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02.04.2019

16:53

Kommentar

Das 737-Desaster ist eine teure Lektion für Boeing

Von: Katharina Kort

Mit jeder Verzögerung beim herbeigesehnten Software-Update steigen die Kosten für den US-Flugzeugbauer. Das wird Boeing eine Lehre sein.

Das Desaster um die 737 Max 8 ist eine teure Lektion für Boeing Reuters

Boeing 737 Max 8

Nach zwei Abstürzen steht der Konzern unter Druck.

Der Absturz der zweiten 737-Max-Maschine in Äthiopien wird für Boeing sehr teuer. Diese Woche haben die amerikanische Luftfahrt-Aufsicht FAA und Boeing angekündigt, dass es nun doch noch Wochen dauern könnte, bis die aktualisierte Software aufgespielt werden kann. Jeder weitere Tag kostet viel Geld.

Das sollte dem Konzern eine Lektion sein, die Sicherheit nicht nur mit Worten an die erste Stelle zu stellen, sondern auch mit Taten. Zusätzliche wichtige Sicherheitssensoren können keine Kaufoption nur gegen Aufpreis sein, wenn es um Menschenleben geht.

Bei den wachsenden Folgen geht es längst nicht nur um die Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen. Boeing unterhält derzeit auch ein ganzes Heer von Anwälten, um den Schadensersatzklagen von Fluggesellschaften zu begegnen. Diese müssen ihre 737-Max-Flugzeuge am Boden lassen und ihren Flugplan umschmeißen, oder sie können bestellte Maschinen nicht entgegennehmen.

Grundsätzlich gehören Nachbesserungen und Verzögerungen durchaus zum Geschäft bei Anbietern wie Boeing oder Airbus. Dementsprechend sind sie meist versichert. Aber bei Boeing geht es nun um die Frage, ob der Konzern nach dem ersten Absturz fahrlässig handelte, weil er nicht schnell genug reagierte.

Wenn Boeing nach dem Absturz in Indonesien vor fünf Monaten wider besseres Wissen nicht alles getan hat, um weitere Unfälle zu vermeiden, dann werden Versicherer nicht für den Schaden aufkommen wollen.

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Die neue Software für die 737 Max kommt erst in einigen Wochen. Damit bleiben viele Flieger länger am Boden – die Kosten für Boeing steigen.

Grundsätzlich gilt das sogenannte Grounding vonseiten der Aufsichtsbehörden, bei dem die Flieger am Boden bleiben müssen, zwar als Akt höherer Gewalt. Das bedeutet, dass der Flugzeughersteller nicht für den Schaden aufkommen muss.

Wenn der Hersteller aber durch sein fahrlässiges Verhalten das Grounding verursacht hat, sieht die Lage anders aus. Kompliziert ist die Ursachenforschung allemal, teuer auf jeden Fall. Schon wegen der hochbezahlten Anwälte.

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