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07.10.2019

10:00

Kommentar

Auf dem Häusermarkt sollte Vorsicht geboten sein

Von: Matthias Streit

Seit zehn Jahren boomt der Immobilienmarkt. Trotz Niedrigzinsen weicht die Euphorie aber langsam der Nachdenklichkeit. Und das ist auch gut so.

Der Immobilienmarkt ist eine nachlaufende Branche im Wirtschaftszyklus. Die aktuellen Rezessionssorgen könnten daher später auf die Immobilienwirtschaft durchschlagen. dpa

Ladenzeile in Düsseldorf

Der Immobilienmarkt ist eine nachlaufende Branche im Wirtschaftszyklus. Die aktuellen Rezessionssorgen könnten daher später auf die Immobilienwirtschaft durchschlagen.

Gute Stimmung war auf der Immobilienmesse Expo Real in den vergangenen Jahren so sicher wie der pünktliche Anstich zum Oktoberfest. Neue Rekorde an Investment- und Vermietungsmärkten werden zweifelsohne auch dieses Jahr in den Münchener Messehallen für Zufriedenheit sorgen. Doch die Zeiten der großen Sorglosigkeit sind vorbei. Immer häufiger weicht sie Nachdenklichkeit. Und das ist auch gut so.

Die konjunkturelle Abkühlung wird vor dem Immobilienmarkt nicht haltmachen. Noch betonen Bürovermieter zwar, dass davon in den Großstädten noch nichts zu spüren ist. Doch das verwundert nicht. Die Immobilienbranche ist ein dem Wirtschaftszyklus nachlaufender Sektor. Sie reagiert erst mit Verzögerung auf die Konjunkturentwicklungen.

Das gilt in guten wie in schlechten Zeiten. Dass in den vergangenen Monaten zahlreiche deutsche Unternehmen Gewinnwarnungen ausgaben und Tausende Stellenstreichungen geplant sind, sollte auch die Immobilienbranche als Warnung verstehen.

Dass sich die deutsche Wirtschaft im Vergleich zu einigen Nachbarländern noch vergleichsweise wacker hält, sollte nicht als beruhigendes Signal missverstanden werden. Denn das liegt auch an der robusten Baukonjunktur, die schwächere Leistungen anderer Branchen abfedert. Allerdings kann die Bau- und Immobilienbranche eine Wirtschaft allein nicht tragen. Die Iren und die Spanier wissen das. Und die Immobilienprofis wissen das nach der letzten Finanzkrise auch.

Spätestens der geplatzte Börsengang des Coworking-Unternehmens WeWork sollte der Branche klargemacht haben, dass die Investoren nicht mehr auf jeden Hype aufspringen. Was positiv stimmt: Die Branche scheint sich einiger Risiken bewusst. Für die kommenden zwölf Monate prognostizieren mehr Unternehmen eine schlechtere als eine bessere Entwicklung. Nimmt man all diese Symptome zusammen. Dann bleibt nur eine Diagnose: Wir haben das Ende des Booms erreicht.

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