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12.09.2019

10:53

Kommentar

Bei den Luftballons sollten die Grünen die Luft anhalten

Von: Thomas Sigmund

Die Grünen in Niedersachsen wollen für das Tierwohl die Luftballons verbieten. Doch das dürfte der Parteispitze nicht gefallen.

Die Grünen entdecken ihre Zuneigung für die Vögel, die die Reste der Ballons fressen und dann mit vollem Magen verhungern würden. dpa

Luftballons der Grünen

Die Grünen entdecken ihre Zuneigung für die Vögel, die die Reste der Ballons fressen und dann mit vollem Magen verhungern würden.

Die Grünen in Niedersachsen sprechen sich für ein Verbot von Luftballons aus. Das wird der Parteispitze um Robert Habeck und Annalena Baerbock nicht gefallen. Das Führungsduo achtet peinlich genau darauf, dass die Grünen nicht mehr als Verbotspartei rüberkommen. Erst recht, seit es mit den Umfragen wieder in die andere Richtung, nach unten geht.

Wenn Habeck und Baerbock vorgehalten wird, dass sie Inlandsflüge oder den Verbrennungsmotor verbieten wollen, erwidern sie: Man wolle nichts verbieten, sondern die Alternativen attraktiver machen. So was nennt man auf neudeutsch Framing.

Kommunikativ setzt man so den Rahmen für ein grüne Verzichtspolitik ohne als Spaßverderber dazustehen. Dass bei den Bürgern unter keinen Umständen keine Verlustängste ausgelöst werden sollen, haben offensichtlich noch nicht alle in der Partei begriffen.

Jetzt müssen noch die Kleinsten daran glauben und auf ihre Luftballons bei Geburtsfeiern verzichten. Interessanterweise entdecken die Grünen hier ihre Zuneigung für die Vögel, die die Reste der Ballons fressen und dann mit vollem Magen verhungern würden.

Wenn es um das Aufstellen von Windrädern angeht, ist ihnen das Schreddern von Vögeln und Fledermäusen aber herzlich egal. Das passt alles nicht zusammen.

Hubert Aiwanger, der Chef der Freien Wähler, empfiehlt den Grünen per Twitter „Weltuntergangsmusik auflegen, einen Joint reinziehen und aufs Ende warten“. Dem muss man nicht folgen. Aber jede Woche ein Verbot auszusprechen, bringt es nicht. Vor allem wenn führende Grüne per Langstrecke in den Urlaub nach Kalifornien fliegen und dort aus Plastikbechern Eis fragwürdiger Herkunft löffeln. Bei den Luftballons sollten die Grünen einfach die Luft anhalten.

Kommentare (2)

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Frau Reiner Wiegels

12.09.2019, 12:10 Uhr

Nicht zu vergessen ist der Andenritt von Meilen Cem.

Herr Andreas Zerbes

12.09.2019, 12:45 Uhr

Ich dachte die Sache mit dem Eis sowie dem Langstreckenflug hat nur Katharina Schulze von den Grünen betroffen. Im Artikel wir aber von mehreren Personen ("führende Grüne") gesprochen. Ist das ein Fehler?

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