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28.03.2019

14:24

Kommentar

Bayer sollte bei Glyphosat-Prozessen hartnäckig bleiben

Von: Bert Fröndhoff

Bayer könnte in den US-Verfahren um den Unkrautvernichter zu außergerichtlichen Einigungen gezwungen sein. Noch ist es dafür aber zu früh.

Die Übernahme von Monsanto sorgte weltweit für Proteste. Das Mittel Glyphosat des US-Herstellers ist umstritten. AFP

Proteste gegen Bayer

Die Übernahme von Monsanto sorgte weltweit für Proteste. Das Mittel Glyphosat des US-Herstellers ist umstritten.

Für die Bayer AG hat nun auch der zweite Prozess um eine möglich Krebsgefahr durch das Unkrautmittel Glyphosat mit einer Niederlage geendet. Am Ende haben die Geschworenen die gleiche Bewertung abgegeben wie die Jury im ersten Prozess. Sie sehen eine mögliche Krebsgefahr durch Glyphosat und zeigen sich überzeugt, dass Monsanto bewusst nicht vor dieser Gefahr gewarnt hat.

Die Erkenntnis daraus lautet: Die Klägeranwälte kommen mit ihren Dokumenten, die ein Fehlverhalten des Monsanto-Managements beweisen sollen, bei Laien-Jurys durch. Bayer hingegen kann mit dem Fokus auf wissenschaftliche Erkenntnisse über die Unbedenklichkeit von Glyphosat vor kalifornischen Jurys nicht punkten, die als sehr klägerfreundlich gelten.

Daraus muss der Konzern Konsequenzen ziehen. Klar ist, dass Bayer von seiner fakten- und wissenschaftsbasierten Verteidigungslinie auch in den nächsten Prozessen nicht abweichen will und kann. Schließlich ist die Hoffnung berechtigt, dass man in Revisionsverfahren vor professionellen Richtern ohne Jury damit mehr Gehör findet. Es bleibt allerdings ein Hoffnungswert, zumal Berufungsverfahren locker ein Jahr dauern können.

Die Frage ist, wie lange Bayer unter dem Druck neuer Prozesse hart bleiben kann. Es wird der Moment kommen, in dem der Konzern mit den Klägeranwälten in Verhandlungen über außergerichtliche Vergleiche tritt, um das belastende Thema aus der Welt zu schaffen.

Der Zeitpunkt für ein solches Settlement ist noch zu früh – zwei Verfahren in erster Instanz bei Tausenden möglichen Verfahren dürften nach aller Erfahrung in vergleichbaren Fällen im Pharmageschäft noch nicht zum „Einknicken“ führen.

Wann es zu einem Vergleich kommt und wie teuer der wird, hängt ganz entscheidend von den nächsten drei bis vier Prozessen ab. Vor allem im Berufungsverfahren braucht Bayer ein Erfolgserlebnis, das den Konzern in eine bessere Position für ein dann mögliches außergerichtliches Settlement bringt.

 

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Kommentare (1)

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Herr Ulrich Groeschel

28.03.2019, 16:47 Uhr

Im Laufe seines Lebens kann man aus verschiedenen Gründen Krebs bekommen. Ich denke da z.B. an das Rauchen, aber es gibt noch viel mehr Ursachen. Dazu braucht Bayer im Web nur nach "Ursachen für Krebs" zu suchen.

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