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05.11.2019

16:55

Kommentar

Bei der Pflege muss Prävention eine größere Rolle spielen

Von: Maike Telgheder

Um den Personalmangel und die Pflegekosten zu mindern, muss die Pflegebedürftigkeit durch Vorsorgemaßnahmen verhindert werden. Mehr Reha ist nötig.

Mit der alternden Babyboomer-Generation werden die Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten größer. dpa

Altenpflege

Mit der alternden Babyboomer-Generation werden die Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten größer.

Keine Frage: In der Pflegebranche ist viel passiert. Das Pflegestärkungsgesetz, viele Ausbildungsinitiativen und die derzeit gute Ausstattung der Sozialversicherung haben der Branche geholfen. Aber dennoch ist das große Problem des Personalmangels nicht gelöst.

Und die Herausforderungen werden mit der alternden Babyboomer-Generation in den kommenden Jahrzehnten größer. Neue Ansätze sind also gefragt. Es zeigt sich, dass Prävention oder Reha vor Pflege nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen.

Das liegt unter anderem daran, dass im deutschen Gesundheitssystem meist erst gehandelt wird, wenn etwas passiert ist. Und dann jeder Anbieter gemäß den Vorgaben in seinem Sektor handelt. Stürzt ein alter Mensch, kommt er ins Krankenhaus, wird durchgecheckt, behandelt und unter dem Druck des Fallpauschalensystems auch dann entlassen, wenn er sich selbst vielleicht noch nicht wieder allein versorgen kann.

Können die Angehörigen das nicht übernehmen, kommt er in die Kurzzeitpflege, möglicherweise sogar gleich in die Langzeitpflege. Ob der Pflegebedürftige mit der entsprechenden Reha und Förderung vielleicht sogar wieder zu Hause leben könnte, um diese Frage muss er sich selbst oder müssen sich seine Angehörigen kümmern.

Es gibt viele Angebote, aber keine Lotsen im System, die die Leistungen vernetzen, keine abgestimmte Zusammenarbeit der Beteiligten – auch weil es dafür kein Budget gibt. Es wird viel über Patientenzentrierung und eine bessere Steuerung der Behandlungspfade in der Akutversorgung gesprochen.

Man sollte diese Diskussion auch einmal über eine Steuerung von Pflegepfaden führen und dabei die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen in den Mittelpunkt stellen – von Fragen des seniorengerechten Wohnraums über unterstützende Technik bis hin zum persönlichen Gesundheitsbetreuer. Werden hier gute Konzepte entwickelt, könnten Pflegekosten gesenkt und der Fachkräftemangel könnte gelindert werden.

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