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19.08.2019

16:46

Kommentar

Crowdfunding bei Energieprojekten macht alle zu Gewinnern

Von: Jürgen Flauger

Für viele Bürger war die Energiewende bisher nur eine finanzielle Belastung. Neue Wege bei Wind- und Solarprojekten dürften die Akzeptanz erhöhen.

In Sachsen-Anhalt wird der erste Solarpark gebaut, der ohne Subventionen auskommt und komplett crowdfinanziert ist. dpa

Solarenergie

In Sachsen-Anhalt wird der erste Solarpark gebaut, der ohne Subventionen auskommt und komplett crowdfinanziert ist.

Die Energiewende ist ein Projekt von uns allen. Jeder in Deutschland leistet seinen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Allmonatlich wird mit der Stromrechnung die EEG-Umlage eingezogen, über die wir den Umbau unser Energieversorgung hin zum Ökostrom finanzieren.

Für viele Bürger ist die Energiewende deshalb in erster Linie ein Ärgernis. Sie spüren die Belastung Monat für Monat. Es ist deshalb gut, wenn Solar- und Windenergie zunehmend ohne Förderung auskommen. Das schafft mehr Akzeptanz für den Umbau.

Noch besser ist es, wenn sich Bürger an der Energiewende beteiligen können: über Crowdfunding zum Beispiel. Das erhöht erst recht die Akzeptanz. Tatsächlich ist die Belastung über die EEG-Umlage beträchtlich. Sie macht inzwischen mehr als ein Fünftel des Strompreises aus.

Für einen Teil der Deutschen war das EEG zwar im Gegenzug auch finanziell attraktiv. Wer eine Solaranlage auf das Dach montierte, konnte nicht nur sein grünes Gewissen beruhigen, sondern auch eine attraktive Rendite einstreichen.

Diese Möglichkeit hatten aber bislang naturgemäß nur Eigenheimbesitzer – also in der Regel Bürger, die ohnehin finanziell bessergestellt sind. Davon unabhängig war das EEG bisher ein Erfolg. Es hat den Ausbau von Wind- und Solarenergie massiv gefördert.

Im ersten Halbjahr haben die Erneuerbaren schon 44 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt. Gleichzeitig sind die Kosten gesunken. In Deutschland werden erste Solaranlagen gebaut, die ohne Förderung auskommen.

Das ist an sich schon gut. Die Entwicklung erleichtert es aber auch, Bürger aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Über Crowdfunding lässt sich Geld von Privatpersonen mobilisieren, die bisher keine Chance hatten, selbst in Solar- oder Windanlagen zu investieren.

Das EEG war ein Stück weit sozial ungerecht, es hat vermögende Haushalte begünstigt. Beim Crowdfunding profitieren diejenigen, die auch das Risiko tragen. Es ist deshalb ein gutes Modell.

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