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23.09.2019

18:45

Kommentar

Bankkunden sollten sich auf harte Zeiten einstellen

Von: Yasmin Osman

Ob mit oder ohne Negativzinsverbot: Auf Dauer wird auch die Politik nicht verhindern können, dass Bankgeschäfte teurer werden.

Die Ertragsprobleme der Banken dürften die Kunden weiterhin zu spüren bekommen. dpa

Geldscheine

Die Ertragsprobleme der Banken dürften die Kunden weiterhin zu spüren bekommen.

Wenn sich die Vertreter von Banken und Geldpolitiker über die aktuellen Zinsen und die schwache Profitabilität der Finanzbranche streiten, dann klingt das für Normalsterbliche in der Regel wie lebensfernes Gezänk unter Fachleuten. Doch dieser Eindruck täuscht.

Die Debatte darüber, wie Banken künftig Geld verdienen können und sollen, ist für Bankkunden genauso relevant wie der Blick auf die Mikrozinsen auf dem Sparbuch. Denn zu den Rezepten, die die Bankenaufseher den ertragsschwachen Kreditinstituten vorschlagen, gehört eine bittere Zutat: Bankgeschäfte können und sollen für die Kunden teurer werden.

Wenn die Bundesbank vor einem Verbot von Negativzinsen durch die Bundesregierung warnt, will sie den Banken genau diese Option offenhalten – damit sie die Lasten aus der Geldpolitik kompensieren können. Viele Institute liebäugeln bereits mit Minuszinsen auch für Privatkunden. Wagt sich erst einmal ein Institut aus der Deckung, dann dürften weitere folgen.

Wenn der Chef der Finanzaufsicht Bafin Banken aufruft, an ihren Geschäftsmodellen zu schrauben, meint er: Die Institute sollen sich weniger auf Zinserträge verlassen und stärker auf Gebühreneinnahmen setzen. Diesem Ruf sind schon viele Geldhäuser gefolgt, noch mehr werden es tun. Gratiskonten sind bereits rar geworden.

Für deutsche Bankkunden sind das keine schönen Aussichten, denn der harte Wettbewerb in der Geldbranche hat uns im europäischen Vergleich günstige Bankdienstleistungen gesichert. Wenn Fachleute kritisieren, dass Deutschland „overbanked“ ist, dann kritisieren sie genau diese kundenfreundlichen Zustände.

Auf Dauer wird aber auch die Politik nicht verhindern können, dass Bankgeschäfte teurer werden, mit oder ohne Negativzinsverbot. Denn wenn die Banken nicht genug verdienen, verschwinden sie – per Fusion oder Abwicklung. Die Folgen wären weniger Wettbewerb – und damit vermutlich auch wieder höhere Kosten für Bankkunden.

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