realität ausweiten und in diesem Zuge auch gleich den Namen des Unternehmens ändern.

Mit dem neuen Namen will Zuckerberg wohl zeigen, dass Facebook mehr ist als das gleichnamige soziale Netzwerk, die Foto-Plattform Instagram und der Messenger WhatsApp. Wie die anderen Tech-Konzerne Google, Apple und Microsoft will auch Facebook ein größeres Ökosystem schaffen und damit einen noch größeren Einfluss ausüben. Außerdem hofft Zuckerberg wohl, das negative Image von Facebook abzustreifen.

In der Vergangenheit haben schon andere Unternehmen ihren Namen gewechselt, um sich von ihren umstrittenen Produkten oder Ursprüngen zu distanzieren. Philip Morris legte sich in den USA den Kunstnamen Altria zu, um sein Zigarettengeschäft zu übertünchen. Die Söldner von Blackwater firmierten auf einmal als Academi. Wir dürfen gespannt sein, was sich Zuckerberg für sein neues Metaversum einfallen lässt.

Klar ist: Mit dem neuen Namen gehen die alten Probleme nicht weg. Facebook, das für fast die Hälfte der Weltbevölkerung die Diskussionsregeln im Internet festlegt, verhält sich höchst problematisch. Die Vorwürfe reichen von Wahlbeeinflussung bis Desinformation zu Vakzinen.

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    Die ehemalige Facebook-Managerin Frances Haugen hatte zudem offenbart, dass Facebook um die negativen Auswirkungen auf junge Nutzerinnen der Foto-Plattform Instagram weiß, diese aber verheimlicht, weil das schlecht fürs Geschäft wäre. Zudem zeigen von ihr veröffentlichte Dokumente, dass der Konzern es bewusst toleriert, wenn Prominente seine Nutzungsregeln verletzen.

    Facebook muss nicht nur seinen Namen, sondern sein Geschäftsgebaren ändern. Sonst laufen irgendwann die Nutzer davon, wie dies gerade bei Jüngeren im Falle von Facebook längst geschieht. Aber vielleicht sind der Namenswechsel und die Strategiewende bereits ein Eingeständnis, dass Zuckerberg in Facebook ohnehin nicht mehr die Zukunft sieht.

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