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22.10.2019

17:35

Kommentar

Bei der UBS fehlt die Spannung

Von: Michael Brächer

Die größte Bank der Schweiz wirkt wie eine Gefangene ihrer Strategie. Die Bank ist zwar stabiler, dafür aber auch langweiliger geworden.

Die Aktie der Großbank gehört zu den Schlusslichtern an der Schweizer Börse. Reuters

UBS

Die Aktie der Großbank gehört zu den Schlusslichtern an der Schweizer Börse.

Wenn Sergio Ermotti von der UBS spricht, spart er selten mit Lob – die Bank sei „gut positioniert“ oder habe ein „starkes Franchise“, sagt der UBS-Chef dann gerne. Doch warum zählt die Aktie seiner Bank in diesem Jahr trotzdem zu den Schlusslichtern an der Schweizer Börse?

Das liegt nicht nur an der drohenden Milliardenstrafe wegen Steuerhinterziehung in Frankreich, sondern auch an der Aufstellung der UBS: Die Bank ist heute stabiler und verlässlicher als vor der Finanzkrise, aber eben auch ein ganzes Stück langweiliger. Mitunter wirken die Schweizer gar wie Gefangene ihrer eigenen Strategie.

Bankchef Ermotti und der deutsche Verwaltungsratschef Axel Weber hatten die UBS nach den Exzessen der Finanzkrise ganz auf die Vermögensverwaltung getrimmt. Das Geschäft mit den reichen Kunden liefert der Bank auch im jüngsten Quartal wieder satte Erträge.

Doch das erhoffte Wachstum fällt der UBS schwer. Die Bank konnte zwar viele Milliarden bei wohlhabenden Kunden einwerben, der Gewinn der Vermögensverwaltung ging aber trotzdem leicht zurück.

Auch im Investmentbanking regiert eine neue Bescheidenheit. Längst vorbei die Zeiten, in denen die Schweizer in einer Liga mit den Wall-Street-Banken spielen wollten. Doch selbst daran gemessen können die Schweizer mit den Ergebnissen ihrer hochbezahlten Investmentbanker nicht zufrieden sein.

Ermotti und seine Leute sehen offenbar keinen anderen Weg, als den Status quo zu verwalten: ein paar Sparmaßnahmen hier, ein paar Investitionen dort. Die UBS soll digitaler und effizienter werden. Große Übernahmen? Fehlanzeige.

Auch die Kosten bleiben seit Jahren quasi auf dem gleichen Level. Zu groß scheint die Sorge, dass der UBS durch größere Umbauten künftige Erträge entgehen könnten.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf bessere Zeiten. Bei der größten Bank der Schweiz halten sie die Löffel aus dem Fenster – doch der Schokoladenregen lässt auf sich warten.

Mehr: Angesichts der Flaute an den Märkten greift die UBS zu Sparmaßnahmen. An ihrer Gesamtstrategie wollen die Schweizer jedoch festhalten.

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