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11.10.2018

16:53 Uhr

Kommentar

BMW-Mehrheitsbeteiligung an Brilliance ist ein politisches Signal

VonSha Hua

Der deutsche Autohersteller BMW darf sich mehrheitlich in China beteiligen. Die Aufstockung der Beteiligung an Brilliance ist eine Botschaft an die Welt.

BMW darf seine Beteiligung an Brilliance auf eine Mehrheit aufstocken. AFP

Ein undenkbares Unterfangen

BMW darf seine Beteiligung an Brilliance auf eine Mehrheit aufstocken.

Das Aufgebot an Ehrengästen, die sich am Donnerstag im Festzelt in Shenyang tummelten, war bemerkenswert. Vertreter der Provinzregierung Liaoning, der Industriepartner Brilliance und BMW, aber auch der chinesischen Zentralregierung waren gekommen.

Zuvor hatte sich BMW-Chef Harald Krüger mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang getroffen. Der ließ dann auch persönliche Glückwünsche zur Feier des Tages ausrichten. BMW darf seine Beteiligung an Brilliance auf eine Mehrheit aufstocken. Bislang ein undenkbares Unterfangen.

Die Botschaft aus Peking ist klar: China öffnet seine Märkte. Die Festveranstaltung hatte Symbolkraft, die weit über das Ereignis hinausgeht. China hält an seinem Kurs fest – ungeachtet der Komplikationen, die der Handelskrieg mit den Amerikanern verursacht. 

Umverteilungen der Anteilsverhältnisse bei anderen Joint Ventures mit nichtchinesischen Gesellschaftern werden wohl folgen. Wenn auch nicht bei allen. Vor allem „schwache chinesische Partner“, so heißt es, werden demnächst Anteile verlieren. 

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Brilliance ist wohl auch deswegen das erste Unternehmen, dessen Beteiligung offiziell reduziert wird, weil es klein ist. Vergangenes Jahr verkaufte das Unternehmen nur 120.000 Fahrzeuge der eigenen Marke. Außerdem ist der Ruf seiner selbst entwickelten Autos schlecht.

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Der Produktionsvorstand erklärt, warum die Mehrheit am Joint-Venture so wichtig ist und warum er sich nicht vor Cyberangriffen in China fürchtet.

Die Mehrheitsübernahme des Joint Ventures durch BMW spiegelt nur die jetzt schon bestehenden Verhältnisse wider.  Im Vergleich dazu verkaufte zum Beispiel SAIC 2017 fast sieben Millionen Autos.

Zwar stammt ein Großteil aus den Partnerschaften mit VW und GM, aber auch die chinesischen Marken kommen bei SAIC zusammen auf rund eine Million verkaufte Fahrzeuge. 

Gleichzeitig haben private Autobauer wie Geely, Great Wall und NIO gezeigt, dass sie jenseits der Joint Ventures erfolgreich sein und auf dem Heimatmarkt mit westlichen Marken konkurrieren können. Echter Wettbewerb ist eben doch der beste Antrieb.

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